Aktuelle Meldungen

Iran: Verurteilung der Gewalt und Solidarität mit den Protestierenden

14.11.2022 In ihrer Sitzung vergangenen Dienstag in Jena zeigte sich die HRK-Mitgliederversammlung bestürzt über die fortgesetzte staatliche Gewalt im Iran gegenüber friedlich protestierenden Bürger:innen, unter denen sich auch viele Studierende und Wissenschaftler:innen befinden. Die Versammlung der deutschen Hochschulleitungen erklärte ihre Solidarität mit den iranischen Hochschulangehörigen und den für Menschenrechte und ausdrücklich auch für Frauenrechte und Gleichstellung demonstrierenden Bürger:innen im Iran. Sie appellierte an die iranische Staatsführung, unverzüglich auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten, den Dialog zu suchen und die Freiheit der Meinungsäußerung und der Wissenschaft unbedingt zu achten. Das internationale literaturfestival berlin hat für den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember unter anderem auch Hochschulen aufgerufen, sich an einem Aktionstag zu beteiligen. Dabei soll in einer weltweiten Lesung iranischer Literatur ein Zeichen gegen die brutale Gewalt und für den Kampf der iranischen Frauen für Gleichberechtigung und das Streben der iranischen Bevölkerung nach Demokratie gesetzt werden. 


Baden-Württemberg: Verfassungsbeschwerde gegen Studiengebühren erfolglos

14.11.2022 Baden-Württemberg darf von internationalen Studierenden besondere Studiengebühren erheben. Das hat der Verfassungsgerichtshof des Landes in einem vergangenen Freitag bekanntgegebenen Urteil entschieden. In Baden Württemberg müssen internationale Studierende seit dem Wintersemester 2017/2018 eine Studiengebühr von 1.500 Euro pro Semester zahlen. Studierende aus Deutschland, der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum hingegen zahlen lediglich den üblichen Semesterbeitrag. Dagegen hatte ein Student aus Vietnam geklagt, der eine Verletzung seines Persönlichkeitsrechts und des Gleichheitsgebots sah. Der Verfassungsgerichtshof sah hingegen die Ungleichbehandlung als gerechtfertigt an. Zwar müsse das Land einen freien und gleichen Zugang zu den Hochschulen gewährleisten. Neben den eigenen Staatsangehörigen gelte dies aber nur für „diejenigen Personen, die in besonderer Weise darauf vertrauen können oder darauf angewiesen sind, ihre Bildungschancen in der Bundesrepublik zu verwirklichen“. Die internationalen Studierenden, von denen die Gebühr verlangt werde, kämen „freiwillig und speziell zum Hochschulstudium nach Baden-Württemberg“. 


10 Jahre Deutsch-Argentinisches Hochschulzentrum

14.11.2022 Seit zehn Jahren unterstützt das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum (DAHZ) mit seinen Büros in beiden Ländern den Ausbau der akademischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Argentinien und Deutschland. Anlässlich des runden Jubiläums betonte HRK-Vizepräsident Bernd Scholz-Reiter in dieser Woche die in allen Belangen gelebte Partnerschaft auf Augenhöhe als besonderes Charakteristikum und Basis des Erfolgs. Das von der deutschen und der argentinischen Regierung  und des Deutsch-Argentinischen Vereins für Wissenschaft und Technologie (ACTAA) finanzierte DAHZ fördert in zwei Programmlinien binationale Studiengänge bzw. Promotionsprogramme mit Doppelabschluss sowie Austauschprojekte in den Ingenieur­wissenschaften. Aktuell werden mehr als 30 Promotionsprogramme, Studiengänge und Austauschprojekte mit Mitteln des DAHZ ermöglicht. Über 1.700 Studierende, Doktorand:innen und Dozent:innen beider Länder haben bislang von den Angeboten des DAHZ profitiert. Eine aktuelle Ausschreibung für neue Anbahnungsprojekte läuft noch bis Mai 2023. 


Compliance an Hochschulen

04.11.2022 In der Veranstaltungsreihe „Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Kooperation mit China“ von BMBF und HRK wurde in dieser Woche eine thematische Vertiefung zu Compliance an Hochschulen angeboten. Deutlich wurde, dass das Aufsetzen professioneller Compliance-Managementstrukturen erhebliche Vorteile für die gesamte Institution mit sich bringt und mittelfristig zu einer Entlastung aller hochschulischen Akteur:innen führen kann. Allerdings ist der Aufbau derartiger Strukturen an den meisten Einrichtungen längst nicht abgeschlossen. Das in diesem Jahr gegründete Netzwerk Hochschulcompliance (HCoN) dient hier dem Erfahrungsaustausch. Interessierte Hochschulvertreter:innen können sich noch für die nächste HCoN-Präsenzveranstaltung am 24./25. November 2022 an der Universität Bielefeld anmelden.
(Kontakt: angelika.spilkeruni-bielefeld.de oder erik.schankuni-hamburg.de).


Ukraine: Bildung und Forschung beim Wiederaufbau berücksichtigen

28.10.2022 Aus Anlass der internationalen Konferenz von G7 und EU-Kommission zum Wiederaufbau der Ukraine in der zurückliegenden Woche in Berlin haben die Rektorenkonferenzen aus Deutschland, Frankreich und Polen dazu aufgerufen, bei den Planungen die Bedeutung von Bildung und Forschung angemessen zu berücksichtigen. In einer gemeinsamen Erklärung unterstreichen die Rektorenkonferenzen ihre Bereitschaft zur langfristigen Zusammenarbeit, um die Ukraine bei der Etablierung moderner und international attraktiver Hochschulen zu unterstützen. Als Kern eines funktionierenden Bildungs- und Forschungssystems komme ihnen eine zentrale Rolle beim Wiederaufbau und bei der langfristig positiven Entwicklung der ukrainischen Gesellschaft und Wirtschaft zu. Von den G7 und der EU-Kommission fordern die Rektorenkonferenzen, angemessene politische und finanzielle Voraussetzungen zu schaffen, um eine langfristige Zusammenarbeit zwischen ukrainischen und europäischen Hochschulen zu ermöglichen.


Iran: HRK-Senat besorgt über Gewalt gegen Hochschulangehörige

07.10.2022 Angesichts der eskalierenden Situation im Iran und der erkennbar von staatlicher Seite vollzogenen Repressionen gegenüber Studierenden und Wissenschaftler:innen an zahlreichen iranischen Universitäten äußerte sich der Senat der HRK in seiner Sitzung am Mittwoch erschüttert und besorgt. Im Zuge der landesweiten Proteste nach dem gewaltsamen Tod von Mahsa (Zhina) Amini im Polizeigewahrsam gab es offenbar an mehr als einhundert Universitäten Streiks und Proteste. Nach übereinstimmenden Medienberichten geht die staatliche Seite mit zunehmender Härte gegen die Protestierenden, unter denen viele Hochschulangehörige sind, vor. „Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit werden in erheblichem Umfang verletzt. Die Situation erfüllt uns mit größter Sorge“, so HRK-Präsident Peter-André Alt. Der Senat der HRK erklärte seine Solidarität mit den iranischen Bürgerinnen und Bürgern, insbesondere mit den Angehörigen iranischer Hochschulen, in ihrem Einsatz für die Menschenrechte und ausdrücklich auch die Rechte der Frauen und appellierte an alle Beteiligten, auf Gewalt zu verzichten.


Präsidien der österreichischen, Schweizer und deutschen Rektorenkonferenzen beraten in Bonn

07.10.2022 Am Donnerstag und Freitag vergangener Woche kamen die Präsidien der Rektorenkonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zu ihrem jährlichen Austausch in der Geschäftsstelle der HRK in Bonn zusammen. Die Beratungen umfassten zunächst aktuelle Herausforderungen für die Hochschulen: Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine, Auswirkungen des Krieges auf die Energieversorgung bzw. die damit verbundenen Steigerungen der Energiekosten, die erwartete Infektionswelle der Corona-Pandemie im Herbst sowie Diskussionen über eine Neuordnung des „Research Assessment“ in Europa. Fortgesetzt wurde der Erfahrungsaustausch über internationale Hochschulzusammenarbeit unter komplexen Rahmenbedingungen bzw. mit „schwierigen“ Partnerländern. Als einen weiteren Aspekt der Corona-Pandemie tauschten sich die Teilnehmer:innen über die Interaktionen zwischen Politik und Wissenschaft bzw. die Optionen und Folgen von Politikberatung aus. Ein weiterer Themenblock umfasste Formen der Implementierung von Tenure Track in den drei Hochschulsystem. Im kommenden Jahr findet das Treffen in der Schweiz statt. 


Aufnahmetests für Geflüchtete zum Studium an ukrainischen Hochschulen beendet

07.10.2022 Auf Bitten des ukrainischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft wurden vom Juli bis Anfang Oktober in Ländern, die Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen haben, sogenannte Multifachtests für den Erstzugang zum Studium und für den Zugang zum Masterstudium in der Ukraine durchgeführt. Die Tests wurden synchron in der Ukraine und in den im Ausland identifizierten Testzentren durchgeführt. Vermittelt durch die HRK haben in Deutschland diese Aufgabe die HU und die TU Berlin (für die Berliner Universitätsallianz) sowie die Universitäten in Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Leipzig übernommen. Die Bereitschaft der Universitäten in Bochum und Erlangen-Nürnberg zur Durchführung der Online-Tests konnte aufgrund limitierter Slots auf ukrainischer Seite nicht realisiert werden. Zusammen mit einem russischsprachigen Kulturzentrum in München wurden in Deutschland und 7.500 Tests durchgeführt. Die Hochschulen stellten dafür an mehreren Tagen Computerräume sowie Personal für technische Betreuung, Registrierung und Aufsicht zur Verfügung. Das ukrainische Ministerium hat sich inzwischen für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bei den Hochschulen bedankt. 


Politischer Sundowner zur Wissenschaftskooperation mit China

30.09.2022 Dienstag dieser Woche lud die HRK-Bundestagsabgeordnete zu einem "Politischen Sundowner" in die Berliner HRK-Geschäftsstelle ein. Dieses neue Veranstaltungsformat verfolgt das Ziel, in einem geschützten Rahmen zu Themen, die für die Hochschulen von hoher Relevanz sind, mit politischen Verantwortungsträger:innen in den Austausch zu treten. Bei dieser ersten Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmenden zum Handlungsbedarf und zu Handlungsoptionen in der Wissenschaftskooperation mit China aus. Aufbauend auf den HRK-Leitfragen zur Hochschulkooperation mit der Volksrepublik China stellt sich den Hochschulen derzeit die Frage, mit welchen Maßnahmen sie konkret auf die veränderten Anforderungen reagieren und wie sie die Kooperation mit chinesischen Partnern zukünftig gestalten können. Staatssekretär Jens Brandenburg (BMBF) und Abteilungsleiter Ralf Beste (Auswärtiges Amt) wiesen in diesem Kontext auf die sich derzeit in der Erarbeitung befindliche China-Strategie der Bundesregierung hin. Im Zuge ihrer Fertigstellung sei auch eine Einbeziehung der Stakeholder im Wissenschaftsbereich geplant. 


Juristische Erstberatung zur Wissenschaftskooperation mit China

30.09.2022 Mit der Pilotmaßnahme „Juristische Erstberatung für eine erfolgreiche wissenschaftliche Kooperation mit China bietet das BMBF deutschen, staatlichen Hochschulen juristische Hilfestellung an. Ziel ist es, rechtliche Fragestellungen in der Wissenschaftskooperation mit chinesischen Partnern (im nicht-wirtschaftlichen Bereich) zu klären. Zudem sollen deutsche Interessen in den Verträgen noch besser abgesichert werden. Das kostenlose Unterstützungsangebot ermöglicht es interessierten Hochschulen, eine vorab skizzierte Fragestellung gemeinsam mit einer spezialisierten Anwaltskanzlei zu analysieren, mögliche Fallstricke sowie relevante Gesetze zu identifizieren und Handlungsoptionen zu benennen. Die Erstberatungen finden zeitnah statt. Sie werden virtuell durchgeführt und dauern maximal zwei Stunden. Für Rückfragen steht der DLR-Projektträger, der diese Maßnahme im Auftrag des BMBF betreut, gerne zur Verfügung. 


HRK-Projekt ADVANCE: Neue Webseite online

23.09.2022 Die Projektwebsite des BMBF-geförderten Projekts „HRK ADVANCE – Governance und Prozesse der Internationalisierung optimieren“ ist online. Die Webpräsenz unter www.hrk.de/advance bildet einen zentralen Baustein des Projekts: Interessierte finden hier alle relevanten Informationen über Konzeption und Ablauf. Die einzelnen Handlungsfelder werden detailliert dargestellt und erläutert. Darüber hinaus vernetzt die Webseite die im Rahmen des Projekts tätigen Expertinnen und Experten und fungiert zukünftig als zentrale Plattform für die Aufnahme der Rückmeldungen der HRK-Mitgliedshochschulen im Rahmen geplanter Konsultationen. Nach Abschluss der jeweiligen Themenzyklen können hier zudem die erarbeiteten Handreichungen eingesehen und heruntergeladen werden. Über die Webseite können sich interessierte Leserinnen und Leser in den Mail-Verteiler des Projekts eintragen, um auch zukünftig über Veranstaltungen und Ergebnisse des Projekts informiert zu werden.


Forschungszusammenarbeit mit Afrika

23.09.2022 Die Forschungszusammenarbeit mit Afrika stand im Zentrum einer virtuellen Konferenz der HRK in der zurückliegenden Woche. Dabei diskutierten Hochschulvertretungen deutscher und europäischer Hochschulen die im Februar 2022 verkündete European-African Innovation Agenda, in der neue Wege, Strukturen und Konzepte der Forschungskooperation aufgezeigt werden. Expert:innen werten den neuen Ansatz der Agenda, in der Netzwerke, Einbeziehung der Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie Forschungsexzellenz neu verknüpft werden, als Meilenstein. Bestehende nationale, europäische und internationale Förderprogramme sollen gebündelt genutzt werden. Über die HRK-Geschäftsstelle können Präsentationen der Veranstaltungen angefragt werden


Humboldt-Stiftung setzt EU-Programm für gefährdete Forschende aus der Ukraine um

09.09.2022 Von diesem Herbst an soll ein neues Stipendienprogramm geflüchteten oder gefährdeten Forschenden aus der Ukraine helfen, ihre Arbeit in EU-Mitgliedsstaaten oder mit Horizon Europe assoziierten Ländern fortzusetzen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat von der Europäischen Kommission zusammen mit ihren Partnern Scholars at Risk Europe, angesiedelt an der Universität Maynooth in Irland, und der European University Association (EUA) den Zuschlag erhalten, das Programm durchzuführen. Die EU fördert es mit 25 Mio. Euro (mehr).


Akademische Prüfstelle in Indien eröffnet

02.09.2022 Wegen der stark wachsenden Zahl indischer Studienbewerber:innen und der damit verbundenen Belastung der deutschen Konsularabteilungen in Indien hat das Auswärtige Amt den DAAD mit der Einrichtung einer Akademischen Prüfstelle (APS) in Indien beauftragt. Die APS Indien hat im April dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen. Sie fungiert analog zu den Prüfstellen in China und Vietnam als erste Anlaufstelle für indische Studienbewerber:innen beim Visumverfahren und als Service- und Beratungsstelle für deutsche Hochschulen. Hauptaufgabe ist die Einschätzung der formalen Hochschulzugangsvoraussetzungen sowie die Echtheitsprüfung der Schul- und Universitätszeugnisse.