Aktuelle Meldungen

 

Rektorenkonferenzen appellieren an Ungarns Regierung

Die Rektorenkonferenzen aus Deutschland, Österreich und Polen sind besorgt über das neue Gesetz, mit dem die Ungarische Akademie der Wissenschaften umstrukturiert werden soll. Die Maßnahmen ermöglichen direkte staatliche Kontrolle, streichen das operative Budget und bedrohen dadurch die institutionelle Autonomie und akademische Freiheit. Dieses Vorgehen verletzt international akzeptierte Prinzipien der akademischen Freiheit und der Selbstverwaltung wissenschaftlicher Einrichtungen. Es unterminiert die ungarische Grundlagenforschung und gefährdet Ungarns starke internationale Forschungspartnerschaften. Die Intervention der Regierung bedeutet einen klaren Bruch mit den Prinzipien eines demokratischen Europas, zu denen wesentlich auch die Freiheit der Wissenschaft gehört. Mehr dazu

Ungarn: Allianz wendet sich wegen Gesetzesinitiative an Premierminister Orbán

Am 2. Juli verabschiedete das ungarische Parlament ein Gesetz zur Umstrukturierung der Akademie der Wissenschaften. Dadurch wurden ihre Institute in ein drittmittelfinanziertes und staatlich kontrolliertes Netzwerk überführt. In einem Schreiben an den ungarischen Premierminister Viktor Orbán äußerte die Allianz der Wissenschafts­organisationen zuvor ihre Kritik an der nun etablierten Steuerung der wissenschaftlichen Arbeit des Netzwerks durch die Regierung. Auch die Absicht, nur Forschung zu fördern, die im öffentlichen Interesse sei, gibt der Allianz Anlass zur Sorge: „Die fehlende finanzielle Planungssicherheit führt unweigerlich zur Gefährdung von langfristiger und nachhaltiger Forschung sowie zu prekären Wissenschaftskarrieren.“ Mehr dazu

Europäische Hochschulallianzen: Erfolg für Deutschland, Gewinn für Europa

HRK-Präsident Peter-André Alt zur Bekanntgabe der EU-geförderten Europäischen Hochschulallianzen: „An 14 der Netzwerke sind deutsche Hochschulen beteiligt. Das zeigt, dass sie sich als Motoren der europäischen Idee verstehen und kreativ an der Entwicklung neuer Partnerschaftsformen mitarbeiten.“ Die HRK hat sich von Anfang an für die Idee der Europäischen Hochschulallianzen eingesetzt. „Dabei war uns besonders eine gemeinsame Strategie- und Profilbildung dieser Allianzen wichtig“, so Alt. Hochschulen, die in der ersten Runde nicht erfolgreich waren, können sich Ende des Jahres erneut bewerben. Die Europäische Kommission wird die Fördersumme für die zweite Runde auf 120 Millionen Euro deutlich erhöhen. „Die Aufstockung muss genutzt werden, die Netzwerke auf eine nachhaltigere Basis zu stellen“, so HRK-Präsident Alt. Mehr dazu

Serviceprojekt Internationale Hochschulrankings

Hochschulrankings gewinnen in einem globalen Bildungsmarkt an Bedeutung, denn gute Platzierungen steigern die Attraktivität für Wissenschaftler sowie Studierende. Gleichzeitig müssen Hochschulen sich kritisch mit den Rankingpraktiken der kommerziellen Anbieter auseinandersetzen. Dabei unterstützt das HRK-Serviceprojekt „Internationale Hochschulrankings“. Gezielte Beratung, Vernetzungs- und Kommunikationsmaßnahmen fördern eine strategische und verantwortungsvolle Herangehensweise an diesen Themenkomplex. Übergeordnetes Ziel ist die Verbesserung der internationalen Positionierung und Sichtbarkeit des deutschen Hochschulsystems. Aktuell führt das Projekt eine Umfrage an den Mitgliedsuniversitäten zum Umgang mit internationalen Hochschulrankings durch. Die Beantwortung ist bis einschließlich 12.7.2019 möglich.

HRK unterstützt Helsinki Initiative für Mehrsprachigkeit

Die HRK hat die „Helsinki Initiative on Multilingualism“ unterzeichnet. Die Initiative tritt für Mehrsprachigkeit in der wissenschaftlichen Kommunikation ein und empfiehlt, sowohl bei der Verbreitung von Forschungsergebnissen als auch im Hinblick auf Forschungsevaluation und -förderung Sprachenfragen zu berücksichtigen. Im Rahmen ihres sprachenpolitischen Engagements setzt sich die HRK seit Jahren für die Förderung von Mehrsprachigkeit in Hochschulen und Wissenschaft sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene ein, da Sprachenvielfalt sowohl zum Erhalt des Deutschen als Wissenschaftssprache beitragen als auch den qualifizierten Erwerb und Einsatz anderer Sprachen unterstützen könne.

Ausschreibung: Forschungsstipendien für gefährdete Wissenschaftler

Noch bis 13. September können interessierte Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) Anträge zur Unterstützung gefährdeter Wissenschaftler stellen. Mit den im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative bereitgestellten Mitteln ermöglicht die AvH Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland, gefährdete Forscherinnen und Forscher aus dem Ausland im Rahmen eines Forschungsstipendiums für zwei Jahre aufzunehmen, Ihnen in einem sicheren Kontext eine berufliche Neuorientierung zu ermöglichen und sie bei der Entwicklung von Zukunftsperspektiven zu unterstützen. Die Programmunterlagen und weitere Informationen sind auf der Website der Philipp Schwartz-Initiative zu finden.

Trainingsprogramm für Dekane an afrikanischen und südostasiatischen Hochschulen

Bereits zum siebten Mal kommen Dekane aus Afrika für das Trainingsprogramm DIES International Deans‘ Course an der Hochschule Osnabrück zusammen. Insgesamt ist dies bereits der 13. Jahrgang der Weiterbildung, die gemeinsam von der Hochschule Osnabrück und dem CHE organisiert wird. Im Rahmen des von HRK und DAAD getragenen DIES-Programms zur Förderung des Hochschulmanagements in Entwicklungs- und Schwellenländern konzentriert sich die Fortbildung auf zentrale Aspekte des Hochschulmanagements. Vertreter der HRK erläuterten einführend die aktuelle hochschulpolitische Diskussion in Deutschland. Mehr dazu

Magna Charta Universitatum 2020

Die Magna Charta Universitatum (MCU) enthält das Bekenntnis zu akademischer Freiheit und institutioneller Autonomie als Leitlinien für Selbstverständnis und Governance ihrer Signatare. Anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums der Erklärung, die mittlerweile von knapp 900 Hochschulen in über 80 Ländern unterzeichnet wurde, hat das Council des Magna Charta Observatory einen aktualisierten Textentwurf vorgelegt. Bis zum 2. August 2019 besteht hier die Möglichkeit zur Kommentierung der MCU 2020.

Tagung: Internationale Hochschulleitungen diskutieren Hochschule und Gesellschaft

Beim dritten Global University Leaders Council Hamburg diskutierten 45 Hochschulleitungen aus 23 Ländern über das Verhältnis von Hochschule und Gesellschaft. Dieses ist von zunehmenden, teils widersprüchlichen Erwartungen an Hochschulen geprägt, neben ihrem Kernauftrag von Forschung und Lehre zu gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen. „Dabei müssen Hochschulen mit Blick auf ihre jeweiligen Profile und Möglichkeiten klar definieren und vermitteln, was sie zusätzlich zu ihrem Kernauftrag leisten können und wollen – und was nicht“, erklärte HRK-Präsident Peter-André Alt. Als ein Ergebnis ihres Austauschs verabschiedeten die Teilnehmer des von HRK, der Körber-Stiftung und der Universität Hamburg getragenen Councils Empfehlungen, wie Hochschulen ihre gesellschaftliche Verantwortung mit Leben füllen und dabei den Erfordernissen von Wissenschaftsfreiheit, politischen Zielvorstellungen und den Erwartungen gesellschaftlicher Partner Rechnung tragen können. Mehr dazu

Europäisch-chinesische Hochschulzusammenarbeit

Eine intensive fachliche Zusammenarbeit mit China liegt im Interesse der deutschen Hochschulen, gleichzeitig erschweren rechtliche Vorgaben und politische Rahmensetzungen diesen Austausch zunehmend. Eigene Erwartungen formulieren, die China-Kompetenz weiter aufbauen und den Austausch auf allen Ebenen aktiv suchen – diese zentralen Handlungsempfehlungen hielten Hochschulvertreter in einem von HRK und Berlin University Alliance gemeinsam durchgeführten Workshop fest. Der eintägige Workshop befasste sich – aus den einzelnen fachlichen Perspektiven heraus sowie auch fachlich übergreifend – mit aktuellen Erfahrungen der deutschen Hochschulen in der Kooperation mit China. Unter anderem wurde diskutiert, welche strategische Herangehensweise im Hinblick auf eine Stärkung der europäisch-chinesischen Hochschulkooperation zukunftsweisend sein könnte.

Studienvorbereitung internationaler Studierender

Vor dem Hintergrund der Studienvorbereitung von studieninteressierten Geflüchteten gehen Hochschulen neue Wege in der Vorbereitung aller internationaler Studierender. Im HRK-Werkstattgespräch tauschten sich etwa 60 Experten zu Erfolgen und Hindernissen in der Studienvorbereitung und der Verzahnung mit der Studieneingangsphase, der Verstetigung neuer Projekte und der Nutzung von digitalen Lernangeboten aus. Im Herbst wird das HRK-Werkstattgespräch fortgesetzt.

Sorge um Hochschulautonomie in Brasilien

Auch in Brasilien gibt es nun Grund zur Besorgnis über die Zukunft der akademischen Freiheit. Staatspräsident Bolsonaro twittert, die Regierung wolle die Hochschulfinanzierung kürzen und für Philosophie und Soziologie ganz einstellen. Die französische Rektorenkonferenz CPU hat sich mit den brasilianischen Hochschulen solidarisch erklärt. HRK-Präsident Peter-André Alt schließt sich an: „Eine demokratische Gesellschaftsordnung braucht leistungsfähige, unabhängige Hochschulen.“

Repressionen gegen türkische Wissenschaftler: HRK-Präsident entsetzt

HRK-Präsident Peter-André Alt hat scharf gegen die bevorstehende Inhaftierung von Füsun Üstel protestiert. Die emeritierte Professorin für Politikwissenschaft der Galatasaray Universität in Istanbul unterzeichnete 2016 den Aufruf „We Will Not Be a Party to this Crime!“ gegen den Militäreinsatz in den kurdisch geprägten Landesteilen der Türkei. „Der türkische Staat geht systematisch und mit großer Härte gegen Wissenschaftler vor, die von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht haben“, so Peter-André Alt. „Damit untergräbt er auch die akademischen Freiheiten. Meinungsfreiheit ist nicht nur eines der Grundprinzipien demokratischer Gesellschaften, sie ist auch ein Eckpfeiler der Institution Universität.“ Auch internationale Partner der HRK wie die französische und die europäische Rektorenkonferenz kritisieren in aktuellen Stellungnahmen die Repressionen. Mehr dazu

Geflüchtete an Hochschulen: 7. HRK-Befragung zeigt Aufwärtstrend

Die Zahl der neu immatrikulierten Geflüchteten an deutschen Hochschulen entwickelt sich weiter positiv: Seit dem vergangenen Wintersemester ist sie von 3.000 auf fast 3.800 gestiegen. Seit Beginn der Befragung 2015 haben sich somit insgesamt 10.087 Geflüchtete neu immatrikuliert. Den Studienanfängern gelingt zunehmend der Schritt aus der Orientierungs- und Vorbereitungsphase in den fachlichen Studienbetrieb: Die Hochschulen verzeichnen Neueinschreibungen für hauptsächlich Bachelor-, aber auch Masterstudiengänge und für Promotionen. Mehr dazu

Forum for Academic Freedom: Deutsch-französische Erklärung zur Wissenschaftsfreiheit

Mit dem Forum for Academic Freedom startete die Allianz der Wissenschafts­organisationen ihre Veranstaltungsreihe anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Inkrafttretens des Grundgesetzes. Unter Federführung der Alexander von Humboldt-Stiftung verfolgte das Forum zwei Zielsetzungen. Die Allianz-Organisationen informierten gefährdete Wissenschaftler über Karrierewege im deutschen Wissenschaftssystem. Zugleich bot das Forum die Gelegenheit, sich im Dialog mit internationalen Partnern zur Bedrohung der akademischen Freiheit in einer Vielzahl von Staaten auszutauschen. Vor diesem Hintergrund veröffentlichten Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich verpflichten, ihren Einsatz zur Stärkung der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit auszubauen: „Unsere beiden europäischen Nationen glauben fest daran, dass die Redefreiheit und die Freiheit der Wissenschaft gewahrt bleiben müssen. […] [D]ie Freiheit der Wissenschaft ist die Voraussetzung für offene und freie Gesellschaften weltweit.“ Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Allianz-Organisationen wird die HRK am 24. Juni 2019 eine eigene Veranstaltung zur Wissenschaftsfreiheit durchführen.

Iran: Wissenschaftler Djalali wird in Haft medizinische Versorgung verwehrt

HRK-Präsident Peter-André Alt hat in einem offenen Brief das Staatsoberhaupt des Iran aufgefordert, den seit fast drei Jahren inhaftierten Wissenschaftler Dr. Ahmadreza Djalali unverzüglich aus der Haft zu entlassen. Die HRK folgt damit dem dringenden Aufruf von Scholars at Risk, Unterstützerschreiben an die iranische Regierung zu schicken. Scholars at Risk berichtet, dass Dr. Djalali trotz des dringenden Verdachts auf eine Leukämieerkrankung eine medizinische Versorgung verwehrt wird. Seit April 2016 befindet sich der in Schweden lebende Wissenschaftler in iranischer Haft. Im Oktober 2017 wurde Djalali zum Tode verurteilt. Sein Gesundheitszustand hat sich während der Haftzeit kontinuierlich verschlechtert. Mehr dazu

Ungarn: Regierung bringt Wissenschaftsakademie in Bedrängnis

In einem Brief an den ungarischen Innovationsminister haben neun deutsche Wissenschafts­organisationen, darunter die HRK, ihre Solidarität mit der Ungarischen Akademie der Wissenschaften ausgedrückt. Zuvor war der Akademie die Verwaltung eines Teils ihres Budgets nur unter Mitbestimmung des ungarischen Innenministeriums erlaubt worden. Die deutschen Forschungsorganisationen bringen in dem Brief, der unter Federführung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Leibniz-Gemeinschaft entstand, ihre Sorge zum Ausdruck, dass die Akademie durch den Verlust ihrer Autonomie finanziell und organisatorisch beschädigt wird. Mehr dazu