Aktuelles aus dem Serviceprojekt Internationale Hochschulrankings

Methodische Änderungen am THE World University Ranking aufgeschoben

(Juni 2020)

Die ursprünglich für das Jahr 2021 angekündigten methodischen Änderungen am THE World University Ranking (WUR) wurden um ein Jahr verschoben. Das sogenannte „WUR 3.0“ des Rankinganbieters Times Higher Education (THE) erscheint also voraussichtlich im September 2022. Als Begründung gibt Duncan Ross; Chief Data Scientist bei THE, in seinem Blog die Belastung der Hochschulen durch die Covid-19-Krise an:

„But in light of the Covid-19 pandemic and its impact on higher education, we don’t think this is the time to ask institutional research teams and data providers at universities to do additional work. We have, therefore, decided to delay implementation of any changes until the 2023 World University Rankings, which will be published in 2022. This will give us more time to discuss and consult on the potential changes (probably over Zoom).”

Weitere Informationen finden Sie hier.

Academic Freedom Index: Kritik an Hochschulrankings

(März 2020)

Der am 26. März veröffentlichte "Academic Freedom Index" (AFi) des Berliner Thinktanks "The Global Public Policy Institute" (GPPi), des "Scholars at Risk Network" sowie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und dem V-Dem Institute der Universität Göteborg legt ein Datenset zu Beurteilung der in einem Land gelebten Wissenschaftsfreiheit vor. Dieser vom DAAD begrüßte Bericht listet u.a. das Infragestellen von Hochschulrankings ("challenge university rankings") als eines seiner Ziele:

"Academic freedom must be resurrected as a key criterion for academic reputation and quality. AFi country scores can be used to improve established university rankings. At present, leading rankings narrowly define academic excellence and reputation as a function of outputs. As a result, institutions in repressive environments have climbed the reputation ladder and now occupy top ranks. They thereby mislead key stakeholders and make it possible for repressive state and higher education authorities to restrict academic freedom without incurring a reputational loss. If academic freedom levels featured in the calculations of those rankings, this would lower the chances for institutions constrained by such restrictive environments to improve their international reputations and attract academic talent – thereby changing the knowledge economy and offering a new incentive to safeguard academic freedom." (AFi, S. 5)

Die Autorinnen und Autoren betonen die herausragende Position, die Hochschulrankings, wie das ShanghaiRanking, das Times Higher Education World University Ranking, das QS World University Ranking sowie U-Multirank einnehmen könnten, um die Erkenntnisse aus dem AFi wirkungsmächtig zu verbreiten. Auf diese Weise könnten global Anreizstrukturen für eine Beförderung von Wissenschaftsfreiheit geschaffen werden. Die Autorinnen und Autoren fordern die Rankingagenturen dazu auf, den AFi-Score in die Berechnung Ihrer Rankingergebnisse einzubeziehen. Neben einem Berechnungsmodel schlagen sie vor, Einrichtungen könnten als Grundbedingung für eine Teilnahme am Ranking auf ein schriftliches Bekenntnis zur Wissenschaftsfreiheit verpflichtet werden.

Der AFi-Score basiert auf Experteneinschätzungen von 1810 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in fünf Kategorien:

  • freedom to research and teach
  • freedom of academic exchange and dissemination
  • institutional autonomy
  • campus integrity
  • freedom of academic and cultural expression.

Für die Umsetzung wurde das V-Dem Institute der Universität Göteborg beauftragt. Informationen zur Berechnungsmethodik hier. Der ganze Report mit Academic Freedom Index findet sich hier.

THE Europe Teaching Ranking wird nicht fortgesetzt

(Januar 2020)

Das Unternehmen Times Higher Education (THE) hat bekannt gegeben, dass es seinen europäischen Ableger des auf Lehre bezogenen Rankings, das „Europe Teaching Ranking“, eingestellt hat. Der THE Chief Knowledge Officer, Phil Baty, begründete dies am 23.12.2019 in einer E-Mail an teilnehmende Universitäten mit einem „sinkenden Appetit“ auf das auf Europa zentrierte Ranking. Die amerikanische und japanische Variante des Teaching Ranking würden derweil fortgesetzt. Trotz der Einstellung des Rankings steht es den europäischen Universitäten frei, die Studierendenbefragung durch THE zu unterstützen. Die Ergebnisse haben keinen Einfluss auf die anderen Rankings des Unternehmens. Jedoch stellt THE den partizipierenden Universitäten eine Auswertung der Ergebnisse in Aussicht.