Hochschulrecht

Hochschulrecht

Bundesrecht

Auf Bundesebene ist das Hochschulrahmengesetz in der Fassung vom 12.04.2007 geltendes Recht, jedoch können gem. Art. 125 a I 2 GG die Länder diese bundesrechtliche Regelung durch Landesrecht ersetzen. Lediglich im Bereich der Hochschulzulassung und der Hochschulabschlüsse ist die Gesetzgebungskompetenz gem. Art. 74 I Nr. 3 GG beim Bundesgesetzgeber verblieben. Dieser hat bisher davon keinen Gebrauch gemacht.

Der Senat der HRK hat in seiner 120. Sitzung am 13.3.2012 seine Erleichterung über die Einsicht der Koalitionsparteien in die Reformbedürftigkeit der Hochschulfinanzierung und die dargelegte Absicht, hier tätig werden zu wollen, erklärt.

Die Bundesregierung hat auf Vorlage des Bundesministerium für Bildung und Forschung am 30.05.2012 den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Artikel 91 b) vorgelegt. Danach soll der Art. 91 b Abs. 1 Nr. 2 GG durch Voranstellung der Wörter „Einrichtungen und“ wie folgt neu gefasst werden (Ergänzungen fett gedruckt):

Art. 91 b GG
(1) Bund und Länder können auf Grund von Vereinbarungen in Fällen überregionaler Bedeutung zusammenwirken bei der Förderung von:
1. Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung außerhalb von Hochschulen;
2. Einrichtungen und Vorhaben der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen;
3. Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten.
Vereinbarungen nach Satz 1 Nr. 2 bedürfen der Zustimmung aller Länder.
(…)

Mit dem vorgelegten Kabinettsentwurf einer Grundgesetzänderung von Art. 91 b soll der Bund künftig nicht nur befristete Vorhaben, sondern auch Einrichtungen der Hochschulen langfristig finanzieren können.
Diese Intention des Entwurfs und das in der Begründung erläuterte Bestreben, den Begriff „Einrichtungen“ weit zu verstehen und ihn nicht auf bestimmte Institutionen zu beziehen, entspricht den Forderungen des Senats. Nichtsdestotrotz ist zu erörtern, ob eine andere sprachliche Fassung des Art. 91 b GG dieses Ziel nicht rechtssicherer und eindeutiger erreichen würde.

Wie zum Beispiel auch von Professor Dr. Wolfgang Löwer in der Anhörung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages am 19. März 2012 ausgeführt, könnte das gewünschte Ziel rechtssicherer durch eine Streichung des Wortes „Vorhaben“ und eine Umwandlung des Begriffspaares „Wissenschaft und Forschung“ in das Begriffspaar „Forschung und Lehre an Hochschulen“ erreicht werden.

Dadurch würde die neu geschaffene institutionelle Fördermöglichkeit der Lehre klar formuliert werden. Darüber hinaus werden Interpretationsprobleme, die der Begriff „Einrichtungen“ schaffen würde, vermieden, so zum Beispiel, ob davon die gesamte Hochschule erfasst wäre oder nur eine einzelne Einrichtung an einer Hochschule.

Zu einer möglichen Grundgesetzänderung und zur Finanzierung der Hochschulen hat der HRK-Präsident am 24.10.2012 einen offenen Brief an die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder gesendet.

Landesrecht

Die Landesgesetzgeber haben von ihrer durch die Föderalismusreform zugestandenen Gesetzgebungskompetenz alle Gebrauch gemacht:

Baden-Württemberg:
Gesetz über die Hochschulen in Baden-Württemberg vom 1.1.2005, letzte berücksichtigte Änderung: § 20 geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 23.2.2016 (GBl. S. 108, 118)

Bayern:
Bayerisches Hochschulgesetz (BayHSchG) vom 23.5.2006 Vom 23.5.2006
(GVBl. S. 230) BayRS 2030-1-2-K (GVBl. S. 245, BayRS 2210-1-1-K), das zuletzt durch § 1 des Gesetzes vom 13.12.2016 (GVBl. S. 369) geändert worden ist

Bayerisches Hochschulpersonalgesetz (BayHSchPG) Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen sowie des weiteren wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an den Hochschulen vom 23.5.2006 (GVBl. S. 230) BayRS 2030-1-2-K, das zuletzt durch § 2 des Gesetzes vom 13.12.2016 (GVBl. S. 369) geändert worden ist

Berlin:
Gesetz über die Hochschulen im Land Berlin (Berliner Hochschulgesetz - BerlHG) in der Fassung vom 26.7.2011, letzte berücksichtigte Änderung: § 34b geändert durch Artikel 4 des Gesetzes vom 9.5.2016 (GVBl. S. 226)

Brandenburg:
Gesetz über die Hochschulen des Landes Brandenburg (BbgHG) vom 28.4.2014 (GVBl. I Brandenburg 25.2014, 18, S. 1 ff.), geänd. durch Gesetz vom 1.7.2015 (GVBl. I 26.2015, 18, S. 1 ff.)

Bremen:
Bremisches Hochschulgesetz vom 09.05.2007 (GBl. Bremen 2007, 31, S. 339 ff.), zul. geänd. durch Gesetz vom 22.3.2016 (GBl. Bremen 2016, 35, S. 203)

Hamburg:
Hamburgisches Hochschulgesetz (HmbHG) vom 18.7.2001, letzte berücksichtigte Änderung: §§ 16, 24 geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 4.4.2017 (HmbGVBl. S. 99)

Hessen:
Hessisches Hochschulgesetz über die Hochschulen vom 14.12.2009 (GVBl. I S. 666), Zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 30.11.2015 (GVBl. S. 510)

  • TU-Darmstadt-Gesetz: Gesetz zur organisatorischen Fortentwicklung der Technischen Universität Darmstadt (TUD-Gesetz) vom 5.12.2004 (GVBl. I S. 382), zuletzt geändert durch Gesetz vom 30.11.2015 (GVBl. S. 510)

Mecklenburg-Vorpommern:
Gesetz über die Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Landeshochschulgesetz - LHG M-V) in der Fassung der Bekanntmachung vom 25.1.2011, letzte berücksichtigte Änderung: §§ 4, 88, 104d geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 11.7.2016 (GVOBl. M-V S. 550, 557)

Niedersachsen:
Niedersächsisches Hochschulgesetz (NHG) in der Fassung vom 26.2.2007, letzte berücksichtigte Änderung: § 55 a geändert durch Artikel 12 des Gesetzes vom 20.12.2016 (Nds. GVBl. S. 308)

Nordrhein-Westfalen:
Gesetz über die Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (Hochschulgesetz - HG) vom 16.9.2014 in der Fassung vom 28.12.2016

Gesetz über die Kunsthochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen
(Kunsthochschulgesetz – KunstHG: Art. 1 des Gesetzes zur Neuregelung des Kunsthochschulrechts) vom 13.3.2008 (GVBl. Nordrhein-Westfalen 62.2008, 10, S. 195 ff.), zul. geänd. durch Gesetz vom 14.6.2016 (GVBl. Nordrhein-Westfalen 70.2016, 18, S. 310 ff.)

Rheinland-Pfalz:
Hochschulgesetz Rheinland-Pfalz (HochSchG) in der Fassung vom 19.11.2010, letzte berücksichtigte Änderung: mehrfach geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 2.3.2017 (GVBl. S. 17)

Saarland:
Saarländisches Hochschulgesetz (SHSG: Art. 1 des Gesetzes Nr. 1905 zur Neuregelung des Saarländischen Hochschulrechts) vom 30.11.2016 (ABl. I Saarland 2016, 47, S. 1080 ff.)

Gesetz über die Hochschule der Bildenden Künste - Saar (Kunsthochschulgesetz - KhG: Art. 1 des Gesetzes Nr. 1708 über die Hochschule der Bildenden Künste Saar und die Hochschule für Musik Saar) vom 04.05.2010 (ABl. I Saarland 2010, 14, S. 1176 ff., berichtigt in ABl. I Saarland 2010, 30, S. 1378), geänd. durch Gesetz vom 28.8.2013 (ABl. I Saarland 2013, 21, S. 274 ff.)

Gesetz über die Hochschule für Musik Saar (Musikhochschulgesetz - MhG: Art. 2 des Gesetzes Nr. 1708 über die Hochschule der Bildenden Künste Saar und die Hochschule für Musik Saar) vom 4.5.2010 (ABl. I Saarland 2010, 14, S. 1176 ff.), geänd. durch Gesetz vom 28.8.2013 (ABl. I Saarland 2013, 21, S. 274 ff.)

Sachsen:
Sächsisches Hochschulfreiheitsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 15.1.2013 (SächsGVBl. S. 3), das zuletzt durch Artikel 11 des Gesetzes vom 29.4.2015 (SächsGVBl. S. 349) geändert worden ist

Sachsen-Anhalt:
Hochschulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 14.12.2010, zul. geänd. durch Gesetz vom 25.2.2016 (GVBl. Sachsen-Anhalt 27.2016,7, S. 89 ff.)

Schleswig-Holstein:
Gesetz über die Hochschulen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Hochschulgesetz - HSG) in der Fassung vom 5.2.2016, letzte berücksichtigte Änderung 14.3.2017 (GVOBl. S. 142)

Thüringen:
Thüringer Hochschulgesetz (ThürHG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 13.9.2016 (GVBl. Thüringen 2016, 8, S. 437 ff.)

Kontakt

Henning Rockmann
Tel.: +49 30 206292-13
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