Iran: Wissenschaft fordert bedingungslose Freilassung von Djalali

30.11.2020 Die Allianz der deutschen Wissenschafts­organisationen setzt sich vehement für die Freilassung des schwedisch-iranischen Wissenschaftlers Ahmadreza Djalali ein, dessen Hinrichtung in iranischer Haft droht. Mit ihrer Stellungnahme schloss sich die Allianz Anfang dieser Woche dem offenen Brief von HRK-Präsident Peter-André Alt an Ayatollah Ali Khamenei, den Obersten Führer des Iran, an. Der gemeinsamen Erklärung zufolge seien nachhaltige Auswirkungen auf die deutsch-iranischen Wissenschaftsbeziehungen unausweichlich, sollte Djalali nicht verschont werden. Zuletzt berichtete Scholars at Risk (SaR), dass die unmittelbar bevorstehende Hinrichtung – allerdings nur um wenige Tage – verschoben sei. Auch das ZDF heute-journal berichtete über den Fall. Das Netzwerk ruft Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen dazu auf, sich etwa über Stellungnahmen, Social Media und die Briefe an die iranische Regierung für die Freilassung Djalalis einzusetzen (mehr). 


Iran: HRK-Präsident fordert Freilassung von Wissenschaftler

27.11.2020 Amnesty International und Scholars at Risk berichten aktuell übereinstimmend, dass die Hinrichtung des seit April 2016 im Iran inhaftierten schwedisch-iranischen Wissenschaftlers Ahmadreza Djalali unmittelbar bevorsteht. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung setzt sich HRK-Präsident Peter-André Alt in einem offenen Brief an die iranische Regierung abermals dafür ein, das Todesurteil gegen Dhjalali aufzuheben und ihn unverzüglich freizulassen. Der Iran sei im Begriff, die bewährte deutsch-iranische Hochschulzusammenarbeit aufs Spiel zu setzen und der internationalen akademischen Gemeinschaft den Rücken zuzukehren, erklärte Alt. Nachdrücklich unterstützt die HRK den dringenden Aufruf von Scholars at Risk, Unterstützerschreiben für Ahmadreza Djalali an die iranische Regierung zu senden. Die HRK hat sich bereits mehrmals gegenüber der iranischen Staatsführung für eine Freilassung von Ahmadreza Djalali eingesetzt. Laut der HRK-Datenbank www.internationale-hochschulkooperationen.de unterhalten deutsche Hochschulen derzeit 79 Kooperationen mit iranischen Partnern (mehr). 

Trauer um Opfer bei Terrorangriff auf die Universität Kabul

03.11.2020 Erneut ist eine Hochschule zur Zielscheibe einer Terrorattacke geworden. Im Namen ihrer Mitgliedshochschulen verurteilt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) den gestrigen Angriff auf die Universität Kabul, bei dem laut Medienberichten 22 Hochschulangehörige getötet und ebenso viele verletzt wurden, auf das Schärfste. „Angriffe auf Hochschulen und ihre Angehörigen sind immer auch Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit und das freie Denken. Diese Attacken zielen darauf ab, die erreichten Erfolge in der zivilen Entwicklung Afghanistans zunichtezumachen“, so HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt. „Den Opfern der Terrorattacke gilt unser Gedenken, ihren Angehörigen und den Mitgliedern der Universität unser Mitgefühl.“ Die Universität Kabul als älteste Universität Afghanistans hat einen wesentlichen Anteil am immer noch andauernden Wiederaufbau des Landes nach dem Ende des Bürgerkrieges und der Taliban-Herrschaft. Deutsche Hochschulen kooperieren intensiv mit der Universität, darunter einige seit vielen Dekaden.


Hochschulrektorenkonferenz in Sorge um Angehörige belarussischer Hochschulen

02.11.2020 Die Hochschulrektorenkonferenz schließt sich dem heute veröffentlichten Appell der European University Association (EUA) und der European Students’ Union (ESU) ausdrücklich an. „Die jüngsten Drohungen von Aleksandr Lukaschenko gegenüber Studierenden und Lehrkräften belarussischer Hochschulen, die sich an den Protesten gegen die Fortsetzung seiner Präsidentschaft beteiligten, versetzen uns in große Sorge“, so HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt. „Sie stellen eine akute Gefahr für die belarussischen Hochschulangehörigen und die akademische Freiheit der dortigen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen dar. Die Hochschulrektorenkonferenz appelliert an ihre Mitgliedshochschulen und Partner im Inland und Ausland, ihre Solidarität mit den friedlich protestierenden Hochschulangehörigen in Belarus offen zu bekunden.“


Urteil: Ungarisches Hochschulgesetzt verstößt gegen EU-Recht

Die Richter am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg urteilten am Dienstag, dass das ungarische Hochschulgesetz aus dem Jahr 2017 unter anderem auch gegen europäische Grundrechte verstößt. Infolge des Gesetzes musste die Central European University (CEU) 2019 die in den USA akkreditierten Master- und Promotionsprogramme aus Budapest nach Wien verlegen. Die HRK hatte in der Vergangenheit das Vorgehen der ungarischen Regierung mehrmals öffentlich kritisiert.


Ungarn: Rektorenkonferenzen protestieren gegen Eingriffe in Wissenschaftsfreiheit

18.9.2020 Zusammen mit fünf weiteren europäischen Rektorenkonferenzen des Netzwerks Universities for Enlightenment erklärt sich die HRK solidarisch mit den Studierenden und Lehrkräften der Universität für Theater und Film in Budapest, die gegen die Einsetzung eines externen Rates protestieren, auf den die ungarische Regierung die Verwaltungsbefugnisse übertragen und die bisherige Leitung entmachtet hat. Die sechs Rektorenkonferenzen aus Deutschland, Österreich (uniko und FHK), Polen (KRASP), Slowenien (RKRS) und der Tschechischen Republik (CRC) werten das Vorgehen der ungarischen Regierung als erneute Verletzung der akademischen Freiheit und als Eingriff in die Autonomie der Hochschulen in Ungarn. In einer gemeinsamen Erklärung (PDF, 1 Seite) appellieren die Rektorenkonferenzen an die ungarische Regierung, die volle Autonomie der Universität für Theater und Film wiederherzustellen.


Belarus: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler protestieren gegen staatliche Repressionen

18.9.2020 In einer von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde initiierten gemeinsamen Erklärung fordern Vertreterinnen und Vertreter aus dem Wissenschaftsbereich ein Ende der staatlichen Repressionen gegen Studierende und Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Belarus. HRK-Präsident Peter-André Alt gehört zu den Erstunterzeichnenden. In Belarus gehen die staatlichen Organe mit großer Härte gegen die Demonstrationen im Nachgang zu den Präsidentschaftswahlen vor. Seit Beginn des Wintersemesters sind auch Studierende, Dozentinnen und Dozenten betroffen. Dabei dringen Sicherheitskräfte – ohne Hoheitsabzeichen und Uniformen – in die Gebäude der Universitäten ein, um dort meist willkürlich aber teilweise auch gezielt Studierende und Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zu verprügeln und zu verhaften. Der Staat setzt die Universitätsleitungen unter Druck, damit diese die freie Meinungsäußerung an den Hochschulen mit Sanktionsdrohungen unterbinden.


Appell an ungarische Regierung erneute Einschränkung von Hochschulautonomie aufzuheben

15.9.2020 Zusammen mit fünf weiteren europäischen Rektorenkonferenzen des Netzwerks Universities for Enlightenment erklärte sich die HRK solidarisch mit den Studierenden und Lehrkräften der Universität für Theater und Film in Budapest, die gegen die Einsetzung eines externen Rates protestieren, auf den die ungarische Regierung die Verwaltungsbefugnisse übertragen und die bisherige Leitung entmachtet hat. Die sechs Rektorenkonferenzen aus Deutschland (HRK), Österreich (uniko und FHK), Polen (KRASP), Slowenien (RKRS) und der Tschechischen Republik (CRC) werten das Vorgehen der ungarischen Regierung als eine erneute Verletzung der akademischen Freiheit und als einen Eingriff in die Autonomie der Hochschulen in Ungarn, nachdem 2019 die Central European University (CEU) teilweise nach Österreich übersiedeln musste und die Autonomie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften drastisch eingeschränkt wurde. Die Rektorenkonferenzen appellieren an die ungarische Regierung, die volle Autonomie der Universität für Theater und Film wiederherzustellen. Mehr dazu


Debattenkultur in Deutschland und den USA

24.6.2020 Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten die virtuelle Veranstaltung zur Diskussionskultur an Hochschulen, zu der die HRK gemeinsam mit The University of Chicago geladen hatte. Auch wenn die Grenzen der freien Rede auf dem Campus von den Diskutanten aus den USA und Deutschland unterschiedlich gesetzt wurden, bestand Einigkeit darüber, dass die Redefreiheit unverzichtbarer unü zu schützender Kernbestandteil der Universitätskultur ist. In ihrem Vortrag „Debate and Democracy: Universities Today“ hob Professorin Susanne Baer, Richterin des Bundesverfassungsgerichts, auch die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen hervor. Der Mitschnitt der Veranstaltung ist online verfügbar. Mehr dazu


Academic Freedom Index (AFi) publiziert

27.3.2020 Im Rahmen des „2020 Virtual Global Congress“ des Scholars at Risk Network wurde der Academic Freedom Index (AFi) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Er ist Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Universität Erlangen-Nürnberg, des V-Dem Institute Göteborg, des Global Public Policy Institute Berlin und des internationalen Netzwerks Scholars at Risk. Der AFi analysiert die Umsetzung von fünf Hauptkomponenten akademischer Freiheit in einer Vielzahl von Staaten. Die Publikation ermöglicht vornehmlich zwei Dinge: Die Entwicklung akademischer Freiheiten in einzelnen Ländern von 1900 bis in die Gegenwart nachzuvollziehen und die Umsetzung akademischer Freiheiten in verschiedenen Staaten miteinander zu vergleichen. Der Index richtet sich an eine breite Leserschaft und soll u.a. Politiker, Hochschulleitungen, Wissenschaftler und Studenten informieren. Ziel ist es, den akademischen Freiheiten in der internationalen Hochschulzusammenarbeit einen größeren Stellenwert zuzuweisen. U. a. fordern die Verfasser die Gewährleistung akademischer Freiheiten bei der Erstellung internationaler Rankings zu berücksichtigen. Mehr dazu


Netzwerktreffen: „Universities for Enlightenment“ treten für akademische Freiheit und Hochschulautonomie ein

17.1.2020 Auf Einladung der österreichischen Rektorenkonferenz tagte in dieser Woche das Netzwerk „Universities for Enlightenment“ in Wien. Der Austausch unter den beteiligten zehn europäischen Rektorenkonferenzen zeigte, dass vielerorts das Vertrauen in die Hochschulen und die Wissenschaft unterminiert und in zunehmendem Maße ein faktenbasierter Dialog widerstreitender Positionen verweigert wird. Die anwesenden Vertreter aus Kroatien, Österreich, Polen, der Schweiz, Serbien, der Slowakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik und Deutschland waren sich darin einig, dass ein proaktives Vorgehen vonnöten sei, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Die Hochschulen müssten offensiv für die akademische Freiheit eintreten. Ebenso wichtig sei es, das Vertrauen der Gesellschaft in die Wissenschaft zu stärken, indem die Integrität von Forschung und Lehre gewahrt bleibe und Forscher sich gesellschaftlich engagierten. Mehr dazu


Wandel der politischen Kultur gefährdet Wissenschaftsfreiheit

Thomas Mann House, © VATMH e.V./ Foto: Mike Kelley
Thomas Mann House
© VATMH e.V./ Foto: Mike Kelley

28.8.2019 Populismus, Nationalismus und neue Formen aggressiver Zuspitzung gewinnen seit einigen Jahren wachsenden Einfluss auf die politische Kultur im Westen. Wesentliche Werte der liberalen Demokratie wie Meinungsfreiheit und Toleranz werden offensiv in Frage gestellt. Welche Konsequenzen aus dieser Radikalisierung für die Wissenschaft in Deutschland und den USA folgen, stand im Mittelpunkt einer zweitägigen Veranstaltung im Thomas Mann House in Los Angeles. Mehr dazu

Rektorenkonferenzen appellieren an Ungarns Regierung

19.7.2019 Die Rektorenkonferenzen aus Deutschland, Österreich und Polen sind besorgt über das neue Gesetz, mit dem die Ungarische Akademie der Wissenschaften umstrukturiert werden soll. Die Maßnahmen ermöglichen direkte staatliche Kontrolle, streichen das operative Budget und bedrohen dadurch die institutionelle Autonomie und akademische Freiheit. Dieses Vorgehen verletzt international akzeptierte Prinzipien der akademischen Freiheit und der Selbstverwaltung wissenschaftlicher Einrichtungen. Es unterminiert die ungarische Grundlagenforschung und gefährdet Ungarns starke internationale Forschungspartnerschaften. Die Intervention der Regierung bedeutet einen klaren Bruch mit den Prinzipien eines demokratischen Europas, zu denen wesentlich auch die Freiheit der Wissenschaft gehört. Mehr dazu

Forum for Academic Freedom: Deutsch-französische Erklärung zur Wissenschaftsfreiheit

18.3.2019 Mit dem Forum for Academic Freedom startete die Allianz der Wissenschafts­organisationen ihre Veranstaltungsreihe anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Inkrafttretens des Grundgesetzes. Unter Federführung der Alexander von Humboldt-Stiftung verfolgte das Forum zwei Zielsetzungen. Die Allianz-Organisationen informierten gefährdete Wissenschaftler über Karrierewege im deutschen Wissenschaftssystem. Zugleich bot das Forum die Gelegenheit, sich im Dialog mit internationalen Partnern zur Bedrohung der akademischen Freiheit in einer Vielzahl von Staaten auszutauschen. Vor diesem Hintergrund veröffentlichten Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich verpflichten, ihren Einsatz zur Stärkung der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit auszubauen: „Unsere beiden europäischen Nationen glauben fest daran, dass die Redefreiheit und die Freiheit der Wissenschaft gewahrt bleiben müssen. […] [D]ie Freiheit der Wissenschaft ist die Voraussetzung für offene und freie Gesellschaften weltweit.“

Im Zeichen der Aufklärung

Wiener Erklärung „Universites for Enlightenment“

Dezember 2018/März 2019 Am 13. Dezember 2018 unterzeichneten Präsidentinnen und Präsidenten von zehn europäischen Rektorenkonferenzen aus Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien und der Tschechischen Republik in Wien eine gemeinsame Erklärung für Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie. Sie betonten darin die die unverzichtbare Bedeutung von akademischer Freiheit, wissenschaftlicher Integrität in Lehre und Forschung sowie der Autonomie der Hochschulen. Sie bekräftigten zugleich die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen, die gerade angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Tendenzen in vielen Ländern umso dringlicher wahrgenommen werden müsse. Die Wiener Erklärung ist zugleich der Initialpunkt weiterer gemeinsamer Aktivitäten, um dieses wichtige Anliegen zu unterstützen. So starteten die Unterzeichner die Kampagne „Universities vote for Europe“, um zur Beteiligung an der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai 2019 zu motivieren. Die Erklärung und weitere Informationen sind auf der Website der Initiative verfügbar.

Living Values: Instrumentenkasten für Grundwertediskussion

18.9.2018 Das neue Living Values-Projekt des Magna Charta Observatory stellt für Hochschulen online einen Instrumentenkasten bereit, mit dessen Hilfe sie hochschulinterne Diskussionsprozesse zu ihren institutionellen Grundwerten anstoßen können. Anlass des Launches ist das dreißigjährige Jubiläum der Magna Charta Universitatum, die mittlerweile von knapp 900 Hochschulen in über 80 Ländern unterzeichnet wurde, darunter bislang 37 deutsche Hochschulen. Sie enthält das Bekenntnis zu akademischer Freiheit und institutioneller Autonomie als Leitlinien für Selbstverständnis und Governance der Unterzeichner.

Zur Freiheit der Rede an Universitäten

5.9.2018 „Demokratien basieren auch auf freien Universitäten, und umgekehrt basiert die Freiheit der Universitäten auf einer funktionierenden demokratischen Gesellschaftsordnung.“ Mit diesen Worten skizzierte HRK-Präsident Peter-André Alt das Wechselverhältnis von akademischer Freiheit und Demokratie im Rahmen eines einführenden Vortrags am Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus in New York. Gegenstand der anschließenden Podiumsdiskussion war die aktuelle Auseinandersetzung um die Grenzen und Rahmenbedingungen der Freiheit der Rede in Universitäten, wie sie derzeit insbesondere in den USA geführt wird. Der HRK-Präsident bezeichnete ein klares Bekenntnis zur Freiheit der Rede als zentralen Baustein des Selbstverständnisses deutscher Universitäten. Mehr dazu

HRK-Präsident unterstützt den March for Science

13.4.2018 Auch in diesem Jahr unterstützt der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler, den March for Science. „Als Wissenschaftler und als Repräsentant der Hochschulen beteilige ich mich mit großer Überzeugung. Den Organisatorinnen und Organisatoren dieser wirklichen Basisbewegung gilt mein Respekt und mein Dank für ihr Engagement“, sagte Hippler. Mehr dazu