Appell an ungarische Regierung erneute Einschränkung von Hochschulautonomie aufzuheben

15.9.2020 Zusammen mit fünf weiteren europäischen Rektorenkonferenzen des Netzwerks Universities for Enlightenment erklärte sich die HRK solidarisch mit den Studierenden und Lehrkräften der Universität für Theater und Film in Budapest, die gegen die Einsetzung eines externen Rates protestieren, auf den die ungarische Regierung die Verwaltungsbefugnisse übertragen und die bisherige Leitung entmachtet hat. Die sechs Rektorenkonferenzen aus Deutschland (HRK), Österreich (uniko und FHK), Polen (KRASP), Slowenien (RKRS) und der Tschechischen Republik (CRC) werten das Vorgehen der ungarischen Regierung als eine erneute Verletzung der akademischen Freiheit und als einen Eingriff in die Autonomie der Hochschulen in Ungarn, nachdem 2019 die Central European University (CEU) teilweise nach Österreich übersiedeln musste und die Autonomie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften drastisch eingeschränkt wurde. Die Rektorenkonferenzen appellieren an die ungarische Regierung, die volle Autonomie der Universität für Theater und Film wiederherzustellen. Mehr dazu

Debattenkultur in Deutschland und den USA

24.6.20 Rund 200 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die virtuelle Veranstaltung zur Diskussionskultur an Hochschulen, zu der die HRK gemeinsam mit The University of Chicago geladen hatte. Auch wenn die Grenzen der freien Rede auf dem Campus von den Diskutanten aus den USA und Deutschland unterschiedlich gesetzt wurden, bestand Einigkeit darüber, dass die Redefreiheit unverzichtbarer unü zu schützender Kernbestandteil der Universitätskultur ist. In ihrem Vortrag „Debate and Democracy: Universities Today“ hob Professorin Susanne Baer, Richterin des Bundesverfassungsgerichts, auch die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen hervor. Der Mitschnitt der Veranstaltung ist online verfügbar. Mehr dazu

Academic Freedom Index (AFi) publiziert

27.3.2020 Im Rahmen des „2020 Virtual Global Congress“ des Scholars at Risk Network wurde der Academic Freedom Index (AFi) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Er ist Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Universität Erlangen-Nürnberg, des V-Dem Institute Göteborg, des Global Public Policy Institute Berlin und des internationalen Netzwerks Scholars at Risk. Der AFi analysiert die Umsetzung von fünf Hauptkomponenten akademischer Freiheit in einer Vielzahl von Staaten. Die Publikation ermöglicht vornehmlich zwei Dinge: Die Entwicklung akademischer Freiheiten in einzelnen Ländern von 1900 bis in die Gegenwart nachzuvollziehen und die Umsetzung akademischer Freiheiten in verschiedenen Staaten miteinander zu vergleichen. Der Index richtet sich an eine breite Leserschaft und soll u.a. Politiker, Hochschulleitungen, Wissenschaftler und Studenten informieren. Ziel ist es, den akademischen Freiheiten in der internationalen Hochschulzusammenarbeit einen größeren Stellenwert zuzuweisen. U. a. fordern die Verfasser die Gewährleistung akademischer Freiheiten bei der Erstellung internationaler Rankings zu berücksichtigen. Mehr dazu

Wandel der politischen Kultur gefährdet Wissenschaftsfreiheit

Thomas Mann House, © VATMH e.V./ Foto: Mike Kelley
Thomas Mann House
© VATMH e.V./ Foto: Mike Kelley

28.8.2019 Populismus, Nationalismus und neue Formen aggressiver Zuspitzung gewinnen seit einigen Jahren wachsenden Einfluss auf die politische Kultur im Westen. Wesentliche Werte der liberalen Demokratie wie Meinungsfreiheit und Toleranz werden offensiv in Frage gestellt. Welche Konsequenzen aus dieser Radikalisierung für die Wissenschaft in Deutschland und den USA folgen, stand im Mittelpunkt einer zweitägigen Veranstaltung im Thomas Mann House in Los Angeles. Mehr dazu

Rektorenkonferenzen appellieren an Ungarns Regierung

19.7.2019 Die Rektorenkonferenzen aus Deutschland, Österreich und Polen sind besorgt über das neue Gesetz, mit dem die Ungarische Akademie der Wissenschaften umstrukturiert werden soll. Die Maßnahmen ermöglichen direkte staatliche Kontrolle, streichen das operative Budget und bedrohen dadurch die institutionelle Autonomie und akademische Freiheit. Dieses Vorgehen verletzt international akzeptierte Prinzipien der akademischen Freiheit und der Selbstverwaltung wissenschaftlicher Einrichtungen. Es unterminiert die ungarische Grundlagenforschung und gefährdet Ungarns starke internationale Forschungspartnerschaften. Die Intervention der Regierung bedeutet einen klaren Bruch mit den Prinzipien eines demokratischen Europas, zu denen wesentlich auch die Freiheit der Wissenschaft gehört. Mehr dazu

Forum for Academic Freedom: Deutsch-französische Erklärung zur Wissenschaftsfreiheit

18.3.2019 Mit dem Forum for Academic Freedom startete die Allianz der Wissenschafts­organisationen ihre Veranstaltungsreihe anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Inkrafttretens des Grundgesetzes. Unter Federführung der Alexander von Humboldt-Stiftung verfolgte das Forum zwei Zielsetzungen. Die Allianz-Organisationen informierten gefährdete Wissenschaftler über Karrierewege im deutschen Wissenschaftssystem. Zugleich bot das Forum die Gelegenheit, sich im Dialog mit internationalen Partnern zur Bedrohung der akademischen Freiheit in einer Vielzahl von Staaten auszutauschen. Vor diesem Hintergrund veröffentlichten Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich verpflichten, ihren Einsatz zur Stärkung der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit auszubauen: „Unsere beiden europäischen Nationen glauben fest daran, dass die Redefreiheit und die Freiheit der Wissenschaft gewahrt bleiben müssen. […] [D]ie Freiheit der Wissenschaft ist die Voraussetzung für offene und freie Gesellschaften weltweit.“

Im Zeichen der Aufklärung

Wiener Erklärung „Universites for Enlightenment“

Dezember 2018/März 2019 Am 13. Dezember 2018 unterzeichneten Präsidentinnen und Präsidenten von zehn europäischen Rektorenkonferenzen aus Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien und der Tschechischen Republik in Wien eine gemeinsame Erklärung für Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie. Sie betonten darin die die unverzichtbare Bedeutung von akademischer Freiheit, wissenschaftlicher Integrität in Lehre und Forschung sowie der Autonomie der Hochschulen. Sie bekräftigten zugleich die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen, die gerade angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Tendenzen in vielen Ländern umso dringlicher wahrgenommen werden müsse. Die Wiener Erklärung ist zugleich der Initialpunkt weiterer gemeinsamer Aktivitäten, um dieses wichtige Anliegen zu unterstützen. So starteten die Unterzeichner die Kampagne „Universities vote for Europe“, um zur Beteiligung an der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai 2019 zu motivieren. Die Erklärung und weitere Informationen sind auf der Website der Initiative verfügbar.

Living Values: Instrumentenkasten für Grundwertediskussion

18.9.2018 Das neue Living Values-Projekt des Magna Charta Observatory stellt für Hochschulen online einen Instrumentenkasten bereit, mit dessen Hilfe sie hochschulinterne Diskussionsprozesse zu ihren institutionellen Grundwerten anstoßen können. Anlass des Launches ist das dreißigjährige Jubiläum der Magna Charta Universitatum, die mittlerweile von knapp 900 Hochschulen in über 80 Ländern unterzeichnet wurde, darunter bislang 37 deutsche Hochschulen. Sie enthält das Bekenntnis zu akademischer Freiheit und institutioneller Autonomie als Leitlinien für Selbstverständnis und Governance der Unterzeichner.

Zur Freiheit der Rede an Universitäten

5.9.2018 „Demokratien basieren auch auf freien Universitäten, und umgekehrt basiert die Freiheit der Universitäten auf einer funktionierenden demokratischen Gesellschaftsordnung.“ Mit diesen Worten skizzierte HRK-Präsident Peter-André Alt das Wechselverhältnis von akademischer Freiheit und Demokratie im Rahmen eines einführenden Vortrags am Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus in New York. Gegenstand der anschließenden Podiumsdiskussion war die aktuelle Auseinandersetzung um die Grenzen und Rahmenbedingungen der Freiheit der Rede in Universitäten, wie sie derzeit insbesondere in den USA geführt wird. Der HRK-Präsident bezeichnete ein klares Bekenntnis zur Freiheit der Rede als zentralen Baustein des Selbstverständnisses deutscher Universitäten. Mehr dazu

HRK-Präsident unterstützt den March for Science

13.4.2018 Auch in diesem Jahr unterstützt der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler, den March for Science. „Als Wissenschaftler und als Repräsentant der Hochschulen beteilige ich mich mit großer Überzeugung. Den Organisatorinnen und Organisatoren dieser wirklichen Basisbewegung gilt mein Respekt und mein Dank für ihr Engagement“, sagte Hippler. Mehr dazu