Europäische Hochschulpolitik

Europäische Hochschulpolitik

Die Bologna-Erklärung vom Juni 1999 leitete eine Reihe von Reformen ein, die darauf zielten, die europäischen Hochschulsysteme kompatibler und vergleichbarer, wettbewerbsfähiger und attraktiver zu machen, und zwar für die Europäer ebenso wie für Studierende und Wissenschaftler aus anderen Kontinenten. Mittlerweile haben
47 Länder die Erklärung unterzeichnet und sich zur Durchführung ähnlicher Reformen verpflichtet. Die drei wichtigsten Ziele waren von Anfang an diese:

  • Einführung einer zweistufigen Studienstruktur (Bachelor / Master)
  • Qualitätssicherung im Hochschulwesen
  • bessere Vergleichbarkeit und damit leichtere Anerkennung von ausländischen Studienabschlüssen

Die Ministerinnen und Minister für Hochschulbildung der Bologna-Staaten treffen sich regelmäßig, um die erzielten Fortschritte zu messen und das weitere Vorgehen abzusprechen. Nach Bologna (1999) trafen sie sich in Prag (2001), Berlin (2003), Bergen (2005), London (2007), Leuven / Louvain-la-Neuve, Belgien (April 2009), Budapest und Wien (2010), Bukarest (April 2012) und am 14./15. Mai 2015 in Eriwan (Armenien).

Die nächste Ministerkonferenz findet 2018 in Frankreich statt.

Im Lauf der Jahre wurden einige der ursprünglichen Ziele konkretisiert und neue kamen hinzu, etwa die soziale Dimension, Lebenslanges Lernen, Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen, studierendenzentrierte Lehre, die internationale Dimension von Bologna, Transparenzinstrumente usw.

Zentrale Punkte des Yerevan Communiqué (Eriwan, Mai 2015) sind der Ausbau der Studierendenzentrierung der Lehre, die Schaffung flexibler und transparenter Lernpfade und die Förderung einer Hochschulbildung, die die Beschäftigungsbefähigung der Absolventinnen und Absolventen in sich schnell verändernden Arbeitsmärkten stärkt. Die Forderung nach mehr Inklusion an den Hochschulen wurde in dem gemeinsam verabschiedeten Ministerkommuniqué besonders betont.

Neben dem Kommuniqué wurden auch weitere Dokumente verabschiedet. Dabei handelt es sich zum einen um die überarbeitete Fassung der „Standards and Guidelines for Quality Assurance in the European Higher Education Area (ESG)“, die die Grundlage für die Gestaltung der Qualitätssicherung bilden. Außerdem haben die Ministerinnen und Minister den "European Approach for Quality Assurance of Joint Programmes" verabschiedet, der die grenzüberschreitende Akkreditierung vereinfachen wird, und den neuen "ECTS Users' Guide", der Erleichterungen bei Mobilität und Anrechnung mit sich bringen soll.

Hintergrundstudien zu den Fortschritten, die seit 2012 gemacht wurden, können Sie auf den Internetseiten der European University Association (EUA) und von Eurydice finden.

Ausführliche Informationen zu den Zielen und der Geschichte des Bologna-Prozesses finden sich auf der offiziellen Website des Europäischen Hochschulraums.

Die HRK hat die deutschen Hochschulen seit vielen Jahren in diesem europäischen Reformprozess unterstützt, und zwar durch mehrere vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekte:

Kontakt

Christian Tauch
Tel.: +49 228 887-140
tauchnospam-hrk.de