Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die deutschen Hochschulen

Auflagen und Regelungen der Bundesländer

Zur Unterstützung der bundesweiten Maßnahmen gegen die gegenwärtige Coronavirus-Pandemie (Covid-19-Infektion) haben die Bundesländer Mitte März 2020 in Absprache mit den Hochschulen verschiedene Auflagen und Regelungen verfügt oder empfohlen, die darauf abzielen, einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 entgegenzuwirken. Zentrale Maßnahme ist dabei die sofortige Aussetzung des laufenden bzw. die Verschiebung des anstehenden Vorlesungsbetriebs im Sommersemester 2020 bis mindestens nach Ostern.

Bislang für die Hochschulen beschlossene Maßnahmen der einzelnen Bundesländer

Bislang für die Hochschulen beschlossene Maßnahmen der einzelnen Bundesländer

Nachstehend finden Sie eine Linksammlung zu den von den Ländern bislang für die Hochschulen beschlossenen Maßnahmen (Stand: 25.3.2020). Die HRK kann keine Gewähr für die Vollständigkeit und aktuelle Gültigkeit der Angaben übernehmen; die Pflege der nachstehend verlinkten Websites und der dort z.T. fortlaufend aktualisierten bzw. konkretisierten Inhalte obliegt dem jeweiligen Bundesland:

Baden-Württemberg
Aussetzung bzw. Verschiebung des Studienbetriebs (inklusive Prüfungen) bis einschließlich 19.4.2020; die Hochschulen sind aber nicht grundsätzlich geschlossen. Online-Vorlesungen dürfen bereits vor dem 19.4. beginnen.

Bayern
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020; Prüfungen sollen, "wo immer es möglich und zumutbar ist", gleichfalls verschoben werden.

Berlin
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020; ferner Absage aller Konferenzen, Tagungen und Veranstaltungen (auch Dritter) an den Hochschulen bis zum 20.7.2020. Seit dem 20.3.2020 (Dienstschluss) ist der Betrieb an den Berliner Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zudem "bis auf weiteres auf einen Präsenznotbetrieb beschränkt".

Brandenburg
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020; seit dem 23. bzw. 24.3.2020 befinden sich die Hochschulen "bis auf Weiteres" im Präsenznotbetrieb.

Bremen
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis "einschließlich 17. April 2020" (d.h. bis 20.4.2020 "keine Präsenzlehrveranstaltungen"); der Prüfungsbetrieb soll grundsätzlich aufrechterhalten werden. Seit dem 23.3.2020 befinden sich die staatlichen Hochschulen "bis einschließlich 19. April" im Präsenznotbetrieb.

Hamburg
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020; Lehrveranstaltungen sollen soweit möglich auf digitale Formate umgestellt werden.

Hessen
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020; Prüfungen finden statt, wenn das nach Risikoabschätzung im Einzelfall "medizinisch vertretbar ist". Der Betrieb der Wissenschaftseinrichtungen ist "auf das zwingend Notwendige für Forschung und Lehre begrenzt"; "Was immer digital möglich ist, erfolgt auf diesem Weg."

Mecklenburg Vorpommern
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020; die Abnahme bzw. Durchführung von Prüfungen wird entsprechend verschoben. Die Teilnahme an Online-Lehrangeboten ist obligatorisch.

Niedersachsen
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungs- und Lehrbetriebs in Präsenzform bis einschließlich 19.4.2020; "[s]ofern Hochschulen und Studiengänge auf Online-Medien umgestellt haben, können diese auch vor dem 20. April 2020 stattfinden."

Nordrhein-Westfalen
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020

Rheinland-Pfalz
Aussetzung bzw. Verschiebung des Präsenzlehrbetriebs bis 20.4.2020; seit dem 19.3. sind Prüfungen ebenfalls ausgesetzt

Saarland
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 4.5.2020

Sachsen
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis "frühestens 4. Mai 2020"; Prüfungen werden nur noch unter besonderen Hygienebedingungen durchgeführt.

Sachsen-Anhalt
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 20.4.2020; Prüfungen sollen ebenfalls verschoben werden. Veranstaltungen und Nachweise von Studienleistungen, die keine physische Anwesenheit erfordern, sind davon nicht berührt. 

Schleswig-Holstein
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 19.4.2020

Thüringen
Aussetzung bzw. Verschiebung des Vorlesungsbetriebs bis 4.5.2020

Nachrichten

+ + + Stellungnahme der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften / Fachhochschulen zur Corona-Krise (31.3.2020) + + +

Der Sprecherkreis der Gruppe der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften / Fachhochschulen (HAW) in der HRK hat am 31.3.2020 eine Stellungnahme zur Corona-Krise veröffentlicht. Die HAW würden alles daransetzen, dass die Studierenden trotz der aktuell schwierigen Situation ihr Studium nicht unterbrechen müssten und das Sommersemester 2020 u. a. durch Online-Lehrformate erfolgreich absolvieren könnten. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass aufgrund des hohen Anwendungsbezugs in der Lehre praktische Übungen nicht vollständig durch digitale Lehrformate ersetzt werden könnten. Die Länder werden aufgefordert, "vor allem Zeit und Freiräume [einzuräumen], um die neu entstandenen Lern- und Arbeitsformate gemeinsam mit den Studierenden und Mitarbeitenden zu analysieren und die richtigen Schlüsse für ihr zukünftiges Handeln in Lehre und angewandter Forschung zu ziehen." (mehr)

+ + + LRK Baden-Württemberg: Neue Herausforderungen für Forschung und Lehre durch Coronavirus (30.3.2020) + + +

Die Landesrektorenkonferenz (LRK) Baden-Württemberg zog am 30.3.2020 eine Zwischenbilanz der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die baden-württembergischen Universitäten: "Priorität in dieser Situation haben das Leben und die Gesundheit aller ihrer Mitglieder, von den Studierenden über das technische und administrative Personal bis zu den Lehrenden. Gleichzeitig sind die baden-württembergischen Universitäten wichtige Zentren der Coronaforschung." Aufgaben, bei denen eine Präsenz auf dem Campus nicht zwingend nötig sei, würden soweit möglich digital ausgeführt. Zugleich mahnte die LRK, dass die digitale Ausstattung und die rechtlichen Regelungen zur digitalen Lehre "schon im Normalbetrieb problematisch und der gegenwärtigen Situation nicht gewachsen" seien. Die Universitäten warteten auf Signale des Landes, dass ihnen hier rasch geholfen werden könne. (mehr)

+ + + Aktuelle Beschlüsse des Akkreditierungsrats in Reaktion auf Covid-19-Krise (27.3.2020) + + +

Der Vorstand des Akkreditierungsrats hat in den vergangenen Wochen mehrere Beschlüsse gefasst, um der besonderen Situation an den Hochschulen durch die Covid-19-Krise gerecht zu werden; zuletzt am 27.3.2020. Die Beschlüsse befassen sich mit 1) möglichen Änderungen bei Begehungen (Aussetzung, virtuelle Durchführung), 2) außerordentlichen Fristverlängerungen und 3) dem möglichen Verzicht auf die Anzeigepflicht für wesentliche Änderungen von Studiengängen. Den Hochschulen sollen durch die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens keine Nachteile entstehen. (mehr)

+ + + BMBF fördert Nationales Netzwerk der Universitätsmedizin im Kampf gegen Covid-19 (26.3.2020) + + +

Das BMBF fördert mit 150 Millionen Euro den Aufbau eines Forschungsnetzwerks, um die Forschungsaktivitäten der deutschen Universitätsmedizin zur Bewältigung der aktuellen Pandemie-Krise zu bündeln und zu stärken. Über die Initiative sollen die Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien möglichst aller deutschen Universitätskliniken zusammengeführt und ausgewertet werden. (mehr)

+ + + Aktualisierte Covid-19-Empfehlungen der Deutschen Hochschulmedizin (25.3.2020) + + +

Die Deutsche Hochschulmedizin (DHM) hat am 25.3.2020 weitere Empfehlungen erarbeitet, die angesichts der Covid-19-Pandemie eine geregelte Einbindung der Studierenden in die medizinische Versorgung gewährleisten und gleichzeitig eine möglichst kontinuierliche Ausbildung der Studierenden und damit eine lückenlose Sicherung des ärztlichen Nachwuchses sicherstellen sollen. Diese Empfehlungen ergänzen und erweitern die diesbezüglichen Empfehlungen vom 15. und 19.3.2020. Des Weiteren wurde eine Stellungnahme zum Entwurf einer Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte bei Vorliegen einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vorgelegt. (mehr)

+ + + BMBF: BAföG-Anspruch bleibt bei Engagement gegen Corona-Pandemie erhalten (25.3.2020) + + +

Der Deutsche Bundestag hat am 25.3.2020 das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) so geändert, dass BAföG-Empfänger, die sich aktuell im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft engagieren, den Hinzuverdienst nur für die Zeit ihrer Tätigkeit angerechnet bekommen. Nach bisher geltendem Recht wurde die Gesamtsumme von Erwerbseinkommen auf alle Monate eines Bewilligungszeitraums angerechnet. Zuvor hatte das BMBF bereits klargestellt, dass das BAföG weitergezahlt wird, auch wenn Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen wegen der Pandemie geschlossen sind. (mehr)

+ + + HRK fordert differenziertes Vorgehen für das Sommersemester 2020 (24.3.2020) + + +

Die HRK forderte am 24.3.2020 für das aktuelle Sommersemester ein differenziertes Vorgehen, um Nachteile insbesondere für Studierende und wissenschaftliche Nachwuchskräfte durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zu begrenzen. Die Forschung werde in größtmöglichem Umfang weitergehen. Ein Nachteilsausgleich, etwa durch Nicht-Anrechnung des Semesters auf die Regelstudienzeit oder durch die Verschiebung von Prüfungszeitpunkten, sei für alle Studierenden überaus wichtig. Grundsätzlich müsse das Sommersemester 2020 aber unbedingt als regulärer Teil des Studiums oder der Qualifizierung anerkannt werden. (mehr)

+ + + Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina zur aktuellen Covid-19-Lage (21.3.2020) + + +

Die Nationalakademie Leopoldina hat Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zusammengerufen, die sich mit der aktuellen Situation befasst hat. Die daraus resultierende Ad-hoc-Stellungnahme „Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Herausforderungen und Interventionsmöglichkeiten“ diskutiert mögliche gesundheitspolitische Handlungsoptionen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. Die von der Bundesregierung und den Bundesländern ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der aktuellen Coronavirus-Pandemie sind demnach dringend erforderlich und entsprechen der durch die Pandemie ausgelösten Bedrohung. (mehr)

+ + + Informationen der DFG für von ihr geförderte Stipendiaten und Fellows (20.3.2020) + + +

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat die DFG am 20.3.2020 ein Schreiben zu finanziellen Maßnahmen und Regelungen für Stipediatinnen und Sipendiaten sowie für Personen, die als Fellows in DFG-Programmen tätig sind, veröffentlicht. (mehr)

+ + + BMBF: Keine Nachteile beim BAföG wegen Corona-Pandemie (20.3.2020) + + +

Das BMBF hat am 20.3.2020 gegenüber den für den Vollzug des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) zuständigen Bundesländern und ihren Ausbildungsförderungsämtern klargestellt, dass das BAföG in pandemiebedingten Fallkonstellationen weiterzuzahlen ist. Studierende, Schülerinnen und Schüler, die auf Leistungen nach BAföG angewiesen sind, sollen keine finanziellen Nachteile erleiden, wenn Ihre Ausbildungsstätte wegen der Covid-19-Pandemie vorübergehend geschlossen oder der Semesterbeginn verschoben wird. (mehr)

+ + + HRK-Vizepräsident zur aktuellen Prüfungssituation an den Hochschulen (18.3.2020) + + +

Am 18.3.2020 gab HRK-Vizepräsident Ulrich Radtke in einem Hörfunkinterview in der Sendereihe "Campus & Karriere" des Deutschlandfunks Auskunft über die aktuelle Prüfungssituation an den deutschen Hochschulen. Die Hochschulen arbeiteten daran, faire Lösungen im Interesse der Studierenden zu finden – was auch im Hinblick auf Regelungen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes geboten sein. Man bemühe sich hier um bundeseinheitliche Vorgaben. (.mp3)

+ + + Aktualisierte Covid-19-Empfehlungen der Deutschen Hochschulmedizin (18.3.2020) + + +

Der Medizinische Fakultätentag hat eine eigene Task Force Corona gebildet, die sich kurzfristig austauscht und Empfehlungen zum Lehr- und Forschungsbetrieb erarbeitet. Die erarbeiteten Empfehlungen richten sich vorrangig an die Standorte der Hochschulmedizin und die politischen Entscheidungsträger. Angesichts der dynamischen Entwicklung der Pandemie können diese Empfehlungen nur den jeweils aktuellen Sachstand abbilden; sie werden im weiteren Verlauf fortgeschrieben. (mehr)

+ + + DFG zu Fortgang laufender Projektarbeit und Forschungsförderung (17.3.2020) + + +

Die DFG hat am 17.3.2020 in einem Schreiben erste Informationen über den Fortgang der Projektarbeit und der Forschungsförderungen angesichts der Coronavirus-Pandemie gegeben und dabei Fristverlängerungen angekündigt. (mehr)

+ + + HRK-Präsident für Verlegung des Vorlesungsbeginns im Sommersemester (13.3.2020) + + +

Am 13.3.2020 äußerte sich HRK-Präsident Peter-André Alt angesichts der Covid-19-Pandemie in einer Pressemitteilung zur Situation der deutschen Hochschulen: "Im Sinne des allgemeinen Gesundheitsschutzes ist die Verlegung des Vorlesungsbeginns an den Hochschulen, wie ihn jetzt die Bundesländer für das Sommersemester vorgeben oder planen, sinnvoll und leider ohne Alternative. Diese Maßnahmen sind daher trotz der damit verbundenen Einschränkungen für die Studierenden und Herausforderungen für alle Hochschulangehörigen sehr zu begrüßen."

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