Weltoffene Hochschulen - Gegen Fremdenfeindlichkeit

Bundesweite Aktion der HRK-Mitgliedshochschulen

Die in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zusammengeschlossenen Hochschulen wenden sich in einer bundesweiten Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus und treten offensiv für Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit ein. Die HRK-Mitglieder bekennen sich mit dem Slogan „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“ zu ihrer Haltung. Sie reagieren damit auf rassistisch motivierte verbale und physische Gewalt in Deutschland und auf Abschottungstendenzen in etlichen Staaten Europas und der übrigen Welt, darunter den USA.

Hochschulen sind weltoffene Orte. Differenzierte Sichtweisen, Meinungsvielfalt, und internationaler Austausch sind Grundlagen ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit. Angesichts zunehmender fremdenfeindlicher Tendenzen und des steigenden Erfolgs populistischer Parolen fühlen sich die Hochschulen gefordert, für diese Werte gemeinsam offensiv einzutreten.

Die Hochschulen wollen zusammen für demokratische Werte und aufgeklärte, tolerante Gesellschaften eintreten und dies durch die Aktion unter einem gemeinsamen Logo deutlich machen. Die Hochschulleitungen wollen die Hochschulmitglieder im Widerstand gegen Fremdenhass bestärken und auch in ihren regionalen und internationalen Netzwerken entsprechend wirken.

Die Hochschulen als "Zukunftswerkstätten" der Welt sind per se transnationale Akteure. Nur eine Hochschule, die international denkt und handelt, ist zukunftsfähig. Die HRK hat das in ihrer Internationalen Strategie deutlich formuliert. Ein offener und internationaler Campus und die internationale Mobilität von Lehrenden und Lernenden sind daher essentielle Grundlagen für qualitätsvolles Lehren, Lernen und Forschen.

Daten und Fakten

Derzeit sind an deutschen Hochschulen 379.000 internationale Studierende eingeschrieben. Das sind rund 14 Prozent aller immatrikulierten Studierenden. Deutschland ist somit eines der beliebtesten Gastländer für international mobile Studierende. Gleichermaßen sind auch heimische Studierende mobil: Rund 140.000 deutsche Studierende haben sich im Studienjahr 2017 dazu entschlossen, einen Teil ihres Studiums an einer Hochschule im Ausland zu verbringen.

Beim wissenschaftlichen Personal beträgt der Anteil der an deutschen Hochschulen beschäftigten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 12 Prozent – fast 48.000 Personen. 3.246 davon sind Professorinnen und Professoren. Hinzu kommt eine Vielzahl von Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die oft über eines der zahlreichen Austauschprogramme nach Deutschland kommen. Im Jahr 2016 kamen auf diesem Weg rund 32.000 Personen nach Deutschland.

Im Jahr 2016 absolvierten rund 16.000 deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen geföderten Auslandsaufenthalt.

Kooperation auf Augenhöhe mit internationalen Partnern leben die Hochschulen in zahlreichen Beispielen guter Praxis: Das Portal www.internationale-hochschulkooperationen.de weist rund 38.344 internationale Kooperationen aus. Rund 317 deutsche unterhalten mit über 5.893 ausländischen Hochschulen in 159 Staaten eine Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.

Ausführliches Datenmaterial zu internationalen Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in „Wissenschaft weltoffen".

Thema: Geflüchtete

Informationen zur Hochschulbildung für Geflüchtete: rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, Unterstützungsangebote der Hochschulen und HRK-Forderungen.