Weltoffene Hochschulen - Gegen Fremdenfeindlichkeit

Bundesweite Aktion der HRK-Mitgliedshochschulen

Die in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zusammengeschlossenen Hochschulen wenden sich in einer bundesweiten Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus und treten offensiv für Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit ein. Die HRK-Mitglieder bekennen sich mit dem Slogan „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“ zu ihrer Haltung. Sie reagieren damit auf rassistisch motivierte verbale und physische Gewalt in Deutschland und auf Abschottungstendenzen in etlichen Staaten Europas und der übrigen Welt, darunter den USA.

Hochschulen sind weltoffene Orte. Differenzierte Sichtweisen, Meinungsvielfalt, und internationaler Austausch sind Grundlagen ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit. Angesichts zunehmender fremdenfeindlicher Tendenzen und des steigenden Erfolgs populistischer Parolen fühlen sich die Hochschulen gefordert, für diese Werte gemeinsam offensiv einzutreten.

Die Hochschulen wollen zusammen für demokratische Werte und aufgeklärte, tolerante Gesellschaften eintreten und dies durch die Aktion unter einem gemeinsamen Logo deutlich machen. Die Hochschulleitungen wollen die Hochschulmitglieder im Widerstand gegen Fremdenhass bestärken und auch in ihren regionalen und internationalen Netzwerken entsprechend wirken.

Die Hochschulen als "Zukunftswerkstätten" der Welt sind per se transnationale Akteure. Nur eine Hochschule, die international denkt und handelt, ist zukunftsfähig. Die HRK hat das in ihrer Internationalen Strategie deutlich formuliert. Ein offener und internationaler Campus und die internationale Mobilität von Lehrenden und Lernenden sind daher essentielle Grundlagen für qualitätsvolles Lehren, Lernen und Forschen.

Daten und Fakten

Derzeit (WS 19/20) sind an deutschen Hochschulen 411.000 ausländische Studierende (Studierende mit einer anderen als der deutschen Staatsangehörigkeit) eingeschrieben. Das sind rund 14,2 Prozent aller immatrikulierten Studierenden. Von dieser Gesamtzahl sind 320.000 internationale Studierende (Bildungsausländer)[1]. Deutschland ist somit eines der beliebtesten Gastländer für international mobile Studierende. Gleichermaßen sind auch heimische Studierende mobil: Rund 140.000 deutsche Studierende haben sich im Studienjahr 2017 dazu entschlossen, einen Teil ihres Studiums an einer Hochschule im Ausland zu verbringen[2].

Beim wissenschaftlichen Personal beträgt der Anteil der an deutschen Hochschulen beschäftigten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 12 Prozent – fast 50.000 Personen[3]. 3.416 davon sind Professorinnen und Professoren.

Im Jahr 2016 absolvierten rund 14.700 deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen geförderten Auslandsaufenthalt[4].

Kooperation auf Augenhöhe mit internationalen Partnern leben die Hochschulen in zahlreichen Beispielen guter Praxis: Das Portal www.internationale-hochschulkooperationen.de weist rund 37.000 internationale Kooperationen aus. Rund 310 deutsche Hochschulen unterhalten mit über 5.400 ausländischen Hochschulen in über 150 Staaten eine Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.

Ausführliches Datenmaterial zu internationalen Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in „Wissenschaft weltoffen".

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[1] Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020: Studierende an Hochschulen - Wintersemester 2019/2020. Fachserie 11, Reihe 4.1. Wiesbaden.
[2,3,4] DAAD und DZHW, 2020: Wissenschaft weltoffen 2020 - Daten und Fakten zur Internationalität von Studium und Forschung in Deutschland. Bielefeld: wbv Media.

Thema: Geflüchtete

Informationen zur Hochschulbildung für Geflüchtete: rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, Unterstützungsangebote der Hochschulen und HRK-Forderungen.