Weltoffene Hochschulen

Weltoffene Hochschulen - Gegen Fremdenfeindlichkeit

Bundesweite Aktion der HRK-Mitgliedshochschulen

Die in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zusammengeschlossenen Hochschulen wenden sich in einer bundesweiten Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus und treten offensiv für Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit ein. Die HRK-Mitglieder bekennen sich mit dem Slogan „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“ zu ihrer Haltung. Sie reagieren damit auf rassistisch motivierte verbale und physische Gewalt in Deutschland und auf Abschottungstendenzen in etlichen Staaten Europas und der übrigen Welt, darunter den USA.

Hochschulen sind weltoffene Orte. Differenzierte Sichtweisen, Meinungsvielfalt, und internationaler Austausch sind Grundlagen ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit. Angesichts zunehmender fremdenfeindlicher Tendenzen und des steigenden Erfolgs populistischer Parolen fühlen sich die Hochschulen gefordert, für diese Werte gemeinsam offensiv einzutreten.

HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler hatte die HRK-Mitgliederversammlung erstmals am 10. November 2015 in Kiel zu der Aktion aufgerufen und seinen Aufruf anlässlich der Sitzung des HRK-Senats am 16. Februar 2017 in Berlin bekräftigt.

Die Reaktion der HRK-Gremien hat die Betroffenheit, aber auch die Handlungsbereitschaft der Hochschulen gezeigt. Die Hochschulen wollen zusammen für demokratische Werte und aufgeklärte, tolerante Gesellschaften eintreten und dies durch die Aktion unter einem gemeinsamen Logo deutlich machen. Die Hochschulleitungen wollen die Hochschulmitglieder im Widerstand gegen Fremdenhass bestärken und auch in ihren regionalen und internationalen Netzwerken entsprechend wirken.

Die Hochschulen als "Zukunftswerkstätten" der Welt sind per se transnationale Akteure. Nur eine Hochschule, die international denkt und handelt, ist zukunftsfähig. Die HRK hat das in ihrer Internationalen Strategie deutlich formuliert. Ein offener und internationaler Campus und die internationale Mobilität von Lehrenden und Lernenden sind daher essentielle Grundlagen für qualitätsvolles Lehren, Lernen und Forschen.

Daten und Fakten

Derzeit sind an deutschen Hochschulen 320.000 internationale Studierende eingeschrieben. Das sind rund 12 Prozent aller immatrikulierten Studierenden. Deutschland ist somit weltweit nach den USA, Großbritannien und Australien das viertbeliebteste Gastland für international mobile Studierende. Gleichermaßen sind auch heimische Studierende mobil: Knapp 140.000 Studierende haben sich im Studienjahr 2012 dazu entschlossen, einen Teil ihres Studiums an einer Hochschule im Ausland zu verbringen.

Beim wissenschaftlichen Personal beträgt der Anteil der an deutschen Hochschulen beschäftigten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund 11 Prozent – fast 40.000 Personen. Hinzu kommt eine Vielzahl von Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die oft über eines der zahlreichen Austauschprogramme nach Deutschland kommen.

Kooperation auf Augenhöhe mit internationalen Partnern leben die Hochschulen in zahlreichen Beispielen guter Praxis: Der HRK-Hochschulkompass weist über 34.000 internationale Kooperationen aus. Rund 300 deutsche unterhalten mit über 5.000 ausländischen Hochschulen in 150 Staaten eine Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.

Ausführliches Datenmaterial zu internationalen Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in „Wissenschaft weltoffen“.

Thema: Flüchtlinge

Informationen zur Hochschulbildung für Flüchtlinge: rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, Unterstützungsangebote der Hochschulen und HRK-Forderungen.