Iran: Wissenschaftler Ahmadreza Djalali in Haft lebensbedrohlich erkrankt - HRK-Präsident fordert sofortige Freilassung

2. Mai 2018

„Unsere Besorgnis über das Schicksal des Wissenschaftlers Ahmadreza Djalali wächst von Tag zu Tag. Ich habe das Staatsoberhaupt des Iran erneut aufgefordert, ihn unverzüglich aus der Haft zu entlassen“, so berichtete der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler heute in Berlin. „Wir werden nicht nachlassen, uns für das Leben und die Freiheit von Dr. Djalali einzusetzen. Das tun wir nicht nur für ihn und seine Familie, sondern auch für die internationale Freiheit der Wissenschaft und im Sinne der wissenschaftlichen Zusammenarbeit gerade auch Deutschlands mit dem Iran.“

Laut Scholars at Risk, dem internationalen Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wissenschaftler, ist Dr. Djalali in der Haft lebensbedrohlich erkrankt. Der in Schweden lebende Wissenschaftler wurde vor nunmehr über zwei Jahren bei einem Konferenzbesuch in Teheran inhaftiert und im Oktober letzten Jahres wegen „Verdorbenheit auf Erden“ (ifsad fil-arz) zum Tode verurteilt. Im Februar 2018 lehnte das oberste Gericht des Iran einen Antrag ab, das Todesurteil zu überprüfen.  

„Die wissenschaftlichen Beziehungen mit dem Iran können nur auf Grundlage der akademischen Freiheit und der Menschenrechte bestehen“, so Hippler. Die HRK unterstützt den dringenden Aufruf des internationalen Netzwerks Scholars at Risk, Unterstützerschreiben für Ahmadreza Djalali an die iranische Regierung zu schicken.

Der HRK-Präsident selbst hat sich bereits mehrfach gegenüber der iranischen Staatsführung für eine Freilassung von Ahmadreza Djalali eingesetzt.

Laut der HRK-Datenbank www.internationale-hochschulkooperationen.de/staaten.html über die internationalen Hochschulkooperationen unterhalten deutsche Hochschulen 70 Kooperationen mit iranischen Partnern.