HRK Hochschulrektorenkonferenz Die Stimme der Hochschulen

Hochschulfinanzierung

Hochschulfinanzierung

Als Träger der Hochschulen stellen die Bundesländer die Grundfinanzierung der Hochschulen sicher. Insgesamt kommen fast 90 Prozent der Finanzmittel der Hochschulen von der öffentlichen Hand, der weit überwiegende Teil von den Ländern
(ca. 80 Prozent), der Bund ist an der Finanzierung von Forschungsprojekten, über Sonderprogramme (u.a. Exzellenzinitiative, Hochschulpakt, Professorinnenprogramm) sowie so genannte Forschungsbauten in die Finanzierung von Hochschulen eingebunden
(ca. 10 Prozent). Ca. 10 Prozent der Mittel fließen aus privaten Quellen.
Sie resultieren zum großen Teil aus der Auftragsforschung, sie umfassen aber auch Wissenschaftsförderung durch private Spender (Mäzenatentum), Sponsoring von Hochschulaktivitäten und Einnahmen aus  Studienbeiträgen.

Mit der Föderalismusreform des Jahres 2006 wurde die Zuständigkeit der Länder für den Hochschulbereich gestärkt und in Bezug auf die Finanzierung deutlich geregelt.
Der Bund darf im Bereich der Forschung mitfinanzieren, im Bereich der Lehre jedoch nur ausnahmsweise. Voraussetzung für ein Engagement des Bundes sind die „überregionale Bedeutung“ einer Maßnahme und die Zustimmung sämtlicher Länder. Auf dieser Basis kooperieren Bund und Länder auf dem Gebiet der Lehre in Form des
Hochschulpakts. 

Bildung kommt in einer alternden Gesellschaft eine überragende Bedeutung zu.
Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter nimmt kontinuierlich ab, es müssen erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um dem wachsenden Fachkräftebedarf der Wirtschaft gerecht zu werden. Die Länder haben aber zunehmend Schwierigkeiten,
für eine ausreichende Grundfinanzierung der Hochschulen zu sorgen. Sie sind in ihren Haushalten durch bundesseitig vorgegebene Verpflichtungen, vor allem im Bereich der Sozialausgaben, stark gebunden. Den steigenden Ausgaben im Bildungsbereich (für Schulen und Hochschulen) stehen aber keine Möglichkeiten gegenüber, eigene Einnahmen zu generieren.

Um auf die Aufgaben der Zukunft angemessen reagieren zu können, benötigen die Hochschulen eine verlässliche Finanzierung, längerfristige Planungssicherheit und eine gewisse Flexibilität in der Aufgabengestaltung. Hierfür müssen die geeigneten Voraussetzungen geschaffen werden. Die HRK plädiert für eine Verbesserung der Kooperationsmöglichkeiten von Bund und Ländern bei der Grundfinanzierung der Hochschulen durch eine Änderung des Grundgesetzes.

Die HRK hat eine ausführliche Stellungnahme zu diesem Themenkomplex verabschiedet: Entschließung zur Finanzierung der Hochschulen, 11. Mitgliederversammlung am 22.11.2011

Konkrete Beipiele für ein finanzielles Engagement des Bundes hat die HRK ebenfalls in einer Entschließung benannt: "Künftiger Beitrag des Bundes zur Finanzierung der Hochschule", 124. Senat am 11.6.2013