Mehr Geschlechtergerechtigkeit bei der Besetzung von Professuren – HRK und CEWS nehmen mit Verbundprojekt MAGiB Gleichstellungsmaßnahmen in den Blick

20. Oktober 2026

Das von der Hochschulrektorenkonferenz und dem Center für Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft (CEWS) gemeinsam verantwortete, neue Projekt „Monitoring und Analyse von Gleichstellungsmaßnahmen im Kontext von Berufungsverfahren (MAGiB)“ zielt auf mehr Geschlechtergerechtigkeit bei Besetzung von Professuren an deutschen Hochschulen ab. Im Wintersemester tritt das im Juli gestartete Monitoring- und Analyseprojekt in die intensive Erhebungsphase ein, um den Stand der hochschulischen Gleichstellungsmaßnahmen systematisch zu untersuchen. 

Obwohl seit Jahren zahlreiche Gleichstellungsmaßnahmen in Berufungsverfahren umgesetzt werden, ist bislang nicht ausreichend geklärt, welche Instrumente dabei besonders wirksam sind, wo noch unverzichtbare Handlungsbedarfe bestehen und welche Faktoren über Erfolg oder Misserfolg bei der Gewinnung von Professorinnen entscheiden. MAGiB will daher Bandbreite, mögliche Erfolgsfaktoren und Hürden geschlechtergerechter Berufungen identifizieren sowie darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen für ein geschlechtergerechtes Berufungsmanagement entwickeln. Die Erkenntnisse und Hinweise werden dem Hochschulsystem für die weitere Gleichstellungsarbeit zur Verfügung gestellt. 

Prof. Dr. Angela Ittel, HRK-Vizepräsidentin für Internationales, Gleichstellung und Diversität, begrüßt das Vorhaben und erläutert: „HRK und CEWS werden mit dem Projekt MAGiB einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit an deutschen Hochschulen leisten. Ich freue mich auf die empirischen Einsichten und Empfehlungen sowie die Diskussion darüber. Wenn wir wissen, welche Gleichstellungsmaßnahmen es gibt, wo sie ansetzen und welche Barrieren es noch zu überwinden gilt, können wir die nötigen strukturellen Veränderungen gezielt angehen. Das Projekt MAGiB ist daher von strategischer Bedeutung für die ganze Hochschullandschaft.“

Die Daten des heute veröffentlichten GWK-Gleichstellungsmonitors Wissenschaft und Forschung wertet Ittel als klare Ermutigung und als Rückenwind für MAGiB. „Der Bericht belegt, dass die im Berufungsgeschehen an den Hochschulen bereits ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen. Wir freuen uns sehr, dass die GWK dabei explizit auf das Professorinnenprogramm 2030 des Bundes und der Länder sowie auf die HRK-Selbstverpflichtung zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei Berufungen verweist. Es bleibt noch viel zu tun, aber die deutschen Hochschulen haben den Weg hin zur Gleichstellung eingeschlagen. Mit MAGiB werden wir sie dabei noch zielgerichteter unterstützen können.“ 

Hintergrund
Das Projekt „Monitoring und Analyse von Gleichstellungsmaßnahmen im Kontext von Berufungsverfahren (MAGiB)“ wird seit dem 1. Juli 2026 und bis zum 30. September 2027 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Verbund- und Forschungspartner der HRK ist das Center für Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft (CEWS) von GESIS – Leibniz-Institut für Sozial­wissenschaften.