Zur Durchsuchung der Rektoratsräume der Universität Belgrad

1. April 2026

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Walter Rosenthal, und die HRK-Vizepräsidentin für Internationales, Gleichstellung und Diversität, Prof. Dr. Angela Ittel, kommentierten aktuelle Berichte über die Durchsuchung der Rektoratsräume der Universität Belgrad (Serbien) am 31. März 2026 heute wie folgt:

„Nach übereinstimmenden Medien- und Augenzeugenberichten ließ die Oberstaatsanwaltschaft von Belgrad gestern in einer groß angelegten Aktion der Anti-Korruptionsbehörde und der Kriminalpolizei das Rektorat der Universität Belgrad durchsuchen. Begleitet wurde dies durch eine intensive Berichterstattung regierungsnaher Medien. Die Durchsuchung, bei der Dokumente und Computer beschlagnahmt wurden, soll im Zusammenhang mit dem tragischen Tod einer Studentin am vergangenen Freitag stehen. Die Hintergründe dieses Todesfalls müssen selbstverständlich aufgeklärt werden. Das massive, in der Wirkung einschüchternde Vorgehen der Ermittlungsbehörden wirkt auf uns jedoch verstörend und lässt an der Wahrung der Verhältnismäßigkeit zweifeln. Universität und Rektorat haben jedwede Kooperation zugesagt. Sollten hier innenpolitische Konflikte auf Kosten der Hochschule ausgetragen werden, ist das nicht akzeptabel. Wir appellieren mit Nachdruck an die Verantwortlichen, die Hochschulautonomie und die Freiheit von Forschung und Lehre unbedingt zu respektieren.“