Mit Nachdruck kritisiert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) aktuelle Ankündigungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), für die internationale Hochschulzusammenarbeit zentrale Förderprogramme der Entwicklungszusammenarbeit nahezu vollständig auslaufen zu lassen. Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung des BMZ und angesichts abnehmender Haushaltmittel sollen jahrzehntelang bewährte, strukturbildende Hochschulkooperationsprogramme mit Ländern des Globalen Südens (Afrika, Asien, Lateinamerika) in den kommenden Jahren wegfallen.
Prof. Dr. Angela Ittel, HRK-Vizepräsidentin für Internationales, Gleichstellung und Diversität, erläutert:
„Die Förderung von Wissenschaftsnetzwerken mit dem Globalen Süden ist nicht nur ein wertvoller Beitrag zur internationalen Hochschulzusammenarbeit und zum globalen Kapazitätsaufbau in Forschung und Lehre. Sie dient auch zentral den Interessen des Wissenschafts- und Innovationsstandortes Deutschland sowie der Fachkräftesicherung und -entwicklung im globalen Maßstab. Sowohl die individuelle Mobilität von Studierenden, Lehrenden und Forschenden als auch insbesondere die Förderung der strukturellen Zusammenarbeit, zum Beispiel im Bereich des Hochschulmanagements, tragen zur globalen Vernetzung und Sichtbarkeit des Standortes Deutschland bei. Die Förderprogramme des BMZ haben sich langjährig bewährt und sind ein großer Erfolg. Die Hochschulsysteme der Partnerländer wurden in den vergangenen Jahrzehnten gestärkt und die wissenschaftliche Kooperation mit Deutschland vertieft. Gerade in der aktuellen Phase geopolitischer Umbrüche sind Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf tragfähige internationale Netzwerke und Kooperationen angewiesen. Es wäre daher mehr als fahrlässig, die besonderen Potenziale der BMZ-Förderung in der strukturellen Hochschulzusammenarbeit aufs Spiel zu setzen.“