Die Rolle der Hochschulen in der demokratischen Gesellschaft steht heute Abend im Zentrum der Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Weimar. HRK-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal wird dazu Hochschulleitungen aus ganz Deutschland sowie zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft begrüßen. Ehrengast ist der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen Mario Voigt.
Die HRK als bundesweiter Zusammenschluss der staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen berät heute und morgen an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und der Bauhaus-Universität Weimar in verschiedenen Gremien über aktuelle Fragen der deutschen und europäischen Hochschulpolitik. Die Jahresversammlung ist festlicher Höhepunkt und dient dem Austausch mit Politik und Gesellschaft.
In seinem Grußwort würdigt Ministerpräsident Mario Voigt die Bedeutung der Hochschulen als zentrale Motoren für Innovation und Zukunftsfähigkeit. Der gegenwärtige Wandel in der Hochschullandschaft müsse mit Mut gestaltet werden – durch klare Profile, mehr Zusammenarbeit und verlässliche Rahmenbedingungen von Bund und Ländern.
Der Präsident der HRK, Prof. Dr. Walter Rosenthal, ruft in seiner Begrüßung dazu auf, die Rolle der Hochschulen in der demokratischen Gesellschaft angesichts zahlreicher Herausforderungen entschlossen zu stärken. Bund und Länder müssten jetzt insbesondere durch eine strukturelle Absicherung der Hochschulfinanzierung und die Gewährleistung der institutionellen Autonomie dazu beitragen. Es gehe darum, als Hochschulen auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
„Wir können Wissenschaftsfreiheit und Demokratie nicht als gegeben ansehen, wie uns aktuelle Entwicklungen weltweit vor Augen führen. Resiliente Hochschulen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Diskursräume aktiv sichern, Konflikte nicht ignorieren oder vermeiden, sondern verarbeiten können. Und dass sie ihre Kernaufgaben für diese freiheitliche Gesellschaft unbeirrt erfüllen: freie Forschung, kritische Lehre und offene Debatte“, so Rosenthal.
Wo wissenschaftsfeindliche, diskriminierende oder antidemokratische Positionen den akademischen Diskursraum und die Regeln der Wissenschaft selbst infrage stellten, müsse eine Grenze gezogen werden, erklärt Rosenthal. Der HRK-Präsident ermutigt zudem alle Hochschulangehörigen, aktiver und vernehmlicher Haltung zu zeigen für Rechtsstaatlichkeit, demokratische Prinzipien, Wissenschaftsfreiheit und die Hochschulautonomie.