Beschluss der Mitgliedergruppe Universitäten der Hochschulrektorenkonferenz (24.11.2025)
Die in der Hightech Agenda der Bundesregierung verankerte missionsorientierte Forschungs- und Innovationspolitik weist eine hohe Kongruenz mit den universitären Zielen und Schwerpunkten auf, da die benannten Schlüsseltechnologien und Forschungsfelder zu den zentralen Forschungsthemen der Universitäten gehören. Die Agenda hat das Potenzial, bestehende Stärken weiter zu bündeln und durch Forschung und Innovation wichtige Beiträge für Gemeinwohl, Wohlstand, Sicherheit und Demokratie zu leisten.
Universitäten als wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraftzentren
Universitäten sind neben ihren Aufgaben in Bildung und Forschung zentrale Wirtschaftsfaktoren, die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovationskraft erheblich steigern. Studien zeigen, dass jeder in Universitäten investierte Euro das bis zu Fünffache an Bruttowertschöpfung generiert: Öffentliche Mittel für Universitäten sind keine konsumtiven Ausgaben, sondern produktive Investitionen in Zukunftsfähigkeit und Resilienz.
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Schlüsseltechnologien und strategische Forschungsfelder wachsen auf universitärer Basis
Die in der Agenda genannten Schlüsseltechnologien sowie die strategischen Forschungsfelder werden in Deutschland federführend an Universitäten erforscht, vernetzt und weiterentwickelt. Forschung in Exzellenzclustern, Forschungszentren und universitären Profilschwerpunkten bilden hierfür die Grundlage ebenso wie die Forschung einzelner Professuren und Institute. Gemeinsam schaffen sie Grundlagenwissen, neue Methoden und die für den Fortschritt notwendigen Innovationen. Kurzum: Die Universitäten bilden mehrheitlich die personelle und wissenschaftliche Basis der Hightech Agenda.
Universitäten als integrative Knotenpunkte des Wissenschaftssystems
Im deutschen Wissenschaftssystem sind Universitäten die zentralen Knotenpunkte – zwischen Forschung, Lehre und Transfer, zwischen Industrie und Wissenschaft, zwischen Hochschulen und außerhochschulischer Forschung, zwischen nationaler und internationaler Vernetzung. Nur die Universitäten decken das gesamte Spektrum von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsorientierten Forschung ab. Sie sind der erste Partner der Industrie, Inkubatoren für Start-ups und Orte interdisziplinärer Bildung, die hochqualifizierte Absolvent:innen hervorbringen – Fach- und Führungskräfte für morgen. Damit sind sie unerlässliche Akteurinnen bei der Umsetzung der Hightech Agenda.
Beteiligung der Universitäten als Erfolgsfaktor
Die Absicht der Bundesregierung, in den einzelnen Roadmaps der Technologiefelder „weitere Maßnahmen“ zu integrieren, ist zu begrüßen. Die Universitäten sind gerne bereit, diese Prozesse entscheidend mitzugestalten – im Zusammenspiel mit Bund, Ländern, Wissenschaft und Wirtschaft. Voraussetzung hierfür ist eine angemessene Vertretung der Universitäten in den strategischen Beratungs- und operativen Umsetzungsgremien der Hightech Agenda. Dazu zählt auch der Strategiekreis für Technologie und Innovation des Bundeskanzlers.
Die Universitäten sind die Grundlage, auf der Deutschlands technologische Souveränität und Innovationskraft wachsen. Die Hightech Agenda kann ihre volle Wirkung daher nur entfalten, wenn sie auf der wissenschaftlichen Exzellenz und der gesellschaftlichen Verantwortung der Universitäten aufbaut.
Beschluss der Mitgliedergruppe Universitäten der Hochschulrektorenkonferenz vom 24. November
2025
Sprecherin der Mitgliedergruppe Universitäten der Hochschulrektorenkonferenz ist Professorin Dr. Anja Steinbeck.
Kontakt: mguhrk.de
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