“Hochschulen mittendrin”: Hochschule München mit Preis für gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet

Der von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), dem ZEIT Verlag und der Robert Bosch Stiftung verliehene, mit 25.000 Euro dotierte Preis für gesellschaftliches Engagement „Hochschulen mittendrin“ geht an die Hochschule München für das „KonTEXT Leseprojekt“.

Das aus einer studentischen Initiative hervorgegangene Angebot zielt darauf, straffällige Jugendliche durch die von Studierenden begleitete Lektüre in Lesegruppen über die gemeinsame Auseinandersetzung mit Literatur zum Nachdenken anzuregen. Es weckt ihr Interesse an Büchern, fördert ihre Bildung in einem umfassenden Sinne und kann damit auch dazu beitragen, straffälligem Verhalten vorzubeugen. In geeigneten Fällen wird von den beteiligten Jugendämtern außerdem die Anordnung der begleiteten Lektüre in Einzelbetreuung empfohlen. Diese sogenannte „Leseweisung“ wenden Gerichte und Staatsanwaltschaften seit zehn Jahren als bildungsorientierte Alternative zu herkömmlichen jugendstrafrechtlichen Sanktionen an.

Die Bewerbung überzeugte die Jury mit ihrem Fakultäten übergreifend getragenen und wesentlich vom Engagement der Studierenden lebenden Ansatz. Dieser weist über den Kernauftrag der Hochschule hinaus und richtet den Fokus auf ein Handlungsfeld von hoher gesellschaftlicher Relevanz – die Verbesserung der Bildungschancen straffälliger und marginalisierter Jugendlicher. Die Jury befindet das Vorhaben der Hochschule aus diesen Gründen als beispielgebend.

Dazu der Jury-Vorsitzende, HRK-Präsident Prof. Dr. Peter-André Alt: „`Hochschulen mittendrin´: Das Motto des Preis für gesellschaftliches Engagement steht für den Ort der Hochschulen als zentraler Knotenpunkt der Gesellschaft. Hier begegnen sich viele Menschen mit der Diversität ihrer Herkünfte, thematischen Interessen und Erfahrungen im wissenschaftlichen Diskurs und sozialen Miteinander. Dabei gestalten sie ihre Hochschule und tragen diese Impulse auch in die Gesellschaft. Dies zeigen die Bewerbungen zum Preis für gesellschaftliches Engagement eindrucksvoll. Ich danke allen Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten der Hochschulen für ihr großes Engagement und beglückwünsche insbesondere das KonTEXT Leseprojekt  der Hochschule München.“

Mit dem Preis sollen soziale, zivilgesellschaftliche, künstlerische oder auch wirtschaftliche und politische Aktivitäten von und aus Hochschulen gewürdigt werden, die besonders positiv und sichtbar in die Gesellschaft wirken und insbesondere auch nicht-wissenschaftliche und wissenschaftsferne Zielgruppen adressieren.

Weitere Informationen

  • Projekt-Webseite www.kontextleseprojekt.com
  • Filmportrait KonTEXT der Hochschule München (Langfassung)
  • Filmportrait KonTEXT der Hochschule München (Kurzfassung)
  • Gemeinsame Pressemitteilung von HRK, ZEIT-Verlag und Robert Bosch Stiftung
  • Podcast: In einer Sonderreihe des ZEIT für Wisskomm-Podcasts stellt der ZEIT Verlag die ausgezeichneten Vorhaben des "Preis für gesellschaftliches Engagement" vor. 

Mit einer lobenden Erwähnung würdigt die Jury darüber hinaus folgende Projekte:

  • Berliner Hochschule für Technik: BeuthBonus+
    Das Projekt ebnet Zugewanderten und Geflüchteten mit ausländischem Hochschulabschluss über eine kostenlose Teilzeit-Qualifizierung den Weg in eine fair bezahlte, adäquate Arbeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
    Weitere Informationen zum Projekt

  • Hochschule für Gesundheit Bochum: Gesellschaftliches Engagement für gesunde Communities
    Bei dem eingereichten Projekt geht es um die Verbesserung der Gesundheit sowie die Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen in diversen, marginalisierten Milieus. Dabei entwickeln die Bewohner:innen eines Stadtteils gemeinsam mit Wissenschaftler:innen und Studierenden unterschiedliche gesundheitsfördernde Interventionen.
    Weitere Informationen zum Projekt (am Beispiel Stadtteillabor in der Bochumer Hustadt)

  • Technische Universität Braunschweig: WeCare – Die Unterstützungsplattform der TU Braunschweig in der Corona-Krise
    Die auf Initiative des Rektorats gestartete Internet-Plattform bündelt und kommuniziert Einzelinitiativen und Hilfsangebote von Akteuren der TU Braunschweig rund um die Pandemie – und sichert diese rechtlich ab. 
    Weitere Informationen zum Projekt

  • Technische Universität Dresden: Heute die Schule von morgen erforschen in der Universitätsschule Dresden
    An einer als gemeinsames Projekt der Landeshauptstadt Dresden und der TU Dresden betriebenen Modellschule werden innovative Formen des Lehrens und Lernens erprobt und zukünftige und derzeitige Lehrkräfte aus- und weitergebildet.
    Weitere Informationen zum Projekt

  • Hochschule Neubrandenburg: Hochschule.mittendrin.im Dorf – Nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume
    Mit einem Bündel von Maßnahmen werden Menschen in Dörfern und Kleinstädten der Region unterstützt, ihren Lebensraum eigenständig zu gestalten und die Verbesserung ihrer Lebensqualität selbst in die Hand zu nehmen. Dabei werden unter anderem sogenannte „Dorf-Moderatoren“ qualifiziert, die als besonders gut vernetzte Mitglieder ihrer Gemeinden Entwicklungsprozesse anstoßen und moderieren.
    Weitere Informationen zum Projekt (am Beispiel "Dorfmoderation")

Die Jury

  • Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (Jury-Vorsitz)
  • Dr. Christoph Holtwisch, Geschäftsführer des Studierendenwerks Münster
  • Prof. Dr. Barbara John, Vorsitzende des Paritätischen Landesverbands Berlin
  • Dr. sc. Eckhard Priller, Wissenschaftlicher Koordinator bei der Maecenata Stiftung
  • Eva Roth, Projektmanagerin Robert Bosch Stiftung
  • Martin Spiewak, Redakteur DIE ZEIT
  • Julia Wandt, Vorsitzende des Bundesverbands Hochschul­kom­mu­ni­ka­ti­on
  • Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber, ehem. Rektorin der Universität Greifswald

Grußworte der ausschreibenden Partner HRK, Robert Bosch Stiftung und ZEIT Verlag

Grußwort Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident Hochschulrektorenkonferenz
Grußwort Henry Alt-Haaker, Bereichsleiter Robert Bosch Stiftung
Grupwort Martin Spiewak, Redakteur, DIE ZEIT