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HRK Hochschulrektorenkonferenz - die Stimme der Hochschulen

Newsflash 15.6. – 19.6.2026

→  HRK kritisiert Kürzungspläne im EU-Budget für Forschung und Entwicklung
→  HRK-Projekt KI-LOTSE: Interessenbekundung für Beratung möglich
→  Brandenburg reformiert Berufungsrecht an Hochschulen
→  Jahresbericht: Antisemitische Vorfälle weiter auf hohem Niveau
→  Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages 2027
→  Nationaler Bildungsbericht 2026 erschienen
→  HRK in den Medien

An die Rektorate und Präsidien der HRK-Mitgliedshochschulen

HRK kritisiert Kürzungspläne im EU-Budget für Forschung und Entwicklung

Seit gestern beraten die EU-Staats- und Regierungschefs über den nächsten Finanzrahmen der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034. Im aktuellen Entwurf sind dabei weniger Mittel für Forschung und Innovation vorgesehen als von EU-Parlament und Kommission bislang vorgeschlagen. Zugleich sieht die EU-Kommission bereits für den Haushalt 2027 spürbare Kürzungen im Förderprogramm „Horizon Europe“ vor. HRK-Präsident Walter Rosenthal kritisierte dies als falsches Signal und appellierte an die Bundesregierung und die Mitglieder des Europäischen Parlaments, sich in den anstehenden Haushaltsverhandlungen nachdrücklich für eine ausreichende Stärkung der europäischen Investitionen in Forschung und Entwicklung einzusetzen. „Gerade bei insgesamt knapper werdenden Haushaltsmitteln muss die europäische Zusammenarbeit in Forschung und Innovation Priorität haben. Kein Mitgliedstaat kann allein die wissenschaftlichen Durchbrüche und technologischen Fähigkeiten hervorbringen, die Europa für Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und gesellschaftliche Resilienz benötigt“, betonte Rosenthal.


HRK-Projekt KI-LOTSE: Interessenbekundung für Beratung möglich

Das HRK-Projekt KI-LOTSE bietet Hochschulen ein kostenfreies Beratungsangebot zur strategischen Nutzung von und zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Ab sofort können Hochschulen ihr Interesse an einer Beratung anmelden. Zur Auswahl stehen zwei Formate: Der eintägige Impulstag bietet einen niedrigschwelligen Einstieg mit Informationen und ersten Beratungsimpulsen. Die zweitägige Intensivberatung ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit individuellen Fragestellungen der Hochschule. Beide Formate basieren auf einem Basismodul mit einem ganzheitlichen strategischen Ansatz und decken die Themen Haltung und Zielsetzung, Kompetenzentwicklung, Auswirkungen auf Studium und Lehre mit Fokus auf Prüfungen, rechtliche Rahmenbedingungen, Infrastruktur sowie Verfahren und Prozesse ab (mehr).


Brandenburg reformiert Berufungsrecht an Hochschulen

In Brandenburg sollen Hochschulen Wissenschaftler:innen künftig schneller und unbürokratischer berufen können. Möglich wird dies durch die, vergangenen Mittwoch im Landtag in zweiter Lesung verabschiedete Novelle des Hochschulgesetzes.
Demnach erhalten die Hochschulen dauerhaft das Berufungsrecht einschließlich der Möglichkeit, Ernennungen selbst vorzunehmen. Zudem werden Exzellenzberufungen ausgeweitet und neue Profilberufungen eingeführt, um herausragende Wissenschaftler:innen gezielt und in geeigneten Fällen auch ohne Ausschreibung gewinnen zu können. Weitere Regelungen sehen den Abbau von Anzeige- und Zustimmungspflichten, größere Handlungsspielräume für Hochschulen sowie mehr Flexibilität für gemeinsame drittmittelfinanzierte Einrichtungen vor. Auch bei der Auswahl von Studierenden erhalten die Hochschulen zusätzliche Möglichkeiten, individuelle Leistungen und Eignungen stärker zu berücksichtigen.


Jahresbericht: Antisemitische Vorfälle weiter auf hohem Niveau

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist weiterhin hoch: Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 8.725 antisemitische Vorfälle dokumentiert – mehr als dreimal so viele wie 2022. Damit hat sich das hohe Vorfallniveau seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verfestigt. So lautet einer der Befunde des Jahresberichts Antisemitismus 2025, den der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. (RIAS) am Mittwoch vorgestellt hat. An Bildungseinrichtungen dokumentierte RIAS 715 Vorfälle, 410 davon an Hochschulen. Bei 86% der Vorfälle stellte RIAS Stereotype des israelbezogenen Antisemitismus fest. Für Hochschulen verdeutlicht der Bericht die Bedeutung eines konsequenten Vorgehens gegen Antisemitismus auf dem Campus und in digitalen Lehr- und Kommunikationsräumen und unterstreicht die Notwendigkeit, Schutz- und Beratungsangebote für Betroffene auszubauen, antisemitische Vorfälle systematisch zu erfassen und die Sensibilisierung von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden weiter zu stärken (mehr).


Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages 2027

Noch bis 10. Juli können Vorschläge für den Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestag eingereicht werden. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die zur Auseinandersetzung mit Fragen des Parlamentarismus beitragen und ein vertieftes Verständnis parlamentarischer Praxis fördern. Berücksichtigt werden können aktuelle Arbeiten aus allen Disziplinen, die sich etwa mit Wahlen, der Arbeitsweise von Parlamenten, dem Verhältnis von Parlament und Regierung, der Rolle politischer Parteien, der Kontrolle parlamentarischer Systeme oder den Auswirkungen der Digitalisierung auf die politische Öffentlichkeit befassen. Über die Vergabe entscheidet eine interdisziplinär besetzte Fachjury (mehr).


Nationaler Bildungsbericht 2026 erschienen

Eine übergreifend koordinierte, langfristig angelegte Bildungssteuerung mit klaren Zielen wird immer dringender – so lautet ein Fazit des in dieser Woche vorgestellten nationalen Bildungsberichts „Bildung in Deutschland 2026“. Der alle zwei Jahre im Auftrag der KMK und des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) erstellte Bericht analysiert auf Basis amtlicher Statistiken sowie sozialwissenschaftlicher Daten und Studien die Entwicklung des deutschen Bildungssystems über alle Bildungsbereiche hinweg. Ein Schwerpunkt des diesjährigen Berichts liegt auf sozialer Ungleichheit im Bildungssystem. Mit Blick auf die Hochschulen bilanziert der Bildungsbericht, dass das deutsche Hochschulsystem vor der Aufgabe stehe, sich unter Bedingungen des demografischen Wandels, wachsender sozialer Ungleichheiten und einer immer stärkeren Ausdifferenzierung des Bildungsangebots neu auszurichten. Nach Jahrzehnten starken Wachstums ist die inländische Studiennachfrage inzwischen rückläufig. Gleichzeitig sind die Studienzeiten weiter angestiegen und weniger Studierende schließen ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit ab. Im Rahmen einer Online-Veranstaltung besteht Gelegenheit, die Befunde mit den Autor:innen am 22. Juni, 11:00 bis 12.30 Uhr, zu diskutieren (mehr).


HRK in den Medien

Research Professional News zitierte die HRK in einem Artikel zu konkurrierenden Forschungsanträgen im deutschen Forschungssystem. Wettbewerb sei zwar ein Ansporn für Spitzenforschung, überzeichnete Förderausschreibungen seien aber eine strukturelle Bedrohung für Innovation und akademische Karrieren. 

Dieser Newsletter wird bereitgestellt von:
Stiftung zur Förderung der Hochschulrektorenkonferenz

Prof. Dr. Walter Rosenthal (Vorstandsvorsitzender)
Ahrstraße 39
53175 Bonn
Tel.: +49 228 887-153
Fax: +49 228 887-280
E-Mail: post@hrk.de

Zuständige Stiftungsaufsichtsbehörde: Bezirksregierung Köln
Stiftungsregister des Landes NRW: AZ: 15.2.1.- 23/ 65
USt-IdNr.: DE224596228

Inhaltlich verantwortlich:
Dr. Jens-Peter Gaul
gaul@hrk.de 
Adresse s.o.
Tel.: +49 228 887-114

Im Auftrag des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz versandt durch:
Ralf Kellershohn
kellershohn@hrk.de
Tel.: +49 30 206 292-227

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