Flüchtlinge

Studium für Flüchtlinge

Immer mehr Menschen fliehen aus ihren Heimatländern vor Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung nach Deutschland. Unter den Flüchtlingen sind viele, die im Heimatland eine Hochschulzugangsberechtigung erworben oder bereits ein Studium begonnen oder gar abgeschlossen haben. Wie können die Flüchtlinge, die hier in Deutschland studieren wollen, von den Hochschulen unterstützt werden?

Im HRK-Werkstattgespräch „Integration von Flüchtlingen an deutschen Hochschulen: Strategien und Maßnahmen“ am 28. September 2015 tauschten sich über 120 Teilnehmer und Teilnehmerinnen über die bereits bundesweit angelaufenen Aktivitäten und Projekte aus, diskutierten über bestehende Herausforderungen und identifizierten die Bedarfe der studierfähigen Flüchtlinge wie auch der Hochschulen. Projektbeschreibungen und eine Linksammlung von aktiven Hochschulen mit deren Ansprechpartner sollen der weiteren Vernetzung und dem Austausch dienen.

Nachstehend finden Sie weitere Informationen zu Hochschulzugang, Studienvorbereitung und finanzieller Unterstützung.

Hochschulzugang

Können Flüchtlinge in Deutschland studieren?
Grundsätzlich dürfen Flüchtlinge ein Hochschulstudium aufnehmen, insbesondere anerkannte Flüchtlinge (Asylberechtigung, Zuerkennung des Flüchtlingsschutzes etc.). Gleiches gilt auch für Personen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist oder die einen Duldungsstatus haben.

Hochschulzugangsberechtigung
In der Regel gelten die Bewertungsvorschläge der KMK-ZAB (Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen der Kultusministerkonferenz) bei der Prüfung der Hochschulzugangsqualifikationen.

Wenn ein Flüchtling studieren möchte, aber keine Dokumente wie etwa Schulzeugnisse oder Immatrikulationsbelege vorlegen kann, sollte dennoch die Eignung eines Studieninteressierten geprüft und bewertet werden.

Flüchtlinge haben Anspruch auf angemessene Prüfung ihrer Eignung
Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich in einem Beschluss am 3. Dezember 2015 auf ein gemeinsames Vorgehen in Fällen verständigt, in denen eine Studienbewerberin oder ein Studienbewerber fluchtbedingt eine im Heimatland erworbene Hochschulzugangsberechtigung (HZB) nicht oder nur unvollständig mit Dokumenten nachweisen kann. In einem dreistufigen Verfahren soll die Studienberechtigung überprüft werden.

Grundlage hierfür ist die „Lissabon-Konvention“ (Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region, Abschnitt VII, Artikel VII), die von 49 europäischen und nicht europäischen Staaten unterzeichnet wurde. Deutschland ist seit 2007 Mitunterzeichner. Dem Abkommen zufolge müssen „angemessene Schritte“ entwickelt werden, um die Hochschulqualifikation von Flüchtlingen zu bewerten – auch wenn diese durch Urkunden nur teilweise oder gar nicht nachgewiesen werden können.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Kultusministerkonferenz (KMK), Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD), Deutsches Studentenwerk (DSW) und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) veröffentlichen gemeinsame Handreichung „Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen“ für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hochschulen und Studentenwerken.

Studienvorbereitung

Wie können Flüchtlinge fachlich und sprachlich auf ein Studium vorbereitet werden?

Gasthörer, Schnupperstudium, Brückenkurse
Um studierwillige Flüchtlinge an ein Studium heranzuführen, bieten Hochschulen die Möglichkeit, als Gasthörer oder im Rahmen eines Schnupperstudiums Veranstaltungen zu besuchen, die teilweise für ein eventuell folgendes reguläres Vollstudium angerechnet werden können. Manche Hochschulen öffnen auch ihre Brückenkurse bzw. Orientierungsprogramme.

Studienkolleg: Vorbereitung auf Zugangsprüfung
Wenn aufgrund der Qualifikationen kein direkter Zugang zum Studium gewährt werden kann, können sich Flüchtlinge – wie andere internationale Studierende auch – in einem Studienkolleg auf die sogenannte Feststellungsprüfung vorbereiten.

Voraussetzung Deutschkenntnisse
Für Flüchtlinge mit direktem oder auch nicht direktem Hochschulzugang sind ausreichende Deutschkenntnisse eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium. Wie andere internationale Studierende auch müssen sie bestimmte Nachweise erbringen:
•    eine bestandene „deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang“, kurz DSH, auf der Niveaustufe 2 oder
•    eine Prüfung im Rahmen eines „Test Deutsch als Fremdsprache“, kurz TestDaF, mit der Niveaustufe TDN 4.
Die DSH Prüfung wird von den Hochschulen bzw. Studienkollegs angeboten. TestDaF kann in den entsprechenden TestDaF-Zentren abgelegt werden.

Finanzielle Unterstützung

Wie können Flüchtlinge finanziell unterstützt und gefördert werden?

Erlass von Gebühren, Stipendien
Um Flüchtlinge zu unterstützen, erlassen oder übernehmen verschiedene Hochschulen die Gebühren für Gasthörerstatus, Semesterticket, Verwaltungs- und Zulassungsgebühren, Gebühren für Prüfungen oder Deutschkurse etc. Verschiedene Stiftungen (Deutsche Universitätsstiftung) und Organisationen gewähren Stipendien und besondere Unterstützung beim Spracherwerb im Rahmen der Studienvorbereitung
(Garantiefonds-Hochschule).

BAföG für Flüchtlinge
Anerkannte Flüchtlinge (anerkannte Asylberechtigte, Flüchtlinge mit Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft bzw. subsidiärem Schutz, BAföG § 8 Abs.2 Nr.1) können BAföG beantragen, unabhängig davon, wie lange sie bereits in Deutschland sind.

Als BAföG-Empfänger können sie darüber hinaus 4800 € im Jahr dazu verdienen. Gleiches gilt ab 1.1.2016 für Geduldete und Inhaber bestimmter humanitärer Aufenthaltstitel, wenn sie sich bereits 15 Monate in Deutschland aufhalten (Voraufenthalt).

Asylbewerber und -bewerberinnen, deren Asylantrag  noch nicht entschieden ist, können kein BAföG beantragen. Sie erhalten Unterstützung nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Nach drei Monaten besteht die Möglichkeit zu arbeiten, allerdings erst nach Vorrangprüfung.

Links zu Hochschulprojekten

Die HRK bietet den Hochschulen eine Plattform für Vernetzung, Erfahrungs- und Informationsaustausch. In der vorliegenden Linksammlung von Hochschulen, die bereits einen Websiteauftritt realisiert haben, kann so schnell zu anderen Hochschulen Kontakt aufgebaut werden. Die einzelnen Projektbeschreibungen sollen zusätzlich Informationen über Beispiele guter Praxis geben.
Die Hochschulen sind aufgefordert, sich aktiv an der Erweiterung dieser Sammlung zu beteiligen und Links bzw. Projektbeschreibungen an uns senden
(Ursula Brandt: brandtnospam-hrk.de).

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Weitere Informationen:


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Orientierungs-, Eignungs- und Studierfähigkeitstests

Bundesagentur für Arbeit (BA) "abi": Studienbezogene Self-Assessments

Hochschulrektorenkonferenz "Hochschulkompass": Studienorientierung, Self-Assessments

Kultusministerkonferenz (KMK), Bundesagentur für Arbeit (BA): Tests und Selfassessments bei der Studienwahl"

TU 9 (German Instititutes of Technology)  "Selfassessment international" (für Studieninteressierte eines technischen Faches in Deutschland)

TestDaF Institut: "TestAS" standardisierter Studierfähigkeitstest für ausländische Studierende

Online-Spracheinstufungstest des TestDaF-Instituts