Forschungsdatenmanagement

Hochschulen sind wichtige Akteure innerhalb der Infrastrukturen für das Forschungsdatenmanagement. Spürbare Impulse von Bund und Ländern sind unverzichtbar

Gemeinsame Erklärung von Hochschulleitungen, die am Workshop der HRK zum Forschungsdatenmanagement am 16.12.2016 teilgenommen haben

Forschungsdaten sind ein wertvolles Gut mit großen Potenzialen für Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Erkenntnismöglichkeiten, die mit erschlossenen und interdisziplinär korrelierten Forschungsdaten verbunden sind, steigen rasant. Die Nutzung und Aufbereitung von Forschungsdaten ist ein wichtiger Bestandteil von Forschungsmethoden. Dies erfordert Investitionen, die sich lohnen.

Vor diesem Hintergrund halten wir das Management von Forschungsdaten und die Implementierung entsprechender Infrastrukturen für eine entscheidende Bedingung exzellenter Forschung. Im gut organisierten Zugang zu qualitätsgesicherten Daten liegt eine essentielle Voraussetzung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftsstandorts.

Deshalb wollen wir Forschungsdatenmanagement auf die strategische Agenda unserer Hochschulen setzen. Entsprechend werden wir den Mitgliedern der Hochschulen Orientierungen geben, uns für die Stärkung einer „Datenkultur“ einsetzen und für die Implementierung von Servicestrukturen vor Ort Verantwortung übernehmen.

Zugleich wollen wir über die Grenzen von Hochschulen, von Bundesländern und Deutschlands hinweg kooperieren. Es ist erforderlich, gemeinsam mit den anderen Akteuren des Wissenschaftssystems (z. B. außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) übergreifende Servicestrukturen sowie Ausbildungs- und Beratungsangebote zu schaffen – insbesondere auch im Rahmen der vom Rat für Informationsinfrastrukturen geforderten „Nationalen Forschungsdateninfrastruktur“ (NFDI).

Aufgrund ihres umfassenden Fächerspektrums sind die Hochschulen wichtige Akteure innerhalb einer künftigen NFDI. Zum einen können sie die Potenziale heben, die das Forschungsdatenmanagement namentlich für die interdisziplinäre Forschung birgt. Zum anderen können sie mit ihrem Studienangebot die neuen beruflichen Profile schaffen, die für die Etablierung und den Betrieb des Forschungsdatenmanagements unentbehrlich sind. Schließlich ist die weit überwiegende Zahl der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland an Hochschulen tätig. Schon deshalb werden die nationalen Infrastrukturen auch Aufgabe und Verpflichtung für die Hochschulen sein.

Eine tragfähige nationale Infrastruktur für das Forschungsdatenmanagement kann aus Sicht der Unterzeichneten allerdings nur dann realisiert werden, wenn Bund und Länder eine koordinierende Rolle übernehmen und wissenschaftsadäquate rechtliche Rahmenbedingungen setzen, um eine Implementierung und Verstetigung von Servicestrukturen sowie von Ausbildungs- und Beratungsangeboten zu ermöglichen. Wir erwarten, dass die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) im kommenden Frühjahr finanziell unterlegte Maßnahmen beschließt, mit denen die Empfehlungen „Leistung aus Vielfalt“ des Rates für Informationsinfrastrukturen umgesetzt werden.

Bonn, 16. Dezember 2016

(Die Namen der Hochschulleitungsmitglieder - mit Hochschulnamen -, die am Workshop teilgenommen haben, finden Sie im Anhang der Erklärung, die rechts zum Download bereit steht)