Pressemitteilung

Mehr Gestaltungsspielraum für die Hochschulen: HRK reagiert auf Mitteilung der EU-Kommission zur Internationalisierung

11. Juli 2013

„Wir müssen die deutschen Hochschulen noch internationaler machen. Dieses Ziel darf trotz der Rekordzahl inländischer Studierwilliger nicht aus den Augen geraten. Dass die Europäische Kommission mit ihrer heutigen Mitteilung die Bedeutung einer strategischen Internationalisierung der europäischen Hochschulen hervorgehoben hat, bestätigt diese Einschätzung“, so der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler.

„Die deutschen Hochschulen haben ihre Internationalisierung in der vergangenen Dekade außerordentlich erfolgreich vorangetrieben. Als Gastinstitutionen für internationale Studierende und Forschende sowie als Partner für Hochschulen und Forschungseinrichtungen in aller Welt genießen sie hohe Anerkennung“, so Hippler. „Auch die jüngst von den Wissenschaftsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern verabschiedete Strategie zur Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland weist den Weg: Das Thema erfordert einen kontinuierlichen Prozess, der von den Hochschulen betrieben und von der Politik unterstützt werden muss.“

Prof. Dr. Dieter Lenzen, HRK-Vizepräsident für Internationale Angelegenheiten, verwies darauf, dass sich die Bundesregierung seit vielen Jahren für die Internationalisierung der Hochschulen  stark engagiert, etwa mit der Finanzierung des HRK-Audits „Internationalisierung der Hochschulen“ seit 2009 mit fast 2,5 Millionen Euro, zwischen den Bundesländern aber große Unterschiede bestehen: „Nicht alle Länder räumen dem Thema den angemessenen Stellenwert ein. Die EU fordert ihre Mitgliedstaaten nun dazu auf, die Voraussetzungen zu schaffen, um Internationalisierung als strategische Priorität in der Entwicklungsplanung der Hochschulen zu verankern. In Deutschland sind da die Länder als Träger der Hochschulen gefordert, sich deutlich stärker als bisher zu engagieren.“

Um institutionelle Internationalisierungsstrategien entwickeln und umsetzen zu können, benötigen die Hochschulen aus Sicht der HRK einen größeren finanziellen, rechtlichen und konzeptionellen Gestaltungsspielraum. Förderprogramme sollten die Strategieentwicklung der Hochschulen nachhaltig unterstützen, indem sie entsprechende inhaltliche Freiräume und angemessene Overheads gewähren.

„Ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen attraktive Stellen- und Stipendienangebote auf allen Stufen der akademischen Laufbahn. Und wir brauchen sie, um das intellektuelle und kreative Potenzial der deutschen Hochschulen dauerhaft sicherzustellen“, sagte Lenzen. Um ausländische Studierende zu gewinnen, müssten ebenfalls mehr Stipendien sowie angemessene Betreuungsstrukturen zur Verfügung gestellt werden. Auch für die Umsetzung einer institutionellen Mehrsprachigkeit und die Internationalisierung der Curricula bedürfe es sowohl innovativer Konzepte als auch zusätzlicher Mittel.

„Die HRK wird die Hochschulen in ihren Bemühungen unterstützen, insbesondere im Rahmen ihres Audits ‚Internationalisierung der Hochschulen‘, das mit anteiliger Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ab Herbst 2013 in einer weiteren Phase angeboten wird“, so Lenzen.

Die Mitteilung der EU-Kommission „European Higher Education in the World“ ist hier im Internet verfügbar.