Lehrkräfte für eine Schule der Vielfalt: Tagung von KMK und HRK zur Qualifikation Inklusion im Lehramtsstudium

1. Dezember 2014

Was müssen Lehrkräfte können, um Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen gemeinsam zu unterrichten? Diese Frage steht im Zentrum einer gemeinsamen Fachtagung der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am Montag, den 1. Dezember 2014, in Berlin. Die Tagung dient der Vorbereitung einer gemeinsamen Empfehlung von HRK und KMK. Sie soll die gemeinsamen Ziele zur Weiterentwicklung der Lehramtsstudiengänge in diesem Bereich konkretisieren.

Alle Bildungsbereiche haben den Auftrag, Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Begabungen zusammenzuführen. Damit die Lehrkräfte das Potenzial des gemeinsamen Lernens im Schulunterricht vollständig ausschöpfen können, wollen die Hochschulen ihre Lehramtsstudierenden auf diese Aufgabe besser vorbereiten.

„Inklusion und Lehrerbildung war eines der Schwerpunktthemen der KMK in diesem Jahr, deshalb haben wir 2014 die Standards für Lehrerbildung – die die Grundlage der Lehrerbildung in Deutschland bilden – unter dem Gesichtspunkt der Inklusion deutlich weiterentwickelt“, erklärte die KMK-Präsidentin und nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann im Vorfeld der Tagung. Es gehe darum, konstruktiv und achtsam mit der Unterschiedlichkeit von Kindern und Jugendlichen umzugehen. Mit der Überarbeitung der Standards für die Lehrerbildung ist die Grundlage für eine weitere Professionalisierung im Bereich Inklusion gelegt worden. „Jetzt gilt es, die Umsetzung in den Curricula der Lehramtsstudiengänge an den Hochschulen zu diskutieren“, so Löhrmann.

„Der Zuschnitt der Studiengänge und die Profile der Hochschulen sind sehr unterschiedlich. Daher muss von den Hochschulen vor Ort entschieden werden, wie sie ihren Studierenden die nötigen Kompetenzen für den Lehrerberuf vermitteln – Leitlinien dazu wollen wir auf der heutigen Tagung gemeinsam entwickeln“, so Professor Dr. Holger Burckhart, HRK-Vizepräsident für Lehre und Studium, Lehrerbildung und Lebenslanges Lernen.

„Die Umsetzung der politischen Vorgaben in Schulen und Hochschulen erfordert unser ge-meinsames Engagement. Die Schulen brauchen zukünftig Lehrkräfte, die in ihrer Ausbildung auf den Umgang mit Vielfalt vorbereitet wurden“, unterstrich Ministerin Löhrmann. Das glei-che gelte für die Hochschulen, so HRK-Vize Burckhart: „Um angemessen zu inklusionsspezi-fischen didaktischen und gesellschaftlichen Fragestellungen forschen und lehren zu können, ist eine entsprechende Ausstattung nötig. Dabei denken wir nicht nur an Geld für Stellen. Wir denken vor allem daran, dass wir auch qualifizierte Personen brauchen, mit denen diese Stel-len besetzt werden können. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses speziell im Bereich Inklusion ist unumgänglich.“