HRK und Rektorenkonferenz Griechenlands: Zur Überwindung der Finanzkrise Investitionen in Bildung

9. Januar 2014

Am 8. und 9. Januar 2014 trafen Vertreter der griechischen Rektorenkonferenz (Synodos Prytaneon Ellinikon Panepistimion – Greek Rectors‘ Conference) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zu einem ersten Gespräch über die künftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Hochschulorganisationen zusammen. Die Folgen der Finanzkrise für die griechischen Universitäten waren das zentrale Thema.

Die Vertreter kamen überein, die Gesamtsituation auf Expertenebene einer differenzierten Analyse zu unterziehen. Insbesondere soll dabei nach Wegen gesucht werden, die politischen Entscheidungen auf eine sachgerechte Grundlage zu stellen und dabei die griechische ebenso wie die deutsche Regierung darin zu bestärken, den öffentlichen Hochschulsektor in Griechenland angemessen zu fördern. In zwei aufeinander folgenden Konferenzen werden deutsche und griechische Hochschulvertreter einen Beitrag dazu leisten,

-    die Partnerschaften zwischen deutschen und griechischen Universitäten  
     auszuweiten und zu intensivieren,
-    die Zahl der gemeinsamen Forschungsprojekte zu erhöhen,
-    gemeinsame Studiengänge für griechische und deutsche Studierende
     auszuarbeiten sowie
-    den Studierendenaustausch zu beleben.

Dieser Austausch wird die Grundlage für ein Memorandum of Understanding zwischen beiden Rektorenkonferenzen sein, das in den nächsten Monaten bei einem weiteren Treffen auf Rhodos unterzeichnet werden wird.

Prof. Dr. Demostenes Anagnostopoulos, Rektor der Harokopio-Universität und Vorsitzender der griechischen Rektorenkonferenz: „Ich finde unseren heutigen Austausch mit den deutschen Kollegen außerordentlich wichtig, insbesondere zu diesem Zeitpunkt, an dem nicht nur die griechische Gesellschaft, sondern auch die griechischen Universitäten herausgefordert werden. Ich freue mich daher über das Vertrauen der deutschen Hochschulen in die Stärke ihrer griechischen Partner. Durch den fundierten und vertrauensvollen Dialog zwischen den Hochschulvertretern beider Länder werden die griechischen Universitäten weiter gestärkt. Dies unterstützt unsere Forderung, die griechischen Universitäten von den bestehenden Memorandums-Verpflichtungen gegenüber der Troika auszunehmen, damit die Bildung zum effektivsten Entwicklungsmotor für die Überwindung der Krise wird, in der das Land sich gerade befindet.“

HRK-Vizepräsident Prof. Dr. Dieter Lenzen: „Die Situation der griechischen Universitäten ist dramatisch: Budget- und Personalkürzungen um bis zu 50 Prozent – sowohl im wissenschaftlichen wie im administrativen Bereich – bei gleichzeitig steigenden Studierendenzahlen machen einen regulären Universitätsbetrieb in vielen Bereichen praktisch unmöglich. Investitionen in Bildung sind die beste Sozialpolitik. Es wird ein Anliegen unseres nächsten Zusammentreffens sein, dies mit Expertise zu unterfüttern, um diesen wichtigen Punkt der Öffentlichkeit adäquat zu vermitteln. Es kommt jetzt ferner darauf an, der deutschen Öffentlichkeit ein angemessenes Bild über die Leistungsfähigkeit der griechischen Universitäten zu kommunizieren und auf diese Weise das Interesse an der Kooperation zu erweitern und der griechischen Öffentlichkeit zu vermitteln, dass deutsche Wissenschaftler und Hochschulen in der gegenwärtigen Situation an ihrer Seite stehen. Griechenland ist die Wiege der europäischen Idee. Europa hat daher in besonderer Weise die Verpflichtung, das teilweise noch junge griechische Universitätssystem vor dem Kollaps zu schützen und der nachwachsenden Generation in Griechenland eine Zukunft zu sichern.“