Kontakt

Susanne Schilden (Pressesprecherin)
Tel.: +49 228 887-152
schilden[at]hrk.de

Ralf Kellershohn
Tel.: +49 30 206 292-27
kellershohn[at]hrk.de

Carolin Brühl
Tel.: +49 228 887-151
bruehl[at]hrk.de

HRK-Umfrage ergibt: Hochschulen engagieren sich für die Bildung von Flüchtlingen

7. Juli 2015

Die deutschen Hochschulen engagieren sich in erheblichem Maße für die Bildung und Weiterbildung der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland. Dies ergab eine aktuelle Abfrage der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bei den sechzehn Landesrektorenkonferenzen.

Über 60 Hochschulen berichten über ihre Aktivitäten. Diese reichen von Informationsveranstaltungen zu Studium und Studienvorbereitung über Rechtsberatung, Deutschkurse und psychosoziale Betreuung bis hin zur Unterstützung bei der Wohnraumsuche.

Zu den vielfältigen Unterstützungs- und Beratungsmaßnahmen, von denen die Landesrektorenkonferenzen der HRK berichten, zählen auch konkrete finanzielle Hilfen. Dazu gehören der Erlass von Semesterbeiträgen, kostenlose Semestertickets und auch die Nutzung von Härte- und Stipendienfonds.

„Wir sehen mit Sorge, dass Menschen mit Verunsicherung auf den Flüchtlingszustrom reagieren und dass die Fremdenfeindlichkeit mancherorts zunimmt. Mit ihren Aktivitäten leisten die Hochschulen einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration der Flüchtlinge und setzen damit ein Zeichen für eine offene und zukunftsfähige Gesellschaft“, erklärte HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler heute in Berlin.

„Für Personen, die aufgrund ihrer Flucht keine ausreichenden Bildungsnachweise vorlegen können, wollen wir den Zugang zu Studium und Promotion nicht verstellen. Ich möchte die Hochschulen bestärken, die bestehenden rechtlichen Spielräume großzügig auszuschöpfen, um diesen Flüchtlingen ermutigende Perspektiven zu bieten“, so Hippler. „Die Umfrage zeigt, dass das vielerorts bereits so geschieht.“

„Ich begrüße es sehr, dass Flüchtlinge nun die Möglichkeit haben, 15 Monate nach ihrer Anerkennung BAföG zu beantragen. Für die nachhaltige Absicherung der Hilfestellungen, die die Hochschulen ihrerseits leisten, benötigen sie dringend zusätzliche Mittel“, betonte HRK-Vizepräsident Prof. Dr. Dieter Lenzen. „Nur so können wir die finanzielle und psychosoziale Unterstützung der häufig hochqualifizierten, aber auch teilweise traumatisierten Flüchtlinge langfristig gewährleisten. Ich bin froh, dass es gelungen ist, gemeinsam mit den zuständigen Ministerien und Förderorganisationen eine konzertierte Aktivität aller Entscheidungsträger zeitnah zu verwirklichen. Diese wird dem Zweck dienen, die Bemühungen um die Flüchtlinge mit Studieninteressen zu bündeln und noch effektiver zu machen. Die deutschen Hochschulen gehen davon aus, dass die Politik für diese letztlich auch humanitäre Verpflichtung die erforderlichen finanziellen Mittel unbürokratisch zur Verfügung stellen wird.“

Um den Erfahrungsaustausch über die Arbeit mit Flüchtlingen zu fördern und die vorhandene Expertise zu stärken und auszubauen, wird die Hochschulrektorenkonferenz im September ein Werkstattgespräch für interessierte Hochschulen durchführen.