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HRK-Tagung "Gendergerechte Führungskultur an Hochschulen"

21. Oktober 2015

Die Führungskultur an Hochschulen braucht Veränderung, um mehr talentierte Frauen in der Wissenschaft zu halten. Das war das Ergebnis einer Konferenz „Gendergerechte Führungskultur“, zu der die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) weibliche Führungskräfte aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Montag und Dienstag nach Göttingen eingeladen hatte.

Zwar ist es in den letzten zwei Jahrzehnten durch gezielte Förderung gelungen, den Anteil von Frauen an Promotion, Habilitationen und im Mittelbau deutlich zu steigern, doch sind nach wie vor 80 Prozent der Professuren von Männern besetzt. Der Anteil der Frauen in diesem Bereich ist in den letzten 15 Jahren auch nur um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr gestiegen.

Professorin Dr. Ulrike Beisiegel, HRK-Vizepräsidentin für Governance und Hochschulmanagement: „Die Konferenz hat gezeigt: Immer noch gibt es strukturelle und kulturelle Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft. In Berufungsverfahren werden außerfachliche Vorbehalte gegenüber Wissenschaftlerinnen geäußert und Auswahlkriterien sind männlich geprägt.“ 

Um diese tradierten Hindernisse wirkungsvoll zu beseitigen, sei eine veränderte Führungskultur an den Hochschulen notwendig. „Generell bedarf es einer systematischen Vorbereitung auf Leitungsfunktionen und damit einer Professionalisierung der Hochschulleitungen“, sagte Professorin Dr. Johanna Weber, HRK-Vizepräsidentin für Hochschulmedizin und Gesundheit. „Die Vermittlung von Führungskompetenzen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die auf Führungspositionen berufen werden, muss zu einer Selbstverständlichkeit werden. Dabei gilt es auch zu vermitteln, wie wichtig Gleichstellung, personelle Diversität und Personalentwicklung für den Erfolg der einzelnen Einrichtung sind.“

In der Vernetzung der weiblichen Hochschulleitungen sieht Prof. Beisiegel einen ersten und notwendigen Schritt für die Veränderung der Führungskultur. „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die ‚gläserne Decke‘ für die vielen hoffnungsvollen Nachwuchswissenschaftlerinnen zu beseitigen und Frauen auf Professuren zu einer Selbstverständlichkeit zu machen.“