HRK: Dynamik der Exzellenzinitiative erhalten

12. November 2015

Die Dynamik der Exzellenzinitiative muss erhalten bleiben. Dazu darf es weder eine politisch vorgegebene Konzentration auf einige wenige Standorte geben noch eine Abkehr vom Kriterium der Exzellenz. Das forderte die Mitgliederversammlung der Hochschulrektoren-konferenz (HRK) am Dienstag in Kiel. Mit Blick auf die Vorschläge von CDU/CSU und von SPD formulierte die HRK zentrale Positionen an die Adresse der Politik.

HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler: „Die Politik tut gut daran, inhaltliche Vorgaben auf ein Minimum zu reduzieren, jedoch wie bislang den Anspruch an die wissenschaftliche Exzellenz der Vorhaben sehr hoch anzusetzen. Die Dynamik der Exzellenzinitiative erwächst fundamental aus der breiten Beteiligung der Universitäten, unbeschadet ihrer Region, ihrer Kooperationspartner oder ihres Fächerspektrums. Diese Dynamik darf nicht abgewürgt werden, indem man womöglich vielen Universitäten zu verstehen gibt, dass sie keine Chance auf ausgezeichnete Begutachtung hätten, etwa weil sie in der falschen Region lägen oder ihnen die politisch gewünschten Partner fehlten. Die Exzellenzinitiative muss ein wissenschaftsgeleiteter Wettbewerb mit forschungsadäquaten Vorgaben bleiben. Zentraler Punkt dabei ist, dass die Bewilligung von Vorhaben dem Urteil weltweit hoch anerkannter Gutachterinnen und Gutachter folgt; denn diese allein sind in der Lage, ein international belastbares Exzellenzprädikat zu vergeben.“

Die Hochschulen plädieren zudem nachdrücklich dafür, die Anschlussfähigkeit zum laufenden Programm zu gewährleisten, um die erreichten Ergebnisse ebenso zu sichern wie Projekte, die erst längerfristig ihr volles Potential entfalten.

Hippler: „Das bedeutet keinesfalls eine Bestandsgarantie für laufende Vorhaben. Beides muss möglich sein: ausgezeichnete laufende Vorhaben weiter voran zu treiben und auch neue exzellente Vorhaben zu starten. Deshalb sollten nur moderate Veränderungen am Design des Wettbewerbs vorgenommen werden. Eine sinnvolle Modifikation mit substanzieller Selbstverpflichtung der antragstellenden Universitäten wie auch der Fachhochschulen als möglicher Partner wäre es, bei der Begutachtung der zukunftsfähigen Personalentwicklung einen hohen Stellenwert einzuräumen. Dies gilt für thematische Cluster ebenso wie für allgemeinere Maßnahmen, die zur Markenbildung deutscher Universitäten beitragen.“

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