Europäischer Forschungsraum muss Platz für individuelle Stärken lassen

11. Februar 2014

„Der Europäische Forschungsraum muss für eine bessere Zusammenarbeit und Integration der 28 nationalen Wissenschaftssysteme stehen, nicht für Zentralisierung und Normierung“, so der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler, heute in Bonn. 

In einem Brief an die deutschen Europa-Parlamentarier im Ausschuss für Industrie und Forschung (ITRE) formulierte Hippler seine Bedenken anlässlich der morgigen Anhörung im Europäischen Parlament "The European Research Area - from Framework Programme 7 to Horizon 2020".

Dazu erklärte er: „Die EU arbeitet zum Beispiel ‚Prinzipien für Innovatives Promovieren‘ aus, die durchaus sinnvolle Überlegungen enthalten. Wir wollen aber europäische Normierungen für die Promotionsphase vermeiden. So gibt es in Deutschland in den technischen Wissenschaften viele Ingenieure als externe Doktoranden, die bereits in Betrieben arbeiten. Wir halten dies für ein Erfolgsmodell der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft, das in Europa außergewöhnlich ist. Solche Modelle sollten wir nicht für europäische Standardlösungen gefährden oder aufgeben.

Ich habe die Europaparlamentarier daher darum gebeten, sich nicht hinter ein zentralistisches Modell des Europäischen Forschungsraums zu stellen, das individuelle Stärken und Besonderheiten der Wissenschaftssysteme auf dem Altar der Einheitlichkeit opfert."