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HRK Hochschulrektorenkonferenz - die Stimme der Hochschulen

Newsflash 25.5. – 5.6.2026

→  HRK kritisiert mögliche Absage der BAföG-Reform
→  WissZeitVG: BMFTR veröffentlicht Referentenentwurf
→  Cybersicherheit: HRK mahnt entschlossenes Handeln von Bund und Ländern an
→  Veranstaltungsrückblick: „Wissenschaft – und ich?!” in Berlin
→  KI und Prüfen: Neue HRK-Arbeitsgruppe gestartet
→  Info-Veranstaltung zum Joint European Degree Label
→  Bundesbericht Forschung und Innovation 2026
→  HRK in den Medien
→  Neu- und wiedergewählte Hochschulleitungen

An die Rektorate und Präsidien der HRK-Mitgliedshochschulen

HRK kritisiert mögliche Absage der BAföG-Reform

In deutlichen Worten hat die HRK am vergangenen Montag überraschende Medienaussagen von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär kritisiert, die auf ein Aus der im Koalitionsvertrag angekündigten Grundsatznovelle des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) hindeuten. HRK-Präsident Walter Rosenthal wies darauf hin, dass die BAföG-Fördersätze im Unterschied zu anderen staatlichen Unterstützungsleistungen seit vielen Jahren immer nur geringfügig angehoben wurden. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten kämen daher immer weniger Studierende mit den aktuellen Fördersätzen über die Runden. „Das schreckt von der Aufnahme eines Studiums ab und es gefährdet dessen Abschluss”, so Rosenthal. HRK-Vizepräsidentin Susanne Menzel-Riedl unterstrich: „Bildung ist Deutschlands zentrale Ressource. Hier zu investieren, sichert Zukunft. Das gilt insbesondere für das BAföG.” Die HRK hatte zuletzt im April gemeinsam mit dem Deutschen Studierendenwerk eine „große Novelle” des BAföG gefordert. 2025 hatte die HRK-Mitgliederversammlung Vorschläge für die Neufassung des BAföG vorgelegt.


WissZeitVG: BMFTR veröffentlicht Referentenentwurf

Das Ringen um eine Neufassung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) nimmt mit dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Referentenentwurf wieder Fahrt auf. In einer Reaktion begrüßte HRK-Präsident Walter Rosenthal, dass die bekanntgewordenen Regelungen insgesamt entschlackt wurden. „Sie sind leichter lesbar und verständlicher gehalten. Das kann der Debatte über Funktion und Regelungsgrenzen dieses Gesetzes nur zuträglich sein“, so Rosenthal. Ebenfalls positiv bewertete Rosenthal die Einführung von Mindestvertragslaufzeiten von drei Jahren für Erstverträge für Promovierende und zwei Jahren für Postdocs in der jeweiligen Qualifizierungsphase. Die HRK hatte dies beim letzten Novellierungsversuch selbst schon für die Promotionsphase als sinnvoll und angemessen vorgeschlagen. Kritisch bewertete der HRK-Präsident eine Neuerung, die den zeitlichen Vorrang der Qualifizierungsbefristung vor der Drittmittelbefristung einführen soll und kündigte an, dass die HRK sich im anstehenden parlamentarischen Anhörungsprozess wieder kritisch und konstruktiv einbringen werde.


Cybersicherheit: HRK mahnt entschlossenes Handeln von Bund und Ländern an

Vor dem Hintergrund eines Hackerangriffs, bei dem personenbezogene Daten von mehr als 72.000 Patient:innen von Universitätskliniken entwendet wurden, forderte die HRK in der vergangenen Woche Bund und Länder erneut auf, die Cybersicherheit der Hochschulen als Teil kritischer Infrastruktur deutlich stärker zu unterstützen. HRK-Vizepräsidentin Ulrike Tippe verwies auf die hohe Verwundbarkeit komplex vernetzter Hochschul-IT und forderte verbindliche Sicherheitsstandards, nachhaltige Finanzierung sowie stärkere personelle und technische Kapazitäten für Datensicherheit, IT-Forensik und Krisenmanagement. Bereits 2025 hatte die HRK in einer Entschließung zur Cybersicherheit an Hochschulen auf die wachsenden Risiken hingewiesen und die Einrichtung eines bundesweiten „Bündnisses Cybersicherheit für Hochschulen“ gefordert.


Veranstaltungsrückblick: „Wissenschaft – und ich?!” in Berlin

Wie funktioniert gute Wissenschaft? Welche Bedeutung hat sie für den Alltag – und was hat das mit dem Grundgesetz zu tun? Über diese Fragen diskutierten am 23. Mai, dem Ehrentag des Grundgesetzes, Vertreter:innen aus Wissenschaft, Hochschulen und Studierendenschaft vor dem Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Veranstaltet wurde die Sonderausgabe von „Wissenschaft – und ich?!” von der HRK, Wissenschaft im Dialog und der HU, gefördert von der VolkswagenStiftung. Neben HRK-Präsident Walter Rosenthal beteiligten sich unter anderem Jutta Allmendinger (Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen), Tabea Herbst (Vorstandsmitglied fzs), Heike Klüver (HU), Christoph Markschies (Präsident der BBAW und der Akademienunion), Rothemund Philipp (Sprecher der Jungen Akademie), Beate Schücking (Präsidentin des Deutschen Studierendenwerks) und Georg Schütte (Generalsekretär der VolkswagenStiftung). Ergänzt wurde die Podiumsdiskussion durch Thementische und Mitmachangebote aus unterschiedlichen Fachgebieten. Zahlreiche Mitgliedshochschulen waren zudem dem Aufruf der HRK gefolgt, sich an ihren Standorten mit eigenen Aktionen zum Zusammenhang von Wissenschaft und Demokratie am Ehrentag zu beteiligen. Am morgigen Samstag macht „Wissenschaft – und ich?!” Station in Bernburg (mehr).


KI und Prüfen: Neue HRK-Arbeitsgruppe gestartet

Wie sollten Hochschulen auf die Herausforderungen reagieren, die Künstliche Intelligenz (KI) für das Prüfungswesen mit sich bringt? Dieser Frage widmet sich die neu gegründete Arbeitsgruppe „KI & Prüfen“ des HRK-Projekts KI-LOTSE, die vergangene Woche erstmals an der Universität Hamburg zusammengekommen ist. Ziel der AG ist es, Empfehlungen zu erarbeiten, die Hochschulen als Orientierung in strategischen Fragen dienen. In den kommenden Sitzungen sollen rechtliche Erfordernisse zusammengestellt und Impulse für eine zukunftsfähige Prüfungskultur identifiziert werden (mehr).


Info-Veranstaltung zum Joint European Degree Label

Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen Hochschulen das neue Joint European Degree Label für gemeinsame Studiengänge beantragen können. Diese Studiengänge (joint degrees) müssen von Hochschulen aus mindestens zwei EU-Mitgliedstaaten angeboten werden und bestimmte organisatorische und inhaltliche Kriterien erfüllen. Die Europäische Kommission lädt am 18. Juni von 10:30 bis 12:00 Uhr zu einer Online-Veranstaltung ein, um über die Einführung zu informieren. Das Webinar richtet sich insbesondere an Personen, die mit der Qualitätssicherung von Studiengängen beschäftigt sind (mehr). 


Bundesbericht Forschung und Innovation 2026

Die Bundesregierung hat Mittwoch den neuen Bundesbericht Forschung und Innovation 2026 (BuFI) verabschiedet. Der Bericht beschreibt die strategische Neuausrichtung der Forschungs- und Innovationspolitik hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, technologischer Handlungsfähigkeit und industrieller Wertschöpfung. Dem Bericht zufolge erreichten die deutschen Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) 2024 mit 137,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Mit 3,17 Prozent lag die FuE-Quote erneut über dem Drei-Prozent-Ziel der Europäischen Union. Der Bericht hebt insbesondere Zukunftstechnologien, Fachkräftesicherung und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Anwendungen hervor. Der BuFI erscheint alle zwei Jahre und ist das zentrale Berichtsformat der Bundesregierung zur Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland (mehr).


HRK in den Medien

Im Interview mit dem Deutschlandfunk äußerte sich HRK-Präsident Walter Rosenthal zu Spionage an deutschen Hochschulen. Neben u. a. der Nachrichtenagentur AFP, deren Meldung von zahlreichen regionalen Medien aufgenommen wurde, und der Süddeutschen Zeitung zitierten Jan-Martin Wiarda und der Research.Table die HRK mit Stellungnahmen zur aktuellen Diskussion um die BAföG-Reform, der Table überdies zum WissZeitVG-Entwurf. In einem am Mittwoch in der FAZ erschienenen Gastbeitrag warnen die Spitzen von HRK, DFG und Wissenschaftsrat vor den Folgen eines Wahlsiegs der AfD in Sachsen-Anhalt für die Wissenschaft.


Neu- und wiedergewählte Hochschulleitungen

Es wurden fünf Hochschulleitungen neu- und zwei wiedergewählt: Prof. Dr. Jörg Abbing (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Neuwahl), Prof. Dr. Ralph Bruder (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Wiederwahl), Prof. Dr. Katja Koch (Universität Hildesheim, Neuwahl), Prof. Dr. Michael Komorek (Evangelische Hochschule Berlin, Neuwahl), Prof. Dr. Michal Kucera (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Prof. Andreas Timm-Giel (Technische Universität Hamburg, Wiederwahl) und Prof. Dr. Johannes Wessels (Georg-August-Universität Göttingen, Neuwahl).

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Im Auftrag des Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz versandt durch:
Ralf Kellershohn
kellershohn@hrk.de
Tel.: +49 30 206 292-227

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