Globaler Austausch zur Wissenschaftsfreiheit

"Wiener Erklärung": Rektorenkonferenzen für Demokratie und Wissenschaftsfreiheit

Schulterschluss für Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie: Bei einem Treffen in Wien in der vergangenen Woche betonten die Präsidenten von zehn europäischen Rektorenkonferenzen – darunter die HRK – die unverzichtbare Bedeutung von akademischer Freiheit, wissenschaftlicher Integrität in Lehre und Forschung sowie der Autonomie der Hochschulen. In ihrer gemeinsamen Erklärung „Universitäten im Zeichen der Aufklärung“ bekräftigen die Hochschulvertretungen von Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, der Schweiz, Serbien, der Slowakei, Slowenien und der Tschechischen Republik ferner die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen, die gerade angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Tendenzen in vielen Ländern umso dringlicher wahrgenommen werden müsse. Mehr dazu

HRK Präsident bestärkt EUA-Protest gegen Hochschulpolitik Ungarns

Die European University Association (EUA) hat anlässlich des Beschlusses der Central European University (CEU), ihren Standort von Budapest nach Wien zu verlagern, gegen die Maßnahmen der ungarischen Regierung protestiert. HRK-Präsident Peter-André Alt dazu: „Die Eingriffe der politischen Führung Ungarns in die akademische Freiheit sind inakzeptabel. Es darf nicht sein, dass ein EU-Mitgliedsland missliebige Hochschulen aus dem Land vertreibt, versucht auf Studienangebote Einfluss zu nehmen oder Hochschulmitglieder einschüchtert. Damit beschädigt das Land langfristig auch die eigene Leistungsfähigkeit in Bildung und Wissenschaft. Alle politischen Kräften sollten auf die ungarische Regierung einwirken, den Repressalien ein Ende zu setzen, denn Wissenschaft braucht Freiheit. Ich unterstütze daher die Erklärung der EUA .“

Living Values: Instrumentenkasten für Grundwertediskussion

Das neue Living Values-Projekt des Magna Charta Observatory stellt für Hochschulen online einen Instrumentenkasten bereit, mit dessen Hilfe sie hochschulinterne Diskussionsprozesse zu ihren institutionellen Grundwerten anstoßen können. Anlass des Launches ist das dreißigjährige Jubiläum der Magna Charta Universitatum, die mittlerweile von knapp 900 Hochschulen in über 80 Ländern unterzeichnet wurde, darunter bislang 37 deutsche Hochschulen. Sie enthält das Bekenntnis zu akademischer Freiheit und institutioneller Autonomie als Leitlinien für Selbstverständnis und Governance der Unterzeichner.

Zur Freiheit der Rede an Universitäten

„Demokratien basieren auch auf freien Universitäten, und umgekehrt basiert die Freiheit der Universitäten auf einer funktionierenden demokratischen Gesellschaftsordnung.“ Mit diesen Worten skizzierte HRK-Präsident Peter-André Alt das Wechselverhältnis von akademischer Freiheit und Demokratie im Rahmen eines einführenden Vortrags am Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus in New York. Gegenstand der anschließenden Podiumsdiskussion war die aktuelle Auseinandersetzung um die Grenzen und Rahmenbedingungen der Freiheit der Rede in Universitäten, wie sie derzeit insbesondere in den USA geführt wird. Der HRK-Präsident bezeichnete ein klares Bekenntnis zur Freiheit der Rede als zentralen Baustein des Selbstverständnisses deutscher Universitäten. Mehr dazu

Workshop: Integrität als Eckpfeiler für Hochschullehre und -forschung

Auf Einladung des Observatory Magna Charta Universitatum und der französischen Rektorenkonferenz CPU tauschten sich Hochschulvertreter aus rund 30 Ländern in Paris über Integrität und soziale Verantwortung von Hochschulen aus. Gemeinsam diskutierten diese nicht nur über Fragen der Integrität und Ethik in der Forschung, sondern weiteten den Blick auf den breiteren Hochschulkontext – sowohl hochschulintern als auch im Austausch mit der Gesellschaft. Die gemeinsam vom Observatory Magna Charta und der International University Association veröffentlichten Leitlinien heben dabei hervor, dass Integrität im konkreten Hochschulalltag trotz der Allgemeingültigkeit der Prinzipien vom jeweiligen Hochschulkontext abhängig ist.