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HRK HochschulrektorenkonferenzAudit "Internationalisierung der Hochschulen"

Presseschau

Qualitätssicherung: Es gibt kein Patentrezept für Internationalisierung

duz Europa Nr. 09, 05.11.2010

Die erste Runde des Audits „Internationalisierung der Hochschulen“ zeigt deutlich: Es gibt keine Standard-Empfehlungen für ein Konzept. Individuelle Gutachten helfen besser, den eigenen Weg zu finden.

Berlin „Was für Hochschule A gut ist, ist nicht automatisch auch für Hochschule B geeignet. Internationalisierung muss vielmehr eine Reihe interner und externer Faktoren berücksichtigen“, sagte Ende September Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vize-Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, die das Audit konzipierte. Hochschultyp, fachliches Profil und das institutionelle Leitbild sowie finanzielle und personelle Kapazitäten und nicht zuletzt auch die Position der Hochschule in ihrer Region und im nationalen Zusammenhang spielten eine große Rolle, erklärte Lenzen. Wichtig in jedem Fall: Internationalisierung müsse Sache der Hochschulleitung sein und von ihr getragen werden.

Lenzen zog damit auch eine Bilanz der ersten Runde, an der sechs Hochschulen teilnahmen: Die Unis Bielefeld, Gießen und Göttingen, die Fachhochschulen Mannheim und München sowie die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus. Das Bundesforschungsministerium hat weiteres Geld bis 2013 bewilligt. Insgesamt können sich somit zusätzlich 45 Hochschulen begutachten lassen (duz MAGAZIN 11/2010, S. 18). Die nächste Bewerberrunde startet Mitte 2011. Teilnehmende Hochschulen müssen Selbstberichte verfassen und werden anschließend von einem externen, international besetzten Expertenteam analysiert und beraten.

Prof. Dr. Walther Zimmerli, Präsident der 19 Jahre jungen BTU Cottbus, sagt: „Internationalisierung war an unserer Universität bereits vor dem Audit Sache der Hochschulleitung. Die Leiterin des Akademischen Auslandsamtes berichtet direkt an mich.“ Trotzdem konnte das Audit noch wertvolle Hinweise auf Verbesserungen geben, der Anteil ausländischer Studierender zum Beispiel – derzeit 16 Prozent – ist noch ausbaufähig. Das ist für die BTU überlebenswichtig, denn wegen der demografischen Entwicklung ist die Zahl der Studienbewerber aus der Region, deren Anteil noch vor kurzem 70 Prozent ausmachte, in den letzten Jahren geschrumpft: „Wir sind auch mit dem Anspruch angetreten, das Tor zum Osten und eine attraktive Hochschule für osteuropäische Studierende und Partner zu sein," sagt Zimmerli. Er möchte zudem mehr Lehrpersonal aus dem Ausland gewinnen. Ein erster Schritt: „Wir werden Ausschreibungen künftig auch in internationalen Medien veröffentlichen und klar kommunizieren, dass die Bewerber auch Kurse in englischer Sprache abhalten sollen." mk