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HRK HochschulrektorenkonferenzAudit "Internationalisierung der Hochschulen"

Presseschau

Die BTU auf dem Weg, noch internationaler zu werden

BTU News – Zeitung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus Nr. 31, August 2010

Die BTU ist als einzige Technische Universität und einzige Hochschule aus den Neuen Bundesländern in der Pilotphase zum Internationalisierungs-Audit mit dabei.

Von den 6475 Studierenden an der BTU Cottbus kommen 965 aus dem Ausland, aus über 90 Nationen – vor allem aus China, Kamerun, Polen, Indien, Nigeria, Bulgarien und der Ukraine. Besonders attraktiv für die Studierenden aus dem Ausland sind die englischsprachigen Masterstudiengänge, Environmental and Resource Management und Power Engineering, aber auch Architektur und Wirtschaftsingenieurwesen sind stark nachgefragt. Perspektivisch hat es sich die BTU zum Ziel gesetzt, ihr internationales Profil zu schärfen. Dafür ist eine professionelle Strategiearbeit im Bereich Internationales notwendig, und die hat - so BTU-Präsident, Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli - »oberste Priorität«.

Vor diesem Hintergrund bewarb sich die BTU Cottbus 2009 im Rahmen einer Ausschreibung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) um die Teilnahme an der Pilotphase des Audits »Internationalisierung der Hochschulen«. Als eine von sechs Hochschulen deutschlandweit erhielt sie den Zuschlag: Neben der Georg-August-Universität Göttingen, der Universität Bielefeld, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Hochschule Mannheim und der Hochschule für angewandte Wissenschaften München wurde sie für die Pilotphase ausgewählt. BTU-Präsident, Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli freut sich über den Zuschlag: »Für die BTU bedeutet die Teilnahme an der Pilotphase die außerordentliche Chance, ihre nächsten Schritte auf dem Weg zur Internationalisierung mit professioneller Begleitung durch die HRK zu gehen. Damit ist sie die erste Technische Universität und die erste Hochschule in den neuen Bundesländern, die diese Möglichkeit in Anspruch nimmt, ihr eigenes internationales Profil zu schärfen und herauszustellen.«

Die ProjektgruppeProjektgruppe
Die Projektgruppe hat die Aufgabe ...

Der Projektauftakt erfolgte im Januar 2010 mit der Konstituierung einer BTU-ProjektgruppeBTU-Projektgruppe
Die Projektgruppe hat die Aufgabe ...
, die die Ansprechpartner für das HRK-Team stellt und die Durchführung des Audits begleitet. In der ProjektgruppeProjektgruppe
Die Projektgruppe hat die Aufgabe ...
arbeiten all jene Angehörige der verschiedenen Strukturbereiche der BTU in Sachen Internationalisierung eng zusammen:

  • BTU-Präsident Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli
  • für die Fakultät 1: Prof. Dr. Götz Seibold
  • für die Fakultät 2: Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz
  • für die Fakultät 3: Prof. Dr. Marie-Theres Albert
  • für die Fakultät 4: Prof. Dr. Gerhard Wiegleb
  • Referat Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs: Dr. Monika Rau
  • Referat Lehre: Dr. Friederike Schulz
  • Vertreterin des akademischen Mittelbau: Dipl.-Ing. Bernadett Hoppe
  • Vertreterin der Studierenden: Andrea Perz (Referentin für Internationales im StuRa)
  • Sprecherin und Koordinierung:Nina Wolfeil, Akademisches Auslandsamts

Die sechs Phasen der Auditierung
Das Vorgespräch am Projektbeginn im Januar 2010 diente der Abstimmung der Erwartungen an das Audit sowie der inhaltlichen Anforderungen an den SelbstberichtSelbstbericht
Im Selbstbericht dokumentiert die Hochschule den Status Quo ihrer ...
. Das Team der HRK – bestehend aus Marijke Wahlers, Leiterin der Internationalen Abteilung der HRK, und der Projektkoordinatorin Dr. Gabriele Hufschmidt - verband den Projektstart mit einem ersten Besuch an der BTU Cottbus. Mit dem SelbstberichtSelbstbericht
Im Selbstbericht dokumentiert die Hochschule den Status Quo ihrer ...
zum Stand der Internationalisierung begann für die ProjektgruppeProjektgruppe
Die Projektgruppe hat die Aufgabe ...
die zweite und arbeitsintensivste Phase. Bis Mitte März 2010 erstellte die Gruppe innerhalb einer nur siebenwöchigen Frist den Bericht, der Ziele, Motive und Strategien der Internationalisierung beschreibt und als Kernstück eine Stärken-Schwächen-Analyse sowie ein Basisdatenkapitel enthält. Zudem stellten die Vertreter der ProjektgruppeProjektgruppe
Die Projektgruppe hat die Aufgabe ...
das Projekt zur Spiegelung einer möglichst breiten Meinungsbasis aus der Universität in den Fakultätsratssitzungen vor, befragten die Fakultäten zu deren Internationalisierungszielen und koppelten erste Ergebnisse an die Fakultäten zurück. An die Berichtsabgabe schloss sich als dritte Phase die HRK-Lektüre des SelbstberichtsSelbstberichts
Im Selbstbericht dokumentiert die Hochschule den Status Quo ihrer ...
an. In der vierten Phase, die mit dem zweiten Besuch des Audit-TeamsAudit-Teams
Das Audit-Team besteht aus jeweils drei externen Beraterinnen und Beratern sowie ...
an der BTU am 16. und 17. Juni 2010 begann, wurden die Empfehlungen der Berater ausgesprochen. Anschließend erfolgt die BTU-interne Konsolidierung in Phase fünf, um eigene Schlussfolgerungen aus den Empfehlungen zu ziehen und umsetzungsfähige Maßnahmen festzulegen. Die sechste und letzte Phase umfasst das Monitoring und dauert etwa zwei Jahre. Während dieser Zeit erhält die BTU finanzielleZuschüsse der HRK zur Umsetzung der entwickelten Maßnahmen.

Empfehlungen der HRK-Berater
Grundlage für die Empfehlungen durch das HRK-Beratergremium sind der SelbstberichtSelbstbericht
Im Selbstbericht dokumentiert die Hochschule den Status Quo ihrer ...
und eine Begutachtung der BTU. Dafür hatte das HRK-Team bei ihrem zweiten Besuch an der Universität Unterstützung durch die externen Berater, Prof. Luc E. Weber, ehemaliger Präsident der Universität Genf, Toen Vroeijenstijn, niederländischer Hochschulmanager und Dr. Fabrice Larat, Direktor des Centre d’expertise de recherche administrative, welches an der Nationalen Verwaltungsschule (ENA) in Strasbourg angesiedelt ist.

Zusätzlich zur Berichterstattung nutzten die Auditoren Gespräche mit Wissenschaftlern, Studierenden und Doktoranden aus Deutschland und dem Ausland zur Einschätzung der BTU und erste Empfehlungen, die auf eine präzise strategische Ausrichtung abzielen. In diesem Kontext soll ein Prozess der Selbstreflexion und Bewusstwerdung angestoßen werden, bei dem die bisherigen Internationalisierungsziele auf ihre Kohärenz überprüft werden und die Fakultäten eigene Ziele der Internationalisierung erarbeiten können. Im Bereich der strategischen Ausrichtung sollte die Internationalisierungsstrategie nicht auf den Aspekt Mobilität beschränkt sein, sondern ebenso »internationalisation at home« umfassen. Für die erfolgreiche Umsetzung einer neu justierten Strategie erachten die Berater im Bereich Planung und Steuerung präzise formulierte Verantwortlichkeiten für ausschlaggebend. Weiterhin müssten auf strategischer und operativer Ebene Arbeitsstrukturen und -prozesse definiert werden. Beispiele einiger konkreter Empfehlungen sind die Intensivierung der internationalen Berufungspolitik im Bereich Planung und Steuerung und im Bereich Beratung und Unterstützung die Ausweitung der Servicestrukturen für Professorinnen und Professoren sowie die Ausweitung der internationalen Alumniarbeit.

Die Auditoren hoben als beachtlich hervor, dass das Präsidium die Internationalisierung als Leitungsaufgabe begreife, die ProjektgruppeProjektgruppe
Die Projektgruppe hat die Aufgabe ...
eine eindrucksvolle SWOT-Analyse erarbeitet habe und die BTU in bestimmten Bereichen bereits jetzt eine hohe internationale Reputation besitze. Insbesondere bei den internationalen Studiengängen habe sie eine Vorreiterrolle übernommen.

Ausblick
Die ProjektgruppeProjektgruppe
Die Projektgruppe hat die Aufgabe ...
, die die Empfehlungen bis zum September in einen Umsetzungsplan einarbeiten wird, erwartet ein arbeitsreicher Sommer. Steht der Umsetzungsplan, folgt eine Konferenz, die dem Erfahrungsaustausch aller Pilothochschulen dient. Diese Abschlusskonferenz zum Thema »Internationalisierung in der Praxis: Herausforderungen und Perspektiven« wird am 30. September 2010 in Berlin stattfinden.

Schwerpunkte
Im Rahmen des Audits stellt die internationale Abteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ihr Know-how für die Entwicklung einer Internationalisierungsstrategie an der BTU zur Verfügung. Die Beratung erfolgt im Dialog zu den Schwerpunkten:

  • Standortbestimmung der Internationalisierung;
  • Konkretisierung der Internationalisierungsziele der BTU;
  • Weiterentwicklung der Internationalisierungsstrategie;
  • Nachhaltige Umsetzung von Internationalisierungsmaßnahmen.
  • Im Gegensatz zum umgangssprachlichen Verständnis eines Audits endet der Prozess nicht mit einer Zertifizierung. Er ist vielmehr eine individuelle, ganzheitliche Beratungsleistung, die die BTU bis Ende 2011 begleiten wird.

Verdeutlicht man sich den strategischen Internationalisierungsprozess, so umfasst er im ersten Teil die Planung, das heißt die Entwicklung von »Mission«, Leitbild und Vision über die Ausformulierung einer Internationalisierungsstrategie und entsprechender Maßnahmen. Der zweite Teil, die Umsetzung, beinhaltet das Monitoring zur Gewährleistung der Nachhaltigkeit. So begleitet und unterstützt die HRK den gesamten Prozess.

Die Professionalisierung der Internationalisierungsarbeit im Hochschulwesen hat ihren Ausgangspunkt in den 1990er Jahren und der Entwicklung des International Quality Review Process(IQRP) durch die OECD, der testweise mit neun Hochschulen weltweit durchgeführt und dann von verschiedenen nationalen Hochschulvereinigungen adaptiert wurde. Kernelement des IQRP ist ein SelbstberichtSelbstbericht
Im Selbstbericht dokumentiert die Hochschule den Status Quo ihrer ...
der jeweiligen Hochschule zu deren Stand der Internationalisierung, auf den eine externe Begutachtung folgt. Zudem wird die Strategieentwicklung mit Benchmarking-Verfahren unterstützt, die einen kennzahlenbasierten Leistungsvergleich in Bezug auf die Internationalität bieten.

Ein solches Benchmarking-Projekt wurde mit sechs deutschen und österreichischen Hochschulen im letzten Jahr durch die HIS GmbH durchgeführt. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) entwickelt ein ähnliches Projekt »Indicators for Mapping and Profiling Internationalisation« (IMPI), in welchem es gemeinsam mit europäischen Institutionen ein Indikatorenset erarbeitet, das Hochschulen ermöglicht, ihren Grad der Internationalisierung zu messen.