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HRK HochschulrektorenkonferenzAudit "Internationalisierung der Hochschulen"

Erfolgsgeschichten

Erfolgsgeschichten

Auf diesen Seiten finden Sie Erfolgsgeschichten guter Internationalisierungspraxis von Hochschulen, die bereits am Audit teilgenommen haben, in den Handlungsfeldern „Planung & Steuerung“, „Studium & Lehre“, „Forschung & Wissenstransfer“ sowie „Beratung & Unterstützung“.

Docs Build Bridges

Ein Konzept zur Doktorand_innen-Betreuung

Ein Beitrag der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Die Doktorand_innenausbildung ist ein zentraler Erfolgsbaustein für Innovations- und Zukunftsfähigkeit universitärer Forschung. Nicht ohne Grund geht daher die in der Internationalisierungsstrategie der CAU verankerte Erhöhung der Anzahl ausländischer Doktorand_innen Hand in Hand mit einer verbesserten Betreuung. Die effektive Kombination fachlicher und persönlicher Betreuung und die Förderung wissenschaftlicher Eigenständigkeit sind dabei wichtige Triebkräfte.

Graduiertenzentrum und International Center unterstützen Doktorand_innen, die nicht in Graduiertenschulen oder Promotionsprogrammen betreut werden, mit einem Programm, das seit 2013 verschiedene Maßnahmen miteinander kombiniert. Gefördert wird das Programm durch das STIBET-Doktorandenprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). In Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Weiterbildung wurde das Betreuungsnetz Docs Build Bridges geschaffen. Es schließt Informationsvermittlung, Beratung und Betreuung durch Tutor_innen, Vernetzung, Weiterbildung und Integrationsmaßnahmen für ausländische Doktorand_innen und ihre Lebenspartner_innen ein.

Docsnets – Interdisziplinäre Arbeitsgruppen auf Fachkulturebene
Fünf fachkulturell ausgelegte Docsnets laden zum fächerübergreifenden und interkulturellen Austausch ein. Die Teilnahme ist unverbindlich, die Terminwahl flexibel. Der informelle, aber strukturierte Rahmen in vertrauter Atmosphäre unterstützt die Doktorand_innen fachlich, aber auch emotional. Zudem profitieren sie von den Vorschlägen aus der Vielfalt der Gruppen, die aus rund 15 Doktorand_innen aus durchschnittlich sieben Fächern und verschiedenen Nationen bestehen, darunter  Polen, Georgien, Russland, Algerien, China, Südkorea, Deutschland, Iran, Brasilien, Türkei, Pakistan, Ukraine und Indien. Die diskutierten Themen sind hochaktuell, aus dem universitären/akademischen Kontext und behandeln nicht nur Fragen wie Promotionsfinanzierung und die Betreuungssituation, Reisekostenzuschüsse und Tagungsteilnahme, Veröffentlichungen, Plagiate, Arbeits- und Zeitmanagement, Lehre, Stress- und  Sprachprobleme, Wohnungssuche und Mietvertrag, sondern auch fachkulturspezifische Fragen:

Literaturverwaltungs- und Textbearbeitungsprogramme, Schreibblockade und die deutsche Sprache sind wichtige Themen im Docsnet „Languages“. Im Docsnet „Cultural Studies“ sind es Kulturschock, kulturelle Divergenz, Kiels Geschichte und Kultur sowie die Vorstellung des Heimatlandes. Netzwerken wird hier großgeschrieben: „Academia und Social Networks: (Wie) geht das?“, „Machtdistanz online?“, Public Outreach, Online-Profile und Networking-Typen werden diskutiert.

Im Docsnet „Technik & Life Science“ sind Themen wie Wissenstransfer in die Gesellschaft, deutsche Mentalität, Motivation für den eigenen Werdegang und das Verhältnis Doktorand_in – Herkunftsfamilie wichtig. Gerade „neue“ Doktorand_innen empfinden die Treffen als sehr wohltuend, um erfolgreicher in Kiel anzukommen.

Im Docsnet „Economic & Social Sciences“ tauschen sich Doktorand_innen zu verschiedenen Promotionsformen, Anerkennung von Abschlüssen, Karrieremöglichkeiten in Deutschland und international aus.

Das Docsnet „Medicine“ hat mehr Schwierigkeiten, seine Zielgruppe zu erreichen und Teilnehmende zu gewinnen. Darum entwickelt der Tutor Weiterbildungsangebote für Mediziner_innen zum Thema intercultural communication: 1. Intecultural teams – Blessing or Curse? und 2. Glaube & Krankheit – Kollisionszone Krankenhaus.

Networking und cultural awareness sind für ausländische und deutsche Doktorand_innen gleichermaßen wichtig. Die Reflexion der kulturellen Gebundenheit des eigenen Denkens und Handelns sensibilisiert für kulturelle Unterschiede, Verständnis und Akzeptanz der Gastkultur und der Kulturen untereinander und fördert die Integration an der Universität. Nachhaltiger Kontakt in Hochschule und Bevölkerung fördert Kompetenzaustausch und Kulturzugang.


Docs Get-Together – Ein Internationaler Stammtisch:
Der internationale Stammtisch Docs Get-Together findet zweimal im Monat in einer ausgesuchten Kieler Kneipe statt. In gemütlichem Ambiente treffen die Doktorand_innen aufeinander. Neue Freundschaften, die Stadt kennenlernen, Austausch über die eigene Forschung - all das steht im Mittelpunkt, wenn die jungen Wissenschaftler_innen auf Kolleg_innen aus anderen Ländern treffen.

So vielfältig und bunt wie die Themen sind auch die Herkunftsländer der Teilnehmer_innen: Von Ägypten bis Neuseeland und von Japan bis Namibia reicht die Ländervielfalt, die sich an den Abenden um den Stammtisch tummelt. Aber nicht nur die Nationalitäten machen den Abend spannend: Verschiedene Fachrichtungen und junge Forscher_innen, die sich in unterschiedlichsten wissenschaftlichen Phasen befinden, sorgen dafür, dass die Treffen vielfältig und bereichernd werden.

Doc-Pilots – Individuelle Starthilfe und Betreuung
Aller Anfang ist schwer: Doktorand_innen profitieren daher insbesondere zu Beginn der Promotion von der persönlichen Unterstützung durch die Doc-Pilots: Tutor_innen, die bei der Wohnungssuche, beim Umgang mit Ämtern, Banken, Versicherungen oder bei der Planung der Kinderbetreuung helfen. Viele organisatorische Dinge sind neben der Vorbereitung der Promotion zu bewältigen und gelingen mit der Unterstützung durch den Erfahrungshintergrund Einheimischer leichter und schneller.

Der persönliche Kontakt zu den Doc-Pilots, der schon bei der Einschreibung im International Center aufgebaut wird, hilft auch bei der Integration in die neuen Forschungsstrukturen und das soziale Umfeld an der CAU. Ergänzt wird die Betreuung durch ein semesterbegleitendes Veranstaltungsangebot, das von Exkursionen in die Umgebung bis hin zu kulturellen Aktivitäten, wie z. B. Theaterbesuchen, reicht. Die Doc-Pilots tragen damit auch zur Vernetzung über die Fächergrenzen hinweg bei.

Weiterbildungsmaßnahmen
Das Weiterbildungsangebot für Doktorand_innen ist vielfältig: Sprachkurse „Conversational German“ werden nicht nur für Doktorand_innen, sondern - im Rahmen der Integrationsmaßnahmen - auch für deren Partner_innen angeboten. Daneben gibt es Individual Language Support, z. B. für das Vorbereiten von Präsentationen.

In den Tutorials, die der Entwicklung der individuellen und kulturellen Fähigkeiten dienen, werden Themen wie Kulturschock, Leben und Arbeit als ausländische_r Doktorand_in an der CAU, Arbeit im akademischen Umfeld und der Umgang mit den Betreuer_innen sowie der Universitätsverwaltung besprochen. Als Teil der Integrationsmaßnahmen besteht die Möglichkeit für Paare, sich im Coaching for Couples mit Schwierigkeiten auseinanderzusetzen, die in Partnerschaften während des Auslandsaufenthaltes entstehen können.

Ergänzt wird das Angebot durch Themen wie academic writing, presentation skills und diverse andere Fortbildungsmaßnahmen der Wissenschaftlichen Weiterbildung und des Graduiertenzentrums.

Ausblick
Docs Build Bridges ist ein Maßnahmenpaket, das trotz seines Erfolges ständig weiterentwickelt wird. So hat sich “Who let the Docs out?” als interkulturelles Doktorand_innen-Sommerfest etabliert. Das erste Fest fand im Juni 2013 auf dem Gelände des Campus statt. Rund 40 Doktorand_innen aus verschiedenen Ländern nahmen teil und trafen auf deutsche Kolleg_innen.

Andere neue Projekte werden zurzeit entwickelt, u. a. Docstalks, in dem Veranstaltungsformate entwickelt werden, in denen aktuelle Forschungsthemen, aber auch wissenschaftliche Lehrinhalte vorgestellt und vermittelt und die große Bandbreite innovativer Arbeit junger Wissenschaftler_innen in den Blickpunkt gerückt werden sollen. Ziel ist es, ein Wissenschaftsforum zu etablieren, in dem auch Nachwuchswissenschaftler_innen, die keine Lehraufgaben wahrnehmen, die Möglichkeit zur hochschuldidaktischen Weiterbildung und eigenen Profilbildung in der Lehre haben.

Kontakt und weitere Informationen:

 

Jan Bensien
International Center
jbensien(at)uv.uni-kiel.de

www.international.uni-kiel.de

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