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19. Ausgabe
07.05.2004
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Fundraising an Hochschulen - vom Ob zum Wie

von Brigitte Goebbels-Dreyling

Die koordinierte Einwerbung privater Mittel, also Fundraising, findet erst seit wenigen Jahren an deutschen Hochschulen statt. Unter dem Druck der öffentlichen Mittelknappheit, aber auch angeregt durch die positiven Erfahrungen, die nicht nur amerikanische Hochschulen seit vielen Jahren, sondern in zunehmendem Maße auch europäische Hochschulen gemacht haben, setzen auch deutsche Hochschulen zunehmend auf Fundraising. So wies z.B. die Technische Universität München innerhalb weniger Jahre beachtliche Fundraising-Erfolge auf. Beim Fundraising bemühen sich die Hochschulen, über die übliche Einwerbung von Forschungsaufträgen hinaus, private Mittel für wichtige Projekte zu akquirieren , für die Renovierung von Räumlichkeiten, für die Durchführung wichtiger Tagungen, für die Berufung neuer Professorinnen und Professoren (Stiftungsprofessuren), für die internationale Zusammenarbeit etc. Dabei handelt es sich bei den Mitteleinwerbungen teilweise um "Sponsoring", bei dem der Mittelgeber für sich selbst wirbt, teilweise aber auch um reine Spenden, die alleine mit der Absicht, die Wissenschaft zu fördern, an die Hochschule gegeben werden.
Allerdings, Fundraising kostet Geld. Hochschulen, die erfolgreiche Fundraisng-Kampagnen durchgeführt haben, berichten, dass sie etwa zwei Jahre in ein professionelles Team investieren mussten, bis der Break Even Point erreicht war, also bis die Bilanz aus Personal- und sonstigen Kosten und Mitteleinwerbungen zumindest ausgeglichen war. Und hier liegt der kritische Punkt: Woher das Geld und die Stellen nehmen? Eine längerfristige Investition in ein Fundraising-Team lässt sich oft nur schwer an der Hochschule vermitteln, wenn andere Stellen abgebaut werden müssen und keine unmittelbaren Erfolge aufgewiesen werden können. Dies hat viele Rektoren und Präsidenten auch vor entsprechenden Schritten zurückschrecken lassen, doch die Zahl derjenigen, die sich systematischer und professioneller als in der Vergangenheit um die Einwerbung privater Mittel bemühen, wird größer. Dies zeigte eine Tagung, die die Evangelische Akademie in Bad Boll in Zusammenarbeit mit der Hochschulrektorenkonferenz Ende März durchführte. Hatte bei einer entsprechenden Tagung vor zwei Jahren die kritische Frage, ob Fundraising in Deutschland etwas bringt, noch die Diskussionen dominiert, so stand jetzt der Erfahrungsaustausch über die verschiedenen Ansätze im Vordergrund und immer wieder die Frage: "Wie steige ich am geschicktesten ein?" Es spricht einiges dafür, dass in zwei Jahren etliche Hochschulen eigene Erfahrungen gesammelt haben und ihre eigenen Bilanzen aufmachen werden.

Brigitte Goebbels-Dreyling ist Leiterin des Berliner Büros der Hochschulrektorenkonferenez (HRK).



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Kommentar des Präsidiums
 

von Professor Dr. Peter Gaehtgens

nachdem das Thema "Elitehochschulen" landauf, landab mehrere Wochen lang öffentlich diskutiert worden ist, bedeutet der Beschluss der Bund-Länder-Kommission vom 29. März einen ersten Meilenstein, der in die richtige Richtung weist. Der Kompromiss soll sichern, dass es nicht beim Reden bleibt, sondern dass auch gehandelt wird. Nun sind die Staatssekretäre an der Reihe, die Rahmenvorgaben der BLK auszugestalten. Die HRK begrüßt gemeinsam mit den anderen, in der "Allianz" vertretenen Organisationen, dass es zu einer wissenschaftsgeleiteten Mittelvergabe kommen soll, die sowohl die exzellente Forschungsleistung im einzelnen, als auch die Hochschulen als Institutionen fördern soll. So wird - das hoffen wir - das Programm von Bund und Ländern unsere Hochschulen langfristig stärken und ihnen ermöglichen, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten.

Professor Dr. Peter Gaehtgens ist Präsident der Hochschulrektoren- konferenz (HRK).