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Stiftungsinitiative Johann Gottfried Herder - Deutsche Gastdozenten nach Mittel- und Osteuropa


Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) war von 1999 bis 2008 operativ an der Durchführung des Programms "Stiftungsinitiative Johann Gottfried Herder" beteiligt. Die Programmbetreuung erfolgte in dieser Zeit gemeinsam mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der seit dem Wintersemester 2008/2009 die Durchführung des Programms alleine fortsetzt.

Das Programm "Stiftungsinitiative Johann Gottfried Herder" fördert seit 1999 die Tätigkeit deutscher Hochschullehrer im Ruhestand an Hochschulen in Mittel- und Osteuropa. Inzwischen förderte das Programm 133 Gastdozenten in 21 Ländern. Die Programmdozenten lehrten in diesem Zeitraum insgesamt fast 400 Semester.

Die Stiftungsinitiative ist eine Gemeinschaftsaktion von ursprünglich sechs privaten deutschen Stiftungen, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Mit ihren Erfahrungen in Lehre, Forschung und Hochschulorganisation leisten die Dozenten der Stiftungsinitiative einen bedeutenden Beitrag zur gemeinsamen Entwicklung der Hochschulsysteme in Europa. Das Programm versteht sich somit als ein Beitrag zu den gesamtgesellschaftlichen Reformprozessen in Europa. Als Schwerpunkt will das Programm ab September die Heranführung der Länder in Südosteuropa an die Europäische Union befördern und fühlt sich den Zielen des so genannten Bologna-Prozesses besonders verpflichtet.

Diese Gemeinschaftsaktion richtet sich an emeritierte und pensionierte deutsche Professoren und Dozenten, die mit ihren Erfahrungen zur Verbesserung der Hochschulbildung in der Region beitragen wollen. Sie wurde initiiert und in der 1. Programmphase von 1999 bis 2002 getragen von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der Fritz Thyssen Stiftung, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung GmbH, dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Die 2. Programmphase vom 01. Juli 2002 bis zum 31. August 2005 wurde von fünf Stiftungen weitergeführt. Ab dem Jahr 2003 werden über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) auch öffentliche Mittel für die Programmarbeit bereitgestellt. In den Jahren 1999 bis 2005 wurden insgesamt 4,86 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Im Frühjahr 2005 wurde die Fortsetzung des Programms bis zum 31. August 2008 beschlossen. An der weiteren Finanzierung beteiligen sich nun drei Stiftungen (Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Robert Bosch Stiftung GmbH, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mit insgesamt 1,425 Millionen Euro.

Träger des Programms sind von Beginn an der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die Stiftungsinitiative versteht sich somit als eine gemeinsame Anstrengung der privaten Stiftungen und der aus öffentlichen Mitteln finanzierten Wissenschaftsorganisationen.

Im September 2005 begann eine neue Phase der Projektförderung, bei der ein regionaler Schwerpunkt auf Südosteuropa gelegt wurde. Hochschulen in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Rumänien, Serbien und Montenegro sowie im unter VN-Verwaltung stehenden Kosovo können an die Stiftungsinitiative Anträge auf Dozenturen in den Gesellschafts- und Kulturwissenschaften richten. Den fachlichen Schwerpunkt bilden die Geschichtswissenschaften, Politikwissenschaften, Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften sowie Germanistik und Deutsch als Fremdsprache.

Die Programmdurchführung koordiniert eine Programmkommission, der je ein Vertreter der Stiftungen und Wissenschaftsorganisationen angehören. Die Programmkommission entscheidet über die Anträge der Gasthochschulen und versieht sie ggf. mit einer Förderempfehlung.
In diesem Falle wird die beantragten Dozenturen in Deutschland ausgeschrieben. Aus dem Kreis der Bewerber werden von einer unabhängigen wissenschaftlichen Auswahlkommission geeignete Kandidaten für den Antrag ausgewählt und den Gasthochschulen als Gastdozenten vorgeschlagen.
Die Stiftungsinitiative hat sich zum Ziel gesetzt, bei besonders begründeten Anträgen eine Kontinuität der Lehrtätigkeit durch weitere Dozenten zu gewährleisten.
Die Programmdozenten erhalten zudem die Möglichkeit, besonders vielversprechende junge Wissenschaftler durch Stipendien vor Ort und in Deutschland zu fördern und damit ihre internationale Erfahrung zu erweitern.

Ansprechpartner im HRK-Sekretariat für die ersten drei Programmphasen 1999 - 2008 sind: Herr Rudolf Smolarczyk und Frau Gunhild Kaschlun